Buch Review: Harry Potter und das verwunschene Kind

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Zusätzlich zur Ankündigung des neuen Kinofilms im Potter-Universum, löste auch das im vergangenen Sommer erschienene Buch von J.K. Rowling einen erneuten Wahn aus. Die Autorin führt die Geschichte von unserem Lieblingszauberer in einem 8. Teil fort und setzt uns zurück in unsere liebgewonnene Zaubererwelt. Ob diese etwas andere Geschichte sich in die Reihe einfügen kann, erfahrt ihr in unserem Review zum Buch.


Viele Jahre der Freude

Mit Harry Potter sind wir teilweise aufgewachsen - das erste Buch erschien 1997, die erste Verfilmung 2001. Wir verschlangen alle Bücher, lasen sie wieder und wieder, warteten auf die Filme, sahen sie uns im Kino an und zuhause gleich nochmal. Als das endgültig letzte Buch gelesen und der letzte Film gesehen war, standen uns FANs Tränen in den Augen. Jetzt sind wir wohl erwachsen geworden, genauso wie unsere Helden Harry, Ron und Hermine. Aber „alles war gut“, wie Rowling ihre Romanreihe beendete. Die Geschichte war logisch und abgeschlossen. Alle weiteren Bücher fanden zwar im Potter-Universum statt, waren aber vom Geschehen abgekapselt.

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Neues aus dem Harry Potter Universum

Zu Beginn des letzten Jahres wurde angekündigt, dass es ein Theaterstück als Fortsetzung der Harry-Potter-Erzählung geben soll. Kurz darauf die Nachricht, dass das Skript als Buch veröffentlicht wird. Im Sommer ist es soweit: FANs rennen in die Bücherläden und verschlingen abermals das knapp über 300-seitige Buch. Wir sind zurückversetzt in unsere Potter-Welt. Aber die Meinungen zum Buch sind stark geteilt, die Leser stehen der Fortsetzung kritisch gegenüber.  

 

Inhaltlich spielt die Geschichte 19 Jahre nach dem letzten Buch "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes". "Harry Potter und das verwunschene Kind" thematisiert nun nicht in erster Linie Harry Potter selbst, sondern eben jenes "verwunschene Kind" - seinen Sohn Albus Severus. In dieser Geschichte ist er es, der sich mit seinem Freund Scorpius, Draco Malfoys Sohn, in ein Abenteuer stürzen darf.  

 

Die ursprüngliche Harry Potter-Reihe hat sich dadurch ausgezeichnet, dass es der Autorin Rowling gelungen ist, ein ganzes Universum zu schaffen, was in sich geschlossen ist und in das wir hereingewachsen sind und immer neue Dinge kennengelernt haben. In diesem Buch ist es anders: Wir kennen die Welt und die Hauptfiguren sind ebenfalls mit dieser vertraut. Die Geschichte wurde kurzgehalten, auf ausschweifende Szenerie-Beschreibungen und Dialoge, wie man es über Hogwarts und die Zauberwelt kennt, wurde verzichtet.

via t-online

Kurzgeschichte statt Roman

Es handelt sich, wie bereits erwähnt, nicht um einen Roman, sondern um das Skript zu einem Theaterstück und ist somit erst einmal ungewohnt zu lesen. Jedoch gewöhnt man sich bereits nach ein paar Seiten an den Stil. Wie es im Theater üblich ist, wird die Atmosphäre von den Schauspielern und dem Bühnenbild übermittelt. Zuhause ist die Geschichte des Skripts also abhängig von der Fantasie des Lesers. 

 

Trotz aller Fantasie sind einige Logikfehler enthalten und die Handlungen der Hauptfiguren sind manchmal schlecht nachvollziehbar. Es fühlt sich an, als haben sich die Persönlichkeiten unserer üblichen Hauptfiguren stark verändert und die neuen Figuren sind zunächst ungewohnt. Jedoch fügt sich die Geschichte durch Rückblicke in die vorherigen Bände ein und man freut sich, dass alte Erinnerungen aufgeweckt werden. Getreu der Botschaft der bisherigen Bücher, wird auch hier wieder vermittelt, dass Freundschaft eine der wichtigsten Dinge im Leben sein sollte.

Die Atmosphäre bleibt erhalten

Das Buch kann man schnell verschlingen und wir sind der Meinung, dass man sich auch nach den vielen Jahren Lesepause wieder heimisch fühlt in der Welt der Zauberer. Es ist ein kurzweiliges, aber spannendes Buch, welches jedoch inhaltlich leider nicht in die Tiefe geht. Das erwarten wir aber auch nicht von einem Skript für ein Theaterstück, dass Unterhaltung für einen Abend bringen soll... und genau das tut es auch, ohne dass man dafür nach London reisen muss.

+ Interessante Fortsetzung der Geschichte (inhaltlich)

+ Bekannte Orte und Charaktere wecken Erinnerungen

+ Man wird gut durch die Handlung geführt

- Einige Logikfehler

- Handlungen der Figuren nicht nachvollziehbar

- Verfemdete Rollen der bekannten Figuren

- Inhaltlich wenig Tiefe


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