Film Review: Assassin's Creed

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"Assassin’s Creed" ist endlich in den deutschen Kinos angelaufen und Gamer aus aller Welt sind seit der ersten Trailer-Veröffentlichung in einer Extase von Vorfreude gefangen. Erfahrt hier, inwiefern die Spieleverfilmung den Erwartungen gerecht wird.


Ein neuer Versuch einer Spieleverfilmung

"Nichts ist wahr, alles ist erlaubt“ - dieses Kredo der Assassinen gilt nicht für alle Spieleverfilmungen. Denn trotz guter Voraussetzungen haben es Verfilmungen von Videospielen immer wieder geschafft FANs zu enttäuschen. Dem wollte Ubisoft mit dem neuen Werk und einem üppigen Budget ein Ende setzen und erreicht dies auch in einigen Aspekten. Grundlegend dürfte die Story vielen FANs der Videospiele bekannt vorkommen. Diese ist dabei in Rahmen- und Binnenhandlung aufgeteilt. In der Rahmenhandlung befinden wir uns in der heutigen Zeit auf den Spuren von Callum Lynch, der von einer Organisation festgehalten wird, um die Erinnerungen seiner Vorfahren zu durchleben. Dadurch soll er ein besonderes Objekt für sie finden. Sie benutzen eine hochmoderne Technologie namens "Animus", die unseren Charakter in das 15. Jahrhundert befördert, wo er als Assassine die Vorhaben der Templer vereiteln muss.  

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Von der Konsole auf die Leinwand

Die Rahmenhandlung wird dabei interessant und spannend dargestellt und Michael Fassbender glänzt mal wieder mit dramatischen Emotionen, was er zuvor schon in vielen anderen Filmen unter Beweis gestellt hatte. Währenddessen mimt Marion Cotillard die unnahbare, kühle Wissenschaftlerin - eine Rolle wie für sie gemacht. Sonst bedarf es bei den restlichen Charakteren keinerlei großer Erwähnung, denn diese überlassen unseren beiden Protagonisten weitestgehend das Feld.

 

Ein Aspekt in dem "Assassin’s Creed" über alle Maße punkten kann, ist das gesamte Setting und die Aufmachung beider Handlungen. Das Labor wirkt zugleich steril, düster und dürfte gerade Anhängern der Spiele ein vertrautes Gefühl geben, denn dieses wurde dem ursprünglichen Abstergo-Labor sehr gut nachempfunden. Eine Neuerung gibt es dabei beim Animus, denn durch diesen kann Michael Fassbender die Bewegungen seines Alter Egos hautnah miterleben, was in vielen Kampfszenen sehr spektakulär aussieht.

 

Die Präsentation der Binnenhandlung setzt allerdings für zukünftige Spieleadaptionen neue Maßstäbe. Die Kämpfe sind in Abläufen, Bewegungen und generellem Stil sehr nah an den Spielen und lassen FANs das Herz strahlen. Man hat einfach Lust auf mehr und will am besten noch im Kino zum Controller greifen und die Reihe noch einmal von vorne durchspielen.

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Vergleich von Film und Spiel. Vor allem die Bewegungsabläufe kommen Spielern sehr bekannt vor!

Viel verschenkt!

Die Binnenhandlung ist dabei allerdings auch der größte Schwachpunkt des Films, denn Handlung muss man hier wirklich im weitesten Sinne verstehen, um es unter dieser Definition noch mitzunehmen. Die Animus-Ausschnitte sind relativ zusammenhangslos und eine Auseinandersetzung mit den Charakteren in der Vergangenheit sucht man vergeblich. So entsteht leider keinerlei Charaktertiefe des Assassinen Aguilar. Dies ist sehr Schade, da "Assassin’s Creed" dabei das Potenzial vergibt, Zuschauer in die Welt von damals eintauchen zu lassen. Dabei hilft auch nicht die Tatsache, dass sämtliche Dialoge in Spanisch vertont wurden. Dies hätte man sich komplett sparen können, denn die Untertitel lenken nur von den authentischen Kostümen der Darsteller und der Szenerie ab.  

 

Insgesamt ist "Assasins’s Creed" eine solide Verfilmung. Natürlich hätte man sich gerade von der Geschichte in Spanien wesentlich mehr Filmanteile gewünscht und gerade für Zuschauer, die sich noch gar nicht mit dem Assassin’s Creed FANiversum auseinandergesetzt haben, kann die Geschichte etwas verwirrend sein. Für FANs der Spiele kann man eine Sichtung jedoch wärmstens ans Herz legen, Kampf- und Parkourszenen sind mit großer Detailliebe den Spielen nachempfunden und machen einfach Lust auf mehr! Es bleibt zu hoffen, dass diese in weiteren Verfilmungen mehr in den Vordergrund gerückt werden. 

+ Rahmenhandlung spannend gestaltet

+ Kampf- und Parkourszenen wie in den Spielen

+ Schauspielerleistung von Michael Fassbender und Marion Cotillard

- Binnenhandlung eigentlich nur aneinander gereihte Action-Szenen 

- Ablenkung durch fehlende Übersetzung der Dialoge 

- Die Wechsel zwischen Animus und Mittelalter zu hektisch