Game Review: Battlefield 1 - Der Langzeittest

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EA und DICE gehen mit Battlefield 1 zurück zu den Wurzeln der Shooter-Reihe und liefern einen Multiplayer-Shooter ab, der frischen Wind in den mit Neuzeit- und Zukunfts-Shootern überschwemmten Markt weht. Wir haben das Spiel ausgiebig getestet und sagen euch, was wir davon halten.


Battlefield 1 im ersten Weltkrieg? Ja!

Die Aufregung nach der Ankündigung von Battlefield 1 war sehr hoch. Da wir seit den Anfängen der Reihe jeden Ableger ausgiebig gezockt haben, waren wir umso mehr erfreut, dass EA den Schritt zurück in den grausamen und für damalige Verhältnisse höchst technischen Ersten Weltkrieg wagt. Wer jetzt denkt, Battlefield 1 spiele sich vergleichsweise ähnlich träge wie das Urgestein Battlefield 1942, liegt weit daneben. Das Spiel glänzt mit einer Inszinierung, die zumindest für aktuelle Verhältnisse ihres Gleichen sucht.

Der Multiplayer – Das Herzstück

Die Multiplayer-Schlachten sind enorm abwechslungsreich. Wie bei Battlefield üblich, stehen uns diverse Fahrzeuge wie Panzer, Motorräder oder Artelleriewagen zur Verfügung. Diese sind natürlich der Zeit entsprechend angepasst was Geschwindigtkeit und vor allem den Look angeht. Nicht nur bei den Fahrzeugen orientiert sich der Shooter an den damaligen Verhältnissen, sondern kann auch mit dem Design und dem Sound der verschiedenen Waffen punkten. Vorbei sind die Zeiten, in denen man zig verschiedene Visiere, Laserpunkt-Apparaturen oder hochmodernes C4 verwenden konnte. Gesprengt wird jetzt mit Dynamit-Paketen und Stielhandgranaten.

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Der "Rückschritt", welcher keiner ist, bringt so viel neue Energie in das Spielgeschehen, dass wir gar nicht mehr aufhören wollen uns in den Modi Eroberung, Rush, Vorherrschaft und Team-Deathmatch die Köpfe einzuschießen. EA und DICE gehen hier genau den richtigen Schritt und verzichten nach dem eher technisch unausgereiften Battlefield 4 auf weitere fiktive Kriege, die in der Zukunft stattfinden. 

Zu den bekannten Modi gesellen sich noch der Operations- und der Brieftaubenmodus. Die Operationen könnten der neue Multiplayer-Modus im Battlefield-Universum werden. Hier ziehen wir wahlweise mit 40 oder 64 Spielern in den Krieg und müssen in jedem Sektor zwei verschiedene Punkte einnehmen. Gelingt es dem angreifenden Team, geht es in den nächsten Sektor. Können die Verteidiger die Angreifer davon abhalten die Punkte einzunehmen, senken sie die Tickets des attackierenden Teams. Gewinnen die Verteidiger, bekommen die Angreifer noch zwei weitere Chancen den Sektor einzunehmen und werden dabei von einem Behemoth unterstützt (Luftschiff, Panzerzug oder Dreadnoughts bzw. Kampfschiffe).

Apropos Behemoths bzw. Ungeheuer: Die Behemoths sollen in den Modi Eroberung und Operationen das Team unterstützen, welches hinten liegt. Nicht selten kommt es vor, dass die Partien dadurch komplett gedreht werden. Um ein Behemoth zu zerstören, bedarf es der vereinten Feuerkraft des ganzen Teams. 

Und der Singleplayer?

Auch dieses Mal spendiert uns DICE wieder einen Singleplayer-Modus. Allerdings wird hier keine zusammenhängende Geschichte erzählt, sondern eher die persönlichen Erfahrungen von einzelnen Soldaten, die an den unterschiedlichen Schauplätzen am Krieg teilgenommen haben. Die teilweise auch amüsanten Zwischensequenzen sind dabei gut inszeniert und versuchen zumindest dem jeweiligen Charakter etwas Tiefe zu verleihen. So spielen wir zum Beispiel einen jungen Panzerfahrer der britsichen Streitkräfte oder einen italienischen Elite-Soldaten in den Alpen. Jeder Charakter erlebt so seine eigene Geschichte. Besonders gut hat uns die Integration der Legende "Lawrence von Arabien" gefallen. Aber wir wollen nicht zu viel verraten.


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Abschließend bleibt zu sagen, dass der Singleplayer auf jeden Fall besser ist, als im Vorgänger Battlefield 4. DICE versucht hier etwas mehr über die emotionale Schiene zu kommen und den Spieler an die Schicksale der Charaktere zu binden. Dennoch kam es uns häufig so vor, als ob die einzelnen Missionen eher ein etwas zu groß geratenes Tutorial für den Multiplayer sind. Nicht selten mussten wir verschiedene Punkte einnehmen und, ganz wie im Spielmodus "Eroberung", einer Flagge dabei zusehen, wie sie die Farbe wechselt. Aber dies soll nicht weiter stören, da Battlefield seinen Fokus immer ganz klar auf den Multiplayer gelegt hat.

Gibt es denn gar nichts zu meckern?

Leider doch! Der Umfang des Spiels ist wie heutzutage üblich eher mau. Zwar hat man mit dem Aufsteigen der Ränge im Multiplayer gut zu tun, jedoch ist es nicht besonders aufwändig die Waffen freizuschalten. Zudem gibt es mit den Briten, den Amerikanern, den Deutschen, den Italienern und Österreich-Ungarn nur fünf Nationen. Da fragt man sich doch, wo die Franzosen und Russen geblieben sind? Schließlich waren diese wichtige Mitglieder der damaligen Triple-Entente im ersten Weltkrieg. Tja, leider werden sie erst mit einem der insgesamt vier geplanten DLCs den Weg ins Spiel finden. Der erste davon erwartet uns übrigens erst im März 2017. Schade!

 

Dennoch können wir jedem Battlefield-FAN und solchen, die es noch werden wollen, dieses Multiplayer-Meisterwerk nur wärmstens empfehlen. Für ein paar interessante Eindrücke, schaut ihr euch am besten unbedingt noch unser Review-Video zu Battlefield 1 an!

Update: Erster DLC

Der erste DLC zu Battlefield 1 rückt langsam in greifbare Nähe. In dem kurzen Clip sehen wir, dass die Franzosen nun ins Spiel integriert werden und vermutlich auch ein neuer Behemoth in Form eines riesigen Stahlkolosses. Dieser sieht ganz nach dem französischem "Char 2C" aus, einem gewaltigen Tank mit Platz für eine ganze Abteilung. So greifen die Behemoths nun auch auf dem Land in das Spielgeschehen ein. Vielleicht stellt der Soldat sogar eine neue Eliteklasse dar. Wir sind gespannt auf weiteres Material!

+ Sehr gute grafische Darstellung

+ Gut erzählte Geschichten (Singleplayer)

+ Battlefield typischer Multiplayer

+ Zeitsprung zurück zu den Wurzeln der Reihe

+ Sehr spannender Operationsmodus

- Zu wenig Umfang im Multiplayer

- Kostenpflichtige DLC's

- Singleplayer teilweise wie ein großes Tutorial aufgebaut

 


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