Film Review: xXx 3 - The Return Of Xander Cage

© Paramount Pictures

Xander Cage is back! 14 Jahre nach dem ersten Teil kehrt Vin Diesel als Adrenalin-Junkie und gezwungener Spion zurück. In unserem Review erfahrt ihr, ob sich der Gang ins Kino lohnt.


Vin fährt nur mit Diesel...

Vin Diesel als Xander Cage – eine Rolle, bei der viele dachten dieser Schauspieler wäre in sie hereingeboren, aber doch eine Ernüchterung erfuhren, als dieser im zweiten Teil durch Ice Cube ersetzt wurde. Nun hat sich Vin Diesel jedenfalls einen Ruck gegeben und darf nochmal ordentlich Gas geben im dritten Teil der Reihe. Diesmal allerdings nicht als Standalone-Kämpfer, sondern mit Unterstützung eines Teams. Die Story ist dabei - wen wird’s auch überraschen - nebensächlich. Irgendjemand hat die Möglichkeit gefunden, Satelliten auf die Erde stürzen zu lassen und so beginnt der Wettlauf um die mysteriöse Büchse der Pandora/Fernsteuerung, die aussieht als könnte man damit eine handelsübliche Carrera-Rennbahn bedienen.

 

Hört sich im ersten Moment etwas trashig an, ist es im zweiten Moment aber auch. So sehr man es auch dreht und wendet, xXx 3 versucht natürlich seine beiden Vorgänger in allen Maßen zu übertreffen und verpasst dabei leider an der ein oder anderen Stelle, dass Weniger doch manchmal ein bisschen Mehr sein kann. Gerade zu Beginn ist die Einleitung der Geschichte so rasant und cool, dass man die Regentropfen in der dominikanischen Republik als Eiszapfen vom Himmel fallen sieht. Dies ist leider doch sehr übertrieben. Dialoge und Handlung sind selbst für einen Actionfilm extrem kurz aufgesetzt, sodass selbst ein Van Damme-FAN der ersten Stunde sagt: „Nope, das kauf ich denen nicht ab!“. 

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Action, Action, Action, achja... und natürlich viel Action!

Diese Übertreibung findet natürlich auch in den Action-Szenen statt und so ist man an einem Punkt angelangt an dem sich die Geister scheiden. Dabei sind beide Positionen in Grundzügen nachzuvollziehen. Aber wenn der dritte Rückwärtssalto in einem Kampf auf Leben und Tod gemacht wird, kann ein jeder nachvollziehen, dass irgendwann auch mal gut ist. Allerdings sind natürlich die rasanten und vor allem extremen Action-Szenen gewollt und machen auch optisch einiges her. Vin Diesel lässt dabei wie immer keinen Zweifel, dass er möglicherweise eines der coolsten Geschöpfe auf Erden ist. Diesmal ist er aber nicht alleine, sondern bekommt prominente Unterstützung: Donnie Yen und Tony Jaa verleihen dem Film einen guten Martial-Arts Hauch, Ruby Rose und Deepika Padukone bringen dabei elegante Frauenpower mit in die wilden Schießereien und zu guter letzt Rory McCann, besser bekannt als "der Hund" aus Game Of Thrones, sowie Kris Wu sorgen für viele Lacher während des Spektakels. Hinzu kommt noch eine sehr starke CIA-Assistentin verkörpert durch Nina Dobrev, die die ganze Komposition mit witzigen Vorbereitungen abrundet. Insgesamt also alles in Ordnung...

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Wäre da nicht Toni Collette! Wenn man in die Kiste der Fehlbesetzungen schaut, muss man nach diesem Film eine besondere Kategorie für ihn eröffnen. Wer auch immer beim Casting für einen knallharten NSA-Agent saß, hat dabei wohl noch nie einen Film mit Toni Collette gesehen. Vielleicht war nach der Starbesetzung einfach nur ein Residuum an Gage zur Verfügung und man war zu diesem Schritt gezwungen. Aber in jeder Szene mit dieser Schauspielerin denkt man, es würde sich ein Fremdkörper in dem Film befinden. Selbst wenn der Rest des Films übertrieben ist, in dieser Rolle findet man seinen perfekten Sündenbock und das auch zu Recht.

Insgesamt ist "xXx 3" leider nur ein durchschnittlicher Actionfilm geworden und kann an die Erfolge des ersten Teils nicht anknüpfen. Wenn man sich auf die teilweise sehr trashige Story einlassen kann und sich einfach mal 107 Minuten mit Action berieseln lassen will, der sollte sich "xXx 3 - The Return of Xander Cage" trotzdem zu Gemüte führen.

+ Beeindruckende Actionszenen

+ Spektakuläre Kämpfe (Ip Man lässt grüßen)

+ Interessante Teamzusammenstellung - die Chemie stimmt

+ Nina Dobrev macht als eine Art verpeilter "Q" einen guten Job

- Grottenschlechte Toni Collette

- Sehr flache Story, auch für hartgesottene Genre-FANs

- Neymar sollte doch besser beim Fußball bleiben

- Stil der Dialoge ist gewöhnungsbedürftig