Film Review: I Am Your Father

© Lucasfilm

Nicht immer ist beim Thema "Star Wars" alles Friede, Freude, Eierkuchen... Es gibt auch durchaus die ein oder andere negative Geschichte im Zusammenhang mit Lucasfilm bzw. Disney. Gerade deswegen sollte jeder FAN die tragische Geschichte der Netflix Doku "I Am Your Father" über Darth Vader-Darsteller David Prowse gesehen haben!


Wer ist nun Lukes Vater?

Die Dokumentation beginnt mit wunderschönen Rückblenden und Ausschnitten von Fernsehinterviews, um uns den Darsteller David Prowse etwas näher zu bringen. Es wird hier (ziemlich inszeniert) gezeigt, wie ein junger Filmemacher - selbst ein riesiger Star Wars-FAN - versucht, eine legendäre Szene nachzudrehen, die dem eigentlichen Darsteller von Darth Vader (David Prowse) aus bis heute unnachvollziehbaren Gründen verwehrt wurde. Wie wir alle wissen ist es am Ende von "Rückkehr der Jedi Ritter" nicht Prowse, sondern der Schauspieler Sebastian Shaw, der unter Vaders Maske steckt als Luke ihm diese abnimmt.

 

Die Dokumentation erzählt auf teils sehr tragische Weise, wie es überhaupt dazu kam und welche Hebel der Filmemacher Marcos Cabota in Bewegung gesetzt hat, um diese legendäre Szene nochmal zu drehen - dieses Mal mit David Prowse. Von Anfangs bis Ende fiebert man mit und rätselt, ob Marcos es tatsächlich schafft. Dabei stellt man sich die ganze Zeit vor, wie die Szene mit David Prowse wohl aussehen könnte.


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Inszenierung einer Dokumentation

Eine Dokumentation auf diese Weise zu inszenieren grenzt wirklich an ein Meisterwerk. Die Interviews mit vielen Beteiligten an der ersten Star Wars-Trilogie fügen sich hervorragend in den Fluss der Erzählung ein. Neben Kenny Baker, Brian Muir oder Ur-HULK Lou Ferrigno haben es zahlreiche weitere Beteiligte in die Doku geschafft. Wir bekommen hier unterschiedliche Sichtweisen der Situation rund um David Prowses Besetzung als Darth Vader geboten. Es wird sogar auf die Tatsache Bezug genommen, dass Prowse damals kurz vor Kinostart von "Das Imperium schlägt zurück" einen der wohl berühmtesten Story-Twists in der Geschichte der Filme gespoilert hat.


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Warum läuft sowas nicht im Kino?

Netflix beweist mit dieser Doku mal wieder, dass sie wissen, wie man Filme und Serien mit spannenden und mitreißenden Geschichten produziert. Als Beispiel sei hier nur "Daredevil" oder "Stranger Things" genannt.

 

"I am your Father" ist eine rührende Geschichte, eine Hommage, eine Verneigung, sowie eine gleichzeitige Liebeserklärung an den Schauspieler des wohl berühmtesten Bösewichts aller Zeiten.  Wir empfehlen hier jedem Star Wars-FAN dringend sich diese Dokumentation anzusehen. Alle, die noch nichts von den Umständen und den Problemen in der Produktion von "Star Wars" wussten, wird hiermit eine Tür geöffnet, hinter der die Absichten und der Umgang mit Schauspielern der nach außenhin stets souveränen Lucasfilm Ltd. Corporation auf eine neue Weise dargestellt werden. Der sonst so hoch gelobte George Lucas und seine (ehemalige) Firma sind eben doch auch nur eine weitere Garantie, um Milliarden von Dollar zu generieren. Auch dann, wenn wir ihnen mit "Star Wars" das wohl schönste Science-Fiction-Märchen in der Geschichte zu verdanken haben.

+ Spannende und tragische Geschichte

+ Viele Hintergrundinformationen mit "Aha-Effekt"

+ Kritische Auseinandersetzung mit Interviewpartnern

- Teilweise zu sehr inszeniert und durchgeplant


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