Film Review: Die glorreichen Sieben

© Sony Pictures

Dieses Jahr ist von Reboots und Remakes deutlich geprägt, wobei bislang nicht alle die Erwartungen und Ansprüche erfüllen konnten. Mit ""Die glorreichen Sieben“ folgt nun die Neuauflage eines Westernklassikers. 

 


Ein Remake welches keines ist

Unter der Feder von Antoine Fuqua, der schon Action-Knaller wie "The Equalizer“, "Shooter“ oder auch "Training Day“ inszeniert hat, folgt nun ein Western-Action-Film. Dabei greift er auf einen alten Bekannten in Form von Denzel Washington zurück, mit dem er bereits mehrfach zusammengearbeitet hat. Neben Ethan Hawke gesellen sich unter anderem auch Vincent D´Onofrio und Chris Pratt zu der Western-Truppe. Letztere kennt man unter anderem aus "Jurassic World" - Chris konnte seine Weste also direkt anbehalten.

 

Im Vorfeld wurde viel über die Sinnhaftigkeit eines Remakes des Westernklassikers diskutiert. Allerdings sollten die Ketten der stumpfen Neuauflage abgelegt werden, denn 2016 würden manche Dinge der alten Zeit schlichtweg nicht mehr funktionieren. So wurde ein moderner und frischer Western geschaffen, der in erster Linie nur den Namen seines Vorgängers trägt. 

 

Die Suicide Squad der 1870er

Die Geschichte ist schnell erzählt. Der skrupellose Bogue (Peter Sarsgaard) versucht eine kleine Stadt für seine Zwecke an sich zu reißen, wofür er über Leichen geht. Die junge Bewohnerin Emma Cullen (Haley Bennett) sinnt nach dem Mord an ihrem Ehemann nach Gerechtigkeit und Rache. Hierfür heuert sie den Kopfgeldjäger Sam Chisolm (Denzel Washington) an, welcher wiederum weitere Mitstreiter rekrutiert, um dem Tyrannen die Stirn zu bieten. Daraus ergibt sich eine bunt gemischte Truppe, die aus vielen Gegensätzen besteht und dennoch miteinander harmoniert. Besonders Chris Pratts Charakter Josh Farraday sorgt mit seiner lockeren Zunge und frechen Sprüchen für heitere Momente. Aber auch die Synchronstimme des bärenartigen Jack Horne sorgt für den ein oder anderen lustigen Augenblick. Das Ganze erinnert ein wenig an die Grundgeschichte von Suicide Squad nur im wilden Westen. Dabei sind die glorreichen Sieben nicht weniger schießwütig. 

 

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Popcorn-Kino für Action-FANs

Wer auf der Suche nach tiefgründigen Dialogen oder einer komplexen Geschichte ist, mag vielleicht enttäuscht werden. Wer Unterhaltung, Action und Spaß sucht allerdings nicht. Der Film glänzt mit seinen Action-Sequenzen und seiner Situationskomik. Was dem Film allerdings zeitweise fehlt sind die Hintergrundgeschichten der einzelnen Charaktere. Diese werden zwar kurz angeschnitten, etwas Tiefgang hätte an der ein oder anderen Stelle allerdings nicht geschadet. Die Intention der einzelnen Protagonisten sich dem Kopfgeldjäger anzuschließen wird teilweise nicht ganz klar und hätte cleverer umgesetzt werden können.

 

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Insgesamt wurde mit „Die glorreichen Sieben“ das Western-Genre ein unterhaltsamer actiongeladener Streifen erschaffen, der beste Unterhaltung in 133 Minuten verpackt. Etwas mehr Spannung und Tiefgang an den richtigen Stellen wäre allerdings wünschenswert gewesen. Losgelöst von der Last des Klassikers ist der Film dennoch durchaus sehenswert.

+ schönes Western-Setting 

 

+ Situationskomik 

 

+ ordentliche Schießereien

- fehlender Tiefgang  

 

- etwas wenig Spannung