Film Review: Ghost in the Shell

© Paramount Pictures

Seit Donnerstag läuft die Realverfilmung von "Ghost in the Shell2 in den deutschen Kinos. Erfahrt hier, ob die viel diskutierte Hauptrollenbesetzung von Scarlett Johansson den Erwartungen gerecht wird.


Endlich auf der großen Leinwand

Mit "Ghost in the Shell" bekommt der weltbekannte Anime endlich eine lang erwartete Realverfilmung. Auch wenn dabei die weibliche Hauptrolle im Vorfeld gerade in amerikanischen Gefilden viel diskutiert wurde, war der Hype gerade mit Veröffentlichung des Trailers sehr groß. In Bezug auf das Setting befinden wir uns in einem futuristischen, asiatischen Großstadtraum, wo die Technik so weit fortgeschritten ist, dass Menschen sich sogenannte Upgrades einbauen lassen können. So hat man beispielsweise die Möglichkeit, seine Leber erneuern zu lassen, um mehr trinken zu können oder seine Augen zu verbessern für eine erhöhte Sehkraft. Unsere Hauptdarstellerin ist dabei der erste Roboter mit einem menschlichen Gehirn und soll als Waffe gegen Cyber-Terroristen dienen. Dass dabei einige Identitätskonflikte auftreten bei unserem Hauptdarsteller Major, gespielt von Scarlett Johansson, wird keinen überraschen, da diese Identitätsthematik fast so alt ist wie das Genre selbst.


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Tolle Umsetzung

Das Setting ist wirklich beeindruckend gestaltet - selbst wenn es in Japan heute schon teilweise sehr futuristisch aussieht, wird durch eine Vielzahl an Hologrammen noch einmal die Skyline der Stadt eindrucksvoll in Szene gesetzt. Das Augenmerk des Films liegt dabei natürlich auf den ganzen Verbesserungen und Robotern, die dem Gesamten einen sehr interessanten Style verleihen. Darüber hinaus halten diese technologischen Möglichkeiten natürlich sehr viel für spektakuläre und spannende Kämpfe bereit. Scarlett Johansson setzt dabei ihren Körper nicht nur dazu ein, die Kämpfe dynamisch und actionreich aussehen zu lassen. Ein Punkt bei dem "Ghost in the Shell2 wirklich punkten kann, ist das Selbstverständnis und die Präsentation der Charaktere. Dabei ist Major nicht der einzige Charakter, der vor allem in den Kämpfen und Dialogen sehr cool und abgeklärt wirkt.


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Die alte Leier

Wie bereits oben erwähnt steht bei der Handlung die Identitätskrise des Roboters im Vordergrund. Dabei muss man allerdings sagen, dass es sich um keine wirklich neue Geschichte handelt und diese auch wenige Überraschungen birgt. Die generelle Frage nach der Identität wirkt sehr oberflächlich und wurde in anderen Werken deutlich tiefgründiger dargestellt. Darüber hinaus sind einige Handlungsweisen durch zu knappe Dialoge nicht nachzuvollziehen. So spektakulär die Actionszenen sind, für einen Actionfilm durch und durch könnten diese noch etwas ausgebaut werden. Es handelt sich mal wieder um einen klassischen Fall von einem schlechten Trailer, da dieser viel zu viel vorweg nimmt.

 

Insgesamt bietet "Ghost in the Shell" dem Publikum einen durchaus unterhaltsamen Actionfilm und ist auch für FANs geeignet, die sich bis jetzt noch nicht mit dem Anime auseinander gesetzt haben. Scarlett Johansson holt zwar mit den gegebenen Möglichkeiten alles aus den Actionszenen heraus und beeindruckt vor allem mit den verblüffend mechanischen Bewegungen, das Drehbuch lässt jedoch leider eine tiefere Auseinandersetzung mit der eigenen Identität nicht zu. Somit sollten vor allem Anime-/SciFi-/ und Scarlett-FANs sich den Film anschauen.

+ Gesamtes Setting

+ Coole Charaktere

+ Spektakuläre Actionszenen

- … von denen man sich doch mehr wünscht

- Oberflächliche Auseinandersetzung mit der Frage der Identität

- Vorhersehbare Geschichte


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