Serien-Check: Daredevil

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Der blinde Superheld tut sein Möglichstes, um Hells’s Kitchen von Kriminalität zu befreien. Seht hier wie er sich im Kampf gegen das Verbrechen schlägt!


Kein Vergleich zum Film von 2003 - zum Glück!

Nein keine Sorge - hierbei handelt es sich nicht um den etwas kontrovers aufgenommenen Film aus dem Jahr 2003, sondern um die Netflix-Serie mit Charlie Cox in der Hauptrolle. Diese gibt nämlich dem überaus interessanten Superhelden endlich eine entsprechende Präsentation, die schon längst überfällig war. Bei Daredevil, oder auch Matthew „Matt“ Murdock handelt es sich um einen Superhelden, der in seiner Kindheit sein Sehvermögen verloren hat und seitdem seine übermenschlich dazugewonnen Superkräfte durch jahrelanges Training verfeinert. Während seines Jura-Studiums lernt er, dass das Gesetzt nicht unbedingt immer Gerechtigkeit erwirkt und er fasst den Entschluss, sein Heimatviertel "Hells Kitchen" in New York selbst von der Kriminalität zu befreien. Dabei bekommt er nicht nur Hilfe von seinen Freunden Karen (Deborah Ann Woll) und Foggy, sondern auch ordentlich Gegenwehr in Form einer Ninja Organisation oder dem berüchtigten Erzfeind des Teufels von Hells Kitchen.

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Das Herzstück der Serie ist der Kingpin, verkörpert durch Vincent D’Onofrio. Insgesamt hat die Story der Serie einen spannenden Aufbau, coole Charaktere und viele Plottwists -  Vincent D’Onofrio setzt mit seiner Leistung dem Ganzen jedoch ein ungeahntes Sahnehäubchen auf. Dabei überragt nicht nur die schauspielerische Leistung, sondern auch die persönliche Geschichte des Bösewichts.

 

Hinzu kommt in der zweiten Staffel noch ein sehr starker Punisher (Jon Bernthal), ein weiterer Charakter aus dem Marvel-Universum, von dem man viel zu lange nichts mehr gehört hat. Der Punisher wird als rachedurchtränkter und mordlustiger Ex-Soldat eingeführt. Er verfolgt eben nur eine Regel: Selbstjustiz, Richter und Henker in einer Person. Vergleiche zum Punisher Film von 2004 mit Tom Jane in der Hauptrolle, lassen sich hier nur schwer ziehen, da im Film nur eine einzige Verbrecherorganisation zu den Opfern des Punishers gehört. In der Serie allerdings mordet sich Frank Castle ohne Rücksicht durch die komplette Unterwelt von Hells Kitchen, was schließlich Daredevil auf den Plan ruft. Er versucht den Punisher mit seiner "Keine Toten"-Einstellung aufzuhalten und ihn zu belehren, dass es auch andere Möglichkeiten gibt die Mörder seiner Familie dingfest zu machen. Das Aufeinandertreffen der beiden unterschiedlichen Helden bzw. Antihelden, ist der Höhepunkt der zweiten Staffel. 

 

Die Kampfszenen sind für eine Serie eher untypisch in Szene gesetzt. Selten gab es so detailreiche und gut durchchoreographierte Faustkämpfe wie in Marvel's "Daredevil". Als Beispiel soll hier eine Kampfszene in einem Wohnblock dienen, in der sich der Teufel ohne einzigen Schnitt durch mehrere Etagen des Hochhauses kämpft! Eine Szene, von der sich so manche Hollywood-Produktionen eine Scheibe abschneiden können. Hier wird gezeigt, wie man Action auch ohne wackelige Handkameras und Computereffekte perfekt in Szene setzen kann. Mit einer sehr detaillierten Gewaltdarstellung wird hier übrigens nicht gegeizt. Allein die Motive des Punishers zeigen, dass es sich hier um eine todernste Geschichte handelt, die nichts für Kinder ist.


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Es lohnt sich!

Viel Auszusetzen an Marvel’s Daredevil gibt es dabei nicht. Genre-Neulinge müssen sich zunächst mit dem gesamten Setting vertraut machen, werden dann aber schnell in den Bann der Serie gezogen. Wir empfehlen jedem (auch Nicht-Marvel FAN) der Serie eine Chance zu geben, da sie neben dem Comic-Ursprung noch viele weitere interessante Genres (Action, Thriller und Drama) zu bieten hat.

+ Vincent D’Onofrio glänzt in seiner Rolle

+ Story wird sehr spannend aufgebaut

+ Überraschende Plottwists

+ Punisher überzeugt in Staffel 2

- Etwas langsamer Spannungsaufbau in den ersten Folgen


Sicher dir die erste Staffel von Daredevil: