Film Review: Imperial Dreams

© Netflix

Heute widmen wir uns erneut einer Netflix-Produktion, die etwas mit "Star Wars: Das Erwachen der Macht" gemeinsam hat: Hauptdarsteller John Boyega zeigt sich im Drama "Imperial Dreams" von einer anderen Seite. Ob ihm die emotionale Rolle des besorgten Straftäters auf den Leib geschnitten ist, erfahrt ihr hier im Review.


Finn als Gangster?

Wer jetzt denkt, wir bekommen eine weitere Präsentation von John Boyegas "Finn" aus "Star Wars: Das Erwachen der Macht" geboten, liegt weit daneben. Boyegas Charakterdarstellung hinterlässt durchaus bleibende Eindrücke, mit denen sich der Star Wars-Darsteller für andere Genrefilme empfehlen konnte. Das Drama "Imperial Dreams" erzählt nicht etwa von den Träumen des Imperators als er gemütlich beim Kaffee mit dem Oberkommando des Imperiums über die Zukunft philosophiert, sondern von einer tragischen Geschichte, die realistischer nicht sein könnte.

 

Der 21-jährige Bambi hat seine Haftstrafe wegen eines bewaffneten Überfalls abgesessen und kommt nun zurück nach Hause. Während seiner Zeit im Knast musste er seinen mit Drogen dealenden Onkel darum bitten, auf seinen vierjährigen Sohn aufzupassen, da die Mutter des Jungen ebenfalls im Knast sitzt. Eine denkbar tragische Ausgangssituation. Bambi hat sich nach seiner Haftstrafe extrem verändert und nimmt sich von nun an vor, für seinen Sohn da zu sein. Er will einen legalen Job finden, um die kleine Familie über Wasser zu halten. Dabei träumt er von einer Karriere als Schriftsteller und versucht auch auf diesem Weg erfolgreich zu werden. Dies wird ihm allerdings durch seinen kriminellen Onkel erschwert. Bambi muss sich nun endgültig entscheiden - ganz getreu dem Motto: Helle oder dunkle Seite der Macht...


© Netflix

John Boyega kann mehr als nur "FN-2187"

An seinem Charakter aus "Star Wars" scheiden sich bei den FANs die Geister. Was John Boyega jedoch in "Imperial Dreams" an schauspielerischer Leistung an den Tag legt, kann sich sehen lassen. Boyega spielt den bestraften und fürsorglichen Vater mit sehr großer Überzeugung. Seine Taten und Anstrengungen, um endlich ein normales Leben führen zu können, nimmt man ihm zu jeder Zeit ab. Schließlich ist es auch diese Netflix-Produktion, die ihm zu seiner Rolle im Star Wars-Universum verhalf.

© Netflix

Weniger ist manchmal mehr

Bis auf eine kleine Schusswechsel-Szene bekommen wir keine besonderen Action-Momente geboten. Der Film lebt nicht von wilden Gangster- und Drive-By Schießerein, sondern legt seinen Fokus auf eine klare Charakterdarstellung und Tragik. Wenn sich Bambi und sein Sohn jede Nacht in ihr kaputtes Auto verkriechen, um die Nacht zu verbringen, erkennt man die bittere Realität vieler armer Familien in den Vororten von Los Angeles und Miami. Drogen und Gewalt beherrschen die Straßen und es sind die vielen kleinen und großen Gangs, die hier den Ton angeben. Für alle, die mit solch einer Thematik nichts anfangen können, gibt es andere Filme, in denen dann auch mal ordentlich rumgeballert wird. 

 

Die Schwierigkeiten, die ein junger Mann bekommt, wenn er versucht aus dem Drogengeschäft auszusteigen, werden hier sehr gut dargestellt und man bekommt ein Gefühl dafür, was man als ehemaliger Straftäter leisten muss, um seiner Familie ein normales Leben zu ermöglichen.

 

Netflix zeigt wieder einmal, dass sie wissen wie man Filme und Serien mit authentischen Themen produizert. Mit seinen knapp 97 Minuten Laufzeit ist dieses Drama zwar etwas kurz geraten, jedoch reichen diese vollkommen aus, um einen Einblick in das harte Leben des Ex-Kriminellen zu bekommen. Wir hätten trotzdem gerne mehr von dieser Welt erfahren, durch die sich der junge Vater und sein Sohn mit allen Mitteln zum Wohlstand kämpfen muss.

+ Gute Charakterdarstellung durch John Boyega

+ Die traurige Realität wird sehr gut vermittelt

+ Regt zum Mitfühlen an

- Etwas zu kurz geraten

- In manchen Szenen etwas zäh


Weitersagen: