Film Review: Snowden

© Jürgen Olczyk

Die Geschichte um einen der bekanntesten Whistleblower unserer Zeit hat es auf die große Leinwand geschafft. Mit "Snowden" nimmt der Großmeister Oliver Stone wieder Platz auf dem Regiestuhl. Hier erfahrt ihr, wie sein Film bei uns ankommt!

 


Edward Snowden – Vielleicht eines der brisantesten, wenn nicht sogar das kontrovers diskutierteste politische Thema der letzten Jahre. Mit dem neusten Streifen von Oliver Stone wird der Werdegang des jungen Snowdens nacherzählt. Dabei erfahren wir nicht nur Dinge über die Facetten der Daten-Spionage sämtlicher Menschen auf der Welt, sondern auch die privaten Verhältnisse von Snowden und die Beziehung zu seiner Freundin Lindsay Mills. Inhaltlich gibt es dabei nicht viel mehr zu sagen, da dies bereits wochenlanges Thema in sämtlichen Medien war. Die Geschichte basiert dabei zwar auf wahren Verhältnissen, wird allerdings ein bisschen dramatisiert. Die Rolle von Edward Snowden übernimmt Joseph Gordon-Levitt und die seiner Freundin Shailene Woodley, die den meisten aus der "Divergent"-Reihe ein Begriff ist.

© Mario Perez

Snowden in all seinen Facetten

Mit knapp 140 Minuten sollte jedem bewusst sein, dass es sich bei diesem Film nicht um einen Action-Thriller handelt, bei dem der Bösewicht am Ende durch eine Rakete vom Hochhaus geschossen wird. Ganz im Gegenteil: Die Ausbildung und Entwicklung von Snowden wird aus diversen Blickwinkeln beleuchtet und die zentrale Frage „Wie viel Freiheit und Privatsphäre ist uns unsere Sicherheit wert?“ rückt immer wieder in den Vordergrund und wird umfassend behandelt. Zugegebenermaßen hört sich dies etwas trocken an, doch Begeisterte rund um das Thema Internetüberwachung kommen dabei voll auf ihre Kosten. Oliver Stone versteht es dabei perfekt eine Balance zwischen der Arbeit von Edward Snowden und seinem Privatleben zu finden, um den innerlichen Konflikt des Hauptdarstellers darzustellen. Neben Joseph Gordon-Levitt dürfen noch andere Hollywood-Größen bei dem Biopic des Whistleblowers, wie z.B. Tom Wilkinson, Mellisa Leo oder Nicolas Cage mitmischen. Aber auch unser allseits-beliebter Mr. Spok der neuen Generation Zachary Quinto übernimmt eine Rolle und überrascht neben den ganzen Hollywood-Veteranen mit einer sehr emotionalen unerwarteten Szene. 

Nicht nur auf die Länge kommt es an

Bei den negativen Punkten muss man allerdings trotz wirklich guter Story-Erzählung auf die Länge des Films zu sprechen kommen. Gerade für Besucher, die mit dem Thema gar nichts anfangen können, hat der Film einige Längen. Trotz Dramatisierung des Spannungsbogen bietet der Film zeitweise einige Längen und wirkt etwas gemächlicher. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Fehlen einer etwas verzweifelteren Darstellung von Joseph Gordon-Levitt des privaten Edward Snowdens. Im Film wird klar, um wie viel es dabei für das Individuum geht und vor allem in der Beziehung bringt dies Shailene Woodley dies wirklich lebendig rüber. Dies fehlt leider etwas bei Joseph Gordon-Levitt und es hätte dem Film auf jeden Fall gut getan.

© Open Road Films

Insgesamt können wir allerdings eine klare Empfehlung aussprechen für alle, die sich für die Entstehungsgeschichte rund um Snowden interessieren und gerne einige Denkanstöße wollen für die fast schon philosophische Frage der Privatsphäre in der heutigen Zeit. Bei den Charakteren stoßen vor allem Shailene Woodley und Zachary Quinto mit zwar nicht allzu langen, aber dafür sehr intensiven Momenten hervor.

+ Unglaubliche Story

+ Shailene Woodley und Zachary Quinto

+ Joseph Gordon-Levitt macht einen soliden Job

- teilweise zu wenig Emotionen

- stellenweise sehr langatmig