Film Review: Doctor Strange

© Walt Disney Studios Motion Pictures

Schon wieder eine Superhelden-Origins-Story? Diesmal dreht es sich jedoch um einen Helden mit magischen Kräften. Erfahrt hier, wieso "Dr. Strange" nicht nur einfach die nächste Etappe im Marvel-Universum eröffnet!


Ein Neuer für das Avengers Universum

 Mit "Dr. Strange" will Marvel nach dem fulminanten Aufeinandertreffen zwischen Iron Man und Captain America in "Civil War" die nächste Phase der Superhelden einleiten. Dabei wird die Rolle des Dr. Stephen Strange durch Benedict Cumberbatch verkörpert. Die Einführung der Zauberer in die Welt der Avengers dient als Türöffner für den "Infinity War"-Handlungsstrang mit den verschiedenen Multiversen. In den Grundzügen erfährt man dabei, wie der arrogante und selbstverliebte Dr. Strange einen neuen Weg in seinem Leben begehen muss, um an seine Kräfte zu gelangen. Dabei steht er dem abtrünnigen Mads Mikkelsen als Kaecilius gegenüber, der wiedereinmal versucht die Welt ins Chaos zu stürzen. Zugegebenermaßen würde diese Geschichte auf 90% aller anderen Helden-Origins-Verfilmungen passen - allerdings schafft "Dr. Strange" sich trotzdem auf überraschende Art und Weise von diesen abzusetzen.


 © Walt Disney Studios Motion Pictures

Inception trifft auf die Avengers

Dies liegt natürlich nicht zuletzt an Benedict Cumberbatch, der die Erwartungen an seine schauspielerischen Fähigkeiten mal wieder eindrucksvoll bestätigt. Er erschafft mit seiner Darbietung einen Charakter, bei dem man schon in den ersten Zügen des Films darauf brennt, wie er wohl in Zukunft mit den Avengers interagieren wird. Auch die Nebencharaktere Rachel McAdams, Tilda Swinton und der allseits bekannte Zungenbrecher Chiwetel Ejiofor bieten eine mehr als solide Leistung bei der Einführung in die Magie.

Ein weiterer Punkt, der den neusten Teil der Marvel-Reihe besonders macht, stellen die Effekte dar. Wem in "Inception" schwindelig wurde, wird in "Dr. Strange" nach kurzer Zeit aus dem Saal rennen. Die Effekte wissen in eindrucksvoller Weise die magischen Kämpfe mit einer sich stetig verändernden Umwelt in Szene zu setzen, was den Zuschauer im Staunen verbleiben lässt. Eigentlich kennt man vom Regisseur Scott Derrickson eine eher düstere Atmosphäre nach seinen Projekten "Sinister" oder "Erlöse uns von dem Bösen" - dies trifft jedoch bei "Dr. Strange" nicht zu, aufgrund des farbgewaltigen Bildspektakels und witzigen Dialogen angeführt durch Benedict Cumberbatch.

 © Walt Disney Studios Motion Pictures

 Film-FANs wird längst aufgefallen sein, dass Mads Mikkelsen bisher noch nicht den Weg in dieses Review gefunden hat. Dies liegt leider daran, dass sowohl die Screentime, als auch seine Bedrohlichkeit eher eingeschränkt ist und man seine Eiseskälte im Charakter vermisst. Des Weiteren handelt es sich trotz der nächsten Etappe des Marvel-FANiversums immer noch um eine Origins-Story, deren Möglichkeiten etwas eingeschränkt sind.

 

Insgesamt überwiegen allerdings die positiven Aspekte des Films. Für Marvel-Anhänger und Benedict Cumberbatch-FANs ein absolutes Muss, allerdings auch für schwindelfreie Fantasy-Freunde.

+ Benedict Cumberbatchs Leistung

+ witzige Dialoge

+ überragende Effekte

+ Dramatik zu Beginn des Films

- Mads Mikkelsen etwas blass

- Story, obwohl sie im Gesamtmarvel-Kontext hochinteressant ist, doch etwas eingeschränkt