Serien Special: Modern Family

© 2017 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Neben all den Superhelden, Sci-Fi und Fantasy gibt es ebenfalls allerhand Comedy-Serien. In unserem Serien-Special möchten wir euch die mehrfach preisgekrönte Comedyserie "Modern Family" vorstellen, die mit der mittlerweile 6. Staffel auf dem deutschen Heimkinomarkt startet. Auf den ersten Blick hat sie nicht so viel mit den nerdigen Sachen gemeinsam, die wir so lieben - ganz ohne kommt sie aber doch nicht aus.


Fiction in der Machart

Es wird schnell klar, dass die Serie anders ist als die meisten Comedy-Serien. Das Fehlen von "Lachern aus der Dose" und völlig abgefahrenen, unrealistischen Elementen unterscheidet "Modern Family" von vielen Genre-Alternativen. Auch der Stil der Kameraführung und die Interaktion der Schauspieler mit der Kamera lässt sich in der Art nirgends wiederfinden. Zwar ist uns das Durchbrechen der sogenannten "Vierten Wand" bereits aus "Deadpool" oder "House of Cards" bekannt, bei "Modern Family" hat dieses Element jedoch eine andere Wirkung. Hierbei handelt es sich nämlich um eine "Mockumentary", also einer fiktiven Dokumentation, die einige parodistische Züge auf das Genre der Familiendokus enthält. Wir begleiten das Leben der Familie Pritchett in all seinen Facetten und erhalten dabei Einblicke in das chaotische, lustige aber stets innige Familienverhältnis. Wer jetzt denkt, es wäre trashig wie "Frauentausch", der irrt sich. Die Episoden sind jeweils ca. 20 Minuten lang und bieten sich damit wunderbar für das kurze TV-Vergnügen nebenher an.

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Ein alter Bekannter

Al Bundy (Ed O´Neill) hat die 90er mit der Sitcom "Eine schrecklich nette Familie" geprägt. In "Modern Family" ist Ed ebenfalls mit von der Partie und verkörpert eine der Hauptpersonen und Familienoberhaupt Jay Pritchett, eine Rolle die wirklich perfekt zu ihm passt. Seine Tochter Claire (Julie Bowen)und Sohn Mitchell (Jesse Tyler Ferguson) komplettieren die bunte Runde mit ihren jeweils eigenen Familien. Jay hat sich nicht lumpen lassen und hat im hohen Alter seine attraktive und deutlich jüngere kolumbianische Liebe Gloria (Sofia Vergara) gefunden, die ebenfalls Ziehsohn Manny mit in die Familie bringt. Ihr seht, ein zunächst wirrer Haufen unterschiedlicher Menschen. Alle haben ihre eigenen Probleme, Eigenarten und Besonderheiten – vielleicht hilft es noch zu wissen, dass Mitchell homosexuell ist und Partner Cam eine vietnamesische Adoptivtochter hat, Claire hat drei extrem verschiedene Kinder und mit Phil einen ebenfalls besonderen Ehemann. Es ist eben eine moderne Familie.

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Star Wars, Game of Thrones, Herr der Ringe…

Doch worum geht es eigentlich? Im Endeffekt handelt "Modern Family" von der Bewältigung des Alltags und den jeweiligen Geschichten der Familie Pritchett. Bei deren Konstellation sind gewisse Schwierigkeiten bereits vorprogrammiert. Dabei werden altbekannte Themen angesprochen, wie zum Beispiel der Stress mit den Eltern, der Schule, der Arbeit und vielem mehr. Wir sehen verschiedene Phasen im Leben der Familie und begleiten beispielsweise die Kinder beim "erwachsen werden" oder die Erwachsenen beim "reifer werden". 

 

Wie bereits erwähnt, kommt auch diese Serie nicht ohne den gewissen FANfaktor aus und setzt immer wieder einige nerdige Elemente ein. Seien es Anspielungen auf klassische Superhelden, Kämpfe auf dem Spielplatz um "Kings Landing" oder Hinweise auf Gandalf den Grauen. Nicht nur, dass Claires und Phils Sohn Luke heißt, auch Gaststars wie Billy Dee Williams haben ihren Auftritt. Um es in den Worten von Phil zusammenzufassen: "Oh mein Gott, das ist Lando!". Die Reihe der Gaststars kann sich dabei wirklich sehen lassen. Mit von der Partie sind u.a. Danny Trejo (Machete), Jesse Eisenberg (Zombieland) oder Edward Norton (Hulk, Fight Club).

Hohes Niveau über Jahre hinweg

Viele Serien verlieren mit der Zeit und zunehmender Anzahl von Staffeln etwas an Schwung und Niveau. Jedoch schafft es "Modern Family" auch mit der 6. Staffel den hohen Anspruch zu halten, ohne dabei in Klamauk, Tristesse oder Langeweile zu verfallen. Zeitlich setzt diese Staffel kurz nach dem Ende der 5. an und bringt die Protagonisten in neue, nur allzu lustige Situationen mit den Nachbarn, der schweren Wahl eines Colleges oder den aufkommenden "Alters-Wehwehchen". Die Gag-Dichte und die Erlebnisse sind dabei wie immer super in Szene gesetzt und laden dazu ein, wieder eine Folge mehr zu gucken, als man eigentlich wollte!

 

Immer wenn ein Charakter dazu neigt, zu sehr in ein Extrem abzudriften, grätschen die anderen Figuren dazwischen und gleichen dieses vermeintliche Manko aus. Negative Beispiele kennen wir seit den letzten Staffeln von "Two and a Half Men" oder "2 Broke Girls" zu genüge. Hier allerdings fällt es einem wirklich leicht, sich mit den Charakteren zu identifizieren - sei es in einzelnen Wesenszügen oder mit den kompletten Figuren. Der offene Umgang mit Themen wie Homosexualität oder Altersunterschieden in Beziehungen bieten einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Problemchen, ohne dabei aufgesetzt oder gezwungen zu wirken. Die Konstellation funktioniert blendend, Schwächen werden gekonnt ausgeglichen und insgesamt macht die Serie einfach Spaß beim Zusehen. Wer also auf der Suche nach einer netten und einfach lustigen Serie ist, der sollte sich "Modern Family" unbedingt näher anschauen.


+ Gelungene Familienkonstellation

+ Extrem witzig

+ Ed O´Neill perfekt besetzt

+ Viele nerdige Anspielungen

+ Bodenständig

- Einführung neuer Charaktere schwerfällig


Hol dir Modern Family nach Hause!


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