Buch Review: Eragon

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Diesmal haben wir uns die Eragon Buchreihe vorgenommen und sagen euch, was wir davon halten. Für FANs von "Game Of Thrones" ist diese Reihe die perfekte Möglichkeit, die Wartezeit bis zum nächsten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" zu verkürzen.


Von Mittelerde haben wir uns 2014 schweren Herzens verabschiedet und auf "Game of Thrones" müssen wir uns auch noch eine gefühlte Ewigkeit gedulden. So manch ein Fantasy-FAN weiß in dieser scheinbar fantasyfreien Zeit nicht so recht, in welches Abenteuer er sich stürzen soll. Anders als üblich wollen wir euch dieses Mal eine Buchreihe ans Herz legen, die euch die Wartezeit ein wenig versüßen kann. Die vier Eragon-Bänder ("The Inheritance Cycle" = der Name der Tetralogie) handeln von einem Bauernjungen namens Eragon und seinem Drachen Saphira, die zusammen in unzählige Abenteuer geworfen werden und vor eine schier unmögliche Aufgabe gestellt werden. Mehr über die Story, nennenswerte Eigenschaften und Gemeinsamkeiten zu Fantasy-Schlachtschiffen wie "Herr der Ringe" erfahrt ihr im folgenden Artikel.

 

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Die Handlung

Alagaësia. Ein Land voller Magie und zauberhafter Geschöpfe, dessen Frieden sowie das Gleichgewicht zwischen den dort lebenden Völkern von dem Orden der Drachenreiter gesichert wurde. Nach dem Sturz der Drachenreiter hat es sich in ein kaltes Imperium verwandelt, dass mit eiserner Hand regiert wird. 

 

In dieser Welt entdeckt der Bauernjunge Eragon Jahrzehnte nach besagtem Niedergang des Ordens bei einem Jagdausflug einen blauen Edelstein, der sich im weiteren Verlauf der Geschichte als eines der letzten verbliebenen Dracheneier herausstellt. Schon bald schlüpft die Drachendame Saphira - Eragons neue Weggefährtin.

 

Gemeinsam werden die beiden in ein überwältigendes Abenteuer geworfen. Nachdem die beiden von unbekannten Wesen gejagt werden, beschließen sie von zuhause zu flüchten, um Eragons Familie, sein Dorf und deren Einwohner zu schützen. Schnell wird klar, dass der König des Imperiums hinter dem neuen Drachenreiter her ist, da er sich vor der Entstehung eines neuen Ordens fürchtet. Von den Schergen des Königs quer durchs Land getrieben, gelangen die beiden zu einer Widerstandsgruppe, die es sich zu Aufgabe gemacht hat, gegen das Imperium und dessen König zu kämpfen. Eragon und Saphira werden auf einmal zur neuen Hoffnung der Rebellion und sollen das Unmögliche möglich machen. Sie sollen den Mann töten, der es geschafft hat, den gesamten Orden der Drachenreiter zu vernichten.

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Drachen als Transportmittel und Haustiere?

Drachen - die wohl gefürchtetsten Kreaturen in praktisch jedem Fantasy-Abenteuer werden degradiert zu putzigen Haustieren und "besseren Pferden"? So hört sich wahrscheinlich der Grundtenor für viele an. Jedoch wird relativ früh klar, dass diese Aussage mehr als nur unzutreffend ist. 

 

Anders als in den meisten Fantasy-Geschichten sind Drachen in der Welt Eragons nicht nur feuerspeiende und fliegende Echsen. Tatsächlich sind sie in diesem Universum tiefgründiger und vielschichtiger, als in jedem anderen Universum. Sie sind unglaublich intelligent, stolz, können die menschliche Sprache verstehen und sich mit Hilfe ihres Geistes telepathisch mit ihnen unterhalten. Das führt dazu, dass man zu keinem Zeitpunkt der Geschichte das Gefühl bekommt, Eragon würde Saphira "besitzen" und ihr "Herrchen" sein. Oftmals ist sogar Saphira diejenige, die Entscheidungen vorschlägt und Eragon Ratschläge erteilt (auch wenn sie 15 Jahre jünger ist als er). Schnell wird klar: Saphira ist kein einfaches Tier. Sie wirkt von Ihrem Wesen her sehr menschlich, besitzt Empathie, ist zu positiven Gefühlen wie Liebe und Freude sowie negativen Gefühlen wie Trauer, Zorn und sogar Eifersucht fähig. Außerdem sind Drachen in der Lage, bis zu einem gewissen Grad Magie anzuwenden. Jedoch kommen sie genau wie Menschen nicht perfekt auf die Welt. So entwickelt sich Saphira wie Eragon im Laufe des Abenteuers immer weiter und vollzieht genau wie ihr menschlicher Weggefährte mehrere Charakterentwicklungen. Sind die beiden zu Beginn noch unerfahren und kindisch, zwingen spätere Erlebnisse die beiden zu reifen und sich sowohl körperlich, als auch geistig weiterzuentwickeln.

Ein Welt voller Magie, Regeln und Hintergründe

Magie… Zum gefühlt tausendsten Mal wird uns eine Geschichte präsentiert, in der dieses übermächtige Werkzeug existiert, welches so gut wie alles möglich macht und oftmals ohne genauere Erläuterungen hingenommen werden muss. Anders als in anderen Universen ist in der Welt von Eragon Magie eher eine Art Wissenschaft. Sie ist nicht allmächtig und unterliegt in sich konsequenten Regeln, die genau beschrieben werden und von dem Leser nachvollziehbar sind. Es muss nicht einfach hingenommen werden, wenn jemand etwas Übernatürliches tut, da Zauber genauestens beschrieben werden. Beispielsweise wird erklärt, wie es Eragon schafft sich mithilfe eines Zaubers unsichtbar zu machen. Dies geschieht, indem er die Lichtstrahlen umleitet, die auf ihn geworfen werden, wodurch das menschliche Auge ihn nicht mehr erkennen kann. Man erkennt bereits an diesem Beispiel, wie Stark Magie und Naturwissenschaft in diesem Universum zusammenarbeiten.  

 

Genauso facettenreich wie Magie ist die gesamte Welt. Simples Gut und Böse gibt es nicht. Jede Partei hat seine eigene Motive und Gründe für ihre jeweiligen Taten. Selbst die furchteinflößenden Urgals (Ork-ähnliche Wesen) sind nicht einfach nur böse Kreaturen, die es lieben zu töten. Auch Sie besitzen eine eigene Kultur und einen nachvollziehbaren Hintergrund. Selbst der Hauptantagonist ist nicht das absolut Schlechte in dieser Welt, was dazu führt, dass der Zuschauer sich nie klar auf eine Seite stellen kann, sondern immer wieder neue Aspekte der jeweiligen Akteure kennenlernt.

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Buch vs. Film

Zu guter Letzt wollen wir den Kennern des Films noch raten, das Buch nicht auf dieselbe qualitative Stufe wie den existierenden Film zu stellen. Viele wichtige Aspekte der Geschichte wurden in dem Film geändert oder ganz weggelassen, um die Laufzeit nicht zu sprengen. Dies führt dazu, dass die Geschichte sehr hastig und lückenhaft dargestellt wird. Falls ihr also bei Büchern nicht direkt die Flucht ergreifen wollt und ihr euch bis "Game of Thrones" und Mittelerde zurückkehren in ein neues Abenteuer stürzen wollt, legen wir euch diese Buchreihe wärmstens ans Herz. Für die Lesefaulen gibt es sogar ein wirklich hervorragendes Hörbuch.

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Lesestoff für Zuhause:

Du stehst auf Drachen? Da haben wir was für dich: