Film Review: Hacksaw Ridge

© Summit Entertainment & Icon Film Distribution

Mel Gibson nimmt mal wieder als Regisseur Platz - das hört sich nach einem hohen Kunstblutaufkommen an. Diesmal wird eine wahre Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg erzählt. Einem der dunkelsten Kapitel der Menschheit mit "Spiderman"-Darsteller Andrew Garfield. Lest hier wieso "Hacksaw Ridge" mehr ist, als nur sinnloses Blutvergießen am Stück…


Der Soldat ohne Waffe

Mit "Hacksaw Ridge" läuft ein Oscaranwärter in den deutschen Kinos an. Sechs Oscarnominierungen ehren dabei die Regiewiederkehr von Mel Gibson. Die Zuschauer werden mit der ergreifenden Geschichte über den amerikanischen Soldaten Desmond Doss, gespielt von Andrew Garfield, während des Zweiten Weltkriegs überrascht. Inhaltlich findet der Film im Jahre 1945 während der Schlacht um Okinawa statt. Die Geschichte beginnt dabei mit einer kurzen Skizze des Soldaten und seiner Liebesgeschichte zu Dorothy Schutte, verkörpert durch Teresa Palmer. Darüber hinaus wird auch die häusliche Erziehung in einem sehr christlichen Kontext dargestellt. Unser strenggläubiger Soldat Doss entschließt sich nach dem Angriff auf Pearl Harbor der Armee anzuschließen, wie es in weiten Kreisen der Jugend in der damaligen Zeit üblich war. Dabei lehnt er es allerdings ab, Dienst an der Waffe zu leisten und möchte trotzdem mit seinen Kameraden als Rettungssanitäter in den Krieg gegen Japan ziehen. Dies gelingt ihm auch letztendlich und die Schlacht beginnt.

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Fesselnde Darstellung

Dabei geht es natürlich ordentlich zur Sache. Wie zu erwarten bei einem Mel Gibson-Film zischen die Kugeln um bzw. durch die Köpfe der US-amerikanischen und japanischen Soldaten. Doch nicht nur die Brutalität bewegt den Zuschauer - Schnitt und Soundeffekte sind dabei wirklich auf einem Weltklasse-Niveau, sodass "Hacksaw Ridge" in Bezug auf die Kriegsszenen bei Filmen, wie beispielsweise "Wir waren Helden" oder "Der Soldat James Ryan" locker mithalten kann. Die Darbietung von Andrew Garfield ist dabei sehr glaubwürdig und transportiert über die Schlachtszenen hinaus auch im Ausbildungslager der Armee die idealistischen Werte des Soldaten Desmond Doss. Auch hervorzuheben ist Hugo Weaving, der als Vater einen überaus tragischen Charakter als erster Weltkriegs-Veteran verkörpert.

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Genug geflirtet!

Die Vorgeschichte, insbesondere die Beziehung zwischen Dorothy und Desmond, ist dann doch etwas zu viel des Guten und wirkt vor allem neben den anderen sehr überzeugenden schauspielerischen Darbietungen sehr kitschig und doch tendenziell zu schön um wahr zu sein. Es gilt mal wieder der alt-bekannte Spruch: "Weniger ist manchmal etwas mehr". Dies lässt vor allem den Beginn des Films etwas befremdlich wirken, doch spätestens im Ausbildungslager sind Film-FANs mitgerissen durch das Durchhaltevermögen von Desmond Doss.

 

Zusammenfassend lässt sich eine klare Empfehlung aussprechen für Zuschauer, die sich auf dramatische Kriegsfilme einlassen können. Dabei sollte man allerdings kein dünnes Fell mitbringen, denn nicht nur in Sachen Brutalität geht der Film mit seiner mitreißenden Geschichte unter die Haut. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, bei der Mel Gibson die Skrupellosigkeit und Tragik eines Krieges darlegt. Somit handelt es sich bei "Hacksaw Ridge" nicht um einen Streifen für zwischendurch, sondern einen Film der die Besucher nachhaltig berührt.

+ Ergreifende Geschichte

+ Andrew Garfields und Hugo Weavings Performance

+ Kriegsszenen sehr intensiv

- Die Liebesgeschichte zu klischeebehaftet und kitschig


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