Superheldenfilme sind doch alle gleich! Oder etwa nicht?

via Huffingtonpost

In den letzten Jahren schleuderten die großen Franchise-Produzenten Marvel und DC einen Helden nach dem anderen auf die Leinwand. Das Film-Genre "Superhelden ist ein Millionen-Dollar-Geschäft. Diese Tatsache ruft auch kritische Stimmen auf den Plan, die behaupten, dass das Genre mittlerweile zu einem großen Einheitsbrei vermischt wurde und die FANs mit jedem neuen Film nur noch Altbekanntes zu sehen bekommen. Doch stimmt das wirklich?

 


Das Superhelden-Rezept

Für einen typischen Superhelden-Film nehme man:  

  1. Eine Person - männlich, weiße Hautfarbe - der dank seiner (oft neu entdeckten) Fähigkeit/en über die Möglichkeit verfügt der Menschheit Gutes zu tun. 

  1. Eine unschuldige Großstadt gerne gewählt wird hierfür NYC. 

  1. Eine gutaussehende junge Frau, die Potenzial vorweist irgendwann an der Seite des Superhelden zu landen.  

  1. Einen verrückten Neider, der auch irgendwie mit dem Superhelden in einer Beziehung steht. 

Im ersten Drittel des Films wird der Gegner vorgestellt: Entweder wird es ein Film á la Bösewicht versus Superheld oder wahlweise Superheld versus Superheld. Die Liebschaft zwischen Hauptfigur und junger Frau kann aus speziellen Gründen nicht entstehen und es gibt einen Moment, an dem die Bewohner der Stadt den Superhelden hassen. Nach einem mehr oder weniger kreativen Plot-Twist findet am Ende der klassische Showdown gegen den Endgegner statt - natürlich mit: 

  1. Vielen Explosionen, einstürzenden Gebäuden und vergleichbaren computeranimierten Special-Effects 

  1. Und nicht zu vergessen: am Ende muss der Held seine Herzdame in den Armen halten 

Voilà – fertig ist der Superhelden-Streifen! 

Viele Filme mögen tatsächlich oft dem gleichen Muster folgen. Doch trotz der scheinbaren Fließbandproduktion hat Hollywood noch genügend Erfolg mit seinen Superhelden. So lange  die Zuschauer Tickets kaufen und die Helden auf der Leinwand sehen wollen, fokussieren sich die Produzenten auf die ergiebige Comicbuch-Kultur der letzten 60 Jahre. 

© 20th Century Fox

Der Deadpool-Effekt

Betrachtet man jedoch die letzten Jahre Filmgeschichte genauer, haben sich die Helden bereits verändert. Die Hauptfiguren sind nicht mehr nur die prächtigen Galionsfiguren, sondern entwickeln sich hin zum Typ "lässig". Superhelden sind uns am sympathischsten, wenn sie sich selbst nicht zu ernst nehmen. Oder wenn sie - wie wir - auch mal mit dem Alltag oder mit ihrem Selbstwert zu kämpfen haben. Allgemein wenn sie fehlerhafte Charaktere darstellen, die sich selbst fragen, was eigentlich Gut und Böse ist.  

 

Die ungenierte Art unserer Lieblingshelden Tony Stark, Deadpool oder der Truppe von "Guardians of the Galaxy" zeigen, dass es  genau diese Individualität ist, die wir in Superhelden-Filmen sehen wollen. Mehr Kreativität und Mut ist also bei der Produktion von neuen Helden gefragt. 

Frauen an die Macht!

Vielleicht bringt ebenfalls ein Rollentausch etwas Erfrischung in das veraltete Superhelden-Rezept, denn weibliche Superheldinnen sind im Kommen. Ihren Erfolg durften sie bereits in Serien wie "Jessica Jones", "Supergirl" und "Agent Carter" feiern.  Nachdem "Batman vs. Superman" eher gemischte Kritiken hervorbrachte, freuen sich viele FANs auf DCs neuen Film über Heldin "Wonder Woman" dieses Jahr.

© Warner Brothers

"Zu viele" Superhelden-Filme gibt es jedenfalls noch lange nicht und übersättigt sind wir auch noch nicht. Filmemacher werden weiter Erfolg in dieser Ära der Superhelden haben. Hollywood muss wissen wie es geht, schließlich haben sie auch 30 Jahre lang erfolgreich Western-Filme produziert. Und wir freuen uns schon auf die versprochenen Filme im Jahr 2017 wie "Logan", "Guardians of the Galaxy Vol. 2", "Wonder Woman", "Spiderman: Homecoming" und viele mehr!