Pokémon GO: Die kleinen Monster sind los!

Pokémon GO ist der neueste Trend und schickt ganz Deutschland auf die Jagd! Ich entdecke Kindheitsträume wieder und habe mich mitreißen lassen.

 

Gotta Catch 'em All!


Ich muss gestehen, ich war als Kind nie ein großer Pokémon-Fan. Die Sammelkarten, das Spiel und die Filme sind mit einem bunten Rauschen an mir vorbeigezogen. Das mag daran liegen, dass RTL II bei uns „nicht empfangen werden konnte“ (diese List von meiner Mutter haben mein Bruder und ich zwar ziemlich früh enttarnt, jedoch leider zwecklos) und auch niemals ein Gameboy, geschweige denn eine Xbox unsere Türschwelle überquerte. Pickachu, Pummeluff und Enton waren mir zwar ein Begriff, jedoch alsbald wieder in der Versenkung verschwunden.

 

Wie ich jetzt feststellen musste war das jedoch nicht für immer. 20 Jahre später übertrifft der Pokémon Hype meine Kindheitserinnerungen um Längen. Egal wo, egal wann. Ob groß, ob klein - Pokémon ist in aller Munde und auf allen Smartphones. Und diejenigen, die noch ein antikes Mobiltelefon besitzen verlängern ihre Verträge oder plündern den Sparstrumpf von Oma.

 


Bei Pokémon GO erkundet man seine Umgebung und fängt

Pokémon an den unterschiedlichsten Orten.

Mich hat es eiskalt erwischt. Ungeahnt und vollkommen überraschend hat mich das Spiel infiziert wie ein kleiner niedlicher Virus, der überall ist und jeden Tag ein bisschen mehr gefüttert werden will. Es ist aber auch leicht sich mitreißen zu lassen von einem Spiel, das so simpel ist und gleichzeitig so viel Spaß bringt. Bei den einen werden Kindheitserinnerung geweckt, bei den anderen entstehen sie. Der zeitlose Charme der kleinen Figuren wirkt damals wie heute - nur eben 2.0.

 

 

Schwimmbäder, Bahn-Stationen und Universitäten werden zu Arenen. Jeder ist auf der Pirsch nach dem nächsten Pokémon. Gemeinsam geht man auf die Suche, schließt sich einem Team an und bestreitet erbitterte Kämpfe. Nebenbei und ganz unbemerkt lernt man Städte von einer ganz neuen Seite kennen, begegnet Fremden, die gar nicht so fremd scheinen und kommt viel an die frische Luft. Man sieht motivierte Herrchen mit ihren erschöpften Hunden Gassi gehen, ehemals käsige Teenager mit Sonnenbrand, die sich vor ihren Bildschirmen hervorgewagt haben und ungeschminkte Girlies, die kurz vorm Schlafen gehen nur noch schnell ein Taubsi fangen wollen.

Das Vorlesungs-Paket: Pokémon Go mit Powerbank!

In uns allen steckt ein Jäger und Sammler. Pokémon GO hat unseren Spieltrieb geweckt und uns im Gegensatz zu anderen Spielen, die uns an den Bildschirm bannen raus vor die Tür geschickt. Freunde berichten schon von ersten Pokémon GO Unfällen und Dates bei denen man

zusammen auf Pokémon Fang geht. Für mich sind diese Neuigkeiten eher weniger beunruhigend. Ich für meinen Teil bin in meinem Leben auch schon ohne Handy in der Hand gegen eine Laterne gelaufen und habe mich bei Dates über Computerspiele oder Autos unterhalten müssen. Und bei den meisten ist das Handy sowieso schon am Arm festgewachsen und regelt den gesamten Alltag. Warum sollte man dabei nicht auch noch ein Glumanda fangen? Wer weiß wann man es mal gebrauchen kann.

 

Also, alles halb so wild. Wenn man es mal so betrachtet ist Pokémon GO eigentlich eine Mischung aus Geocaching und Kartenspiel. Der nächste Schritt sozusagen - und auch bestimmt nicht der Letzte.

 

Ich bin gespannt, was sich die kreativen Köpfe von Nintendo als nächstes ausdenken und welcher Pokémon-Hype uns in 20 Jahren erwartet. Bis dahin gehe ich noch auf die Jagd nach einem Relaxo und versuche ein Pummeluff zu fangen, dass mich jeden Abend in den Schlaf singt.