Serien Review: The Walking Dead Staffel 7

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Am vergangenen Montag wanderte der vorerst letzte Zombie über die Mattscheibe - zumindest bis Oktober 2017. Ja, so lange müssen wir nun warten bis wir erfahren, wie es mit dem Krieg gegen Oberfiesling Negan weiter geht. Was wir von der 7. Staffel von "The Walking Dead" halten und was wir uns für die 8. Staffel wünschen, erfahrt ihr im Review!


Der Auftakt von Staffel 7

Zu Beginn sei gesagt, dass wir hier kein komplettes Fazit zur 7. Staffel von The Walking Dead ziehen wollen. Wer die Staffel also noch nicht gesehen hat, sollte ab hier nicht weiterlesen, denn leider bleibt dieses Review nicht ganz spoilerfrei.

 

Noch da? Ok, dann nochmal die Warnung: SPOILER!

 

Was war das bitte für ein Staffelauftakt?? Gleich zu Beginn der 7. Staffel im Oktober 2016 mussten zwei Hauptcharaktere Bekanntschaft mit Lucille machen. Eben jener mit Stacheldraht umwickelter Baseballschläger von Negan. Lange wurde spekuliert, wen es nach dem massiven Cliffhanger am Ende von Staffel 6 treffen wird. Diese Frage wird gleich in der ersten Folge auf sehr brutale Weise beantwortet. Es trifft Abraham und Glenn. Nach der Ausstrahlung der Folge wurden Stimmen laut, welche die übermäßige Darstellung von Gewalt in der Serie an den Pranger stellten. Dabei haben sich die Macher der Serie strikt an die Comicvorlage gehalten... naja, zumindest bei Glenn's Tod, Stichwort: Auge ;) Was erwartet man also von einer Zombieserie? Die übermäßige Darstellung von Gewalt war schon immer ein fester Bestandteil der Serie und man kann annehmen, dass hier nur gemeckert wurde, weil es zwei beliebte Charaktere trifft. Die Welt, in der Rick und seine Gruppe leben, muss brutal, düster und gnadenlos sein. Und genau das ist sie auch, wie die Ereignisse aus der ersten Folge von Staffel 7 beweisen.

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Guter Auftakt, aber dann?

Die erste Folge war ein Schock und damit für uns eine der besten Folgen der gesamten Serie. Negan wird als knallharter und skrupelloser Gegner eingeführt und auch im weiteren Verlauf der Staffel bleiben seine Auftritte stets bedrohlich, wenn auch teilweise unterhaltsam. Dennoch liegt immer eine gewisse Gefahr in der Luft, wenn der Geschäftsführer der Saviors auftritt.

 

Aber was ist nur nach diesem grandiosen Auftakt passiert? Schon die zweite Folge beginnt zäh und führt die neue Gemeinschaft The Kingdom ein, wo König Ezekiel und sein Tiger Shiva das Sagen haben. Eigentlich handelt es sich hier um einen sehr interessanten Charakter, wäre da nicht die stets weinerliche Stimmung, welche sich über den gesamten ersten Teil der Staffel breit macht. Leider verkommen die meisten Folgen daher zu langweiligen Lückenfüllern mit teilweise unerklärlichen Zeitsprüngen innerhalb der Handlung. Es fühlt sich an, als würden in jeder Folge neue Miniplots angerissen werden. Es wird zu viel Zeit verschwendet und die Unterwerfung von Rick und seiner Gruppe nervt tierisch. In der 5. Staffel haben wir Ricks Entwicklung zu einem eiskalten Killer live miterlebt. Man dachte, dass es nichts mehr gibt was diesen knallharten Kerl weich machen könnte... dann kommt ein Psychopath mit Baseballschläger und Rick unterwirft sich, weil er seine Gruppe beschützen will? Das ist nicht der Rick, den wir kennen!

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Krieg!

Nachdem man die ersten sieben Folgen der Staffel überstanden hat, gibt es endlich einen Lichtblick im Midseason-Finale! Es gelingt FAN-Liebling Daryll aus den Fängen von Negan zu entkommen und Rick lässt sich von Michonne umstimmen, gegen Negan in den Kampf zu ziehen. Was für eine Erlösung! Die weiteren Folgen bis zum Staffelfinale beschäftigen sich also mit den Vorbereitungen, Negan und seine Saviors endlich kalt zu stellen! Dabei wird uns eine neue Gruppe vorgestellt: Die Scavengers. Rick hofft auf die Unterstützung der Schrottplatzbewohner, muss sich aber letztendlich auf einen Deal einlassen: Besorgt den Scavengers Waffen und sie helfen! Gesagt getan - es gelingt der Gruppe tatsächlich eine ganze Menge an Waffen zu besorgen. Dies führt aber unweigerlich zu einer der schlechtesten Szenen in der gesamten Serie. Rick und Michonne finden in einem verlassenen Freizeitpark eine große Menge Waffen, da sich hier scheinbar das Militär während des Ausbruchs der Zombie-Apokalypse breit gemacht hat. Allerdings lebt dort auch ein Reh... leider kein echtes, sondern ein Reh, was mittels - nennen wir es CGI-Technik - auf den Bildschirm gezaubert wurde. Das ist mit Abstand die schlechteste Computeranimation / Bildmontage, die wir je in einer Serienproduktion gesehen haben... scheinbar ging das ganze Budget für Ezekiels Tiger Shiva drauf, welcher im Vergleich wirklich gut animiert ist... zumindest für "TWD"-Verhältnisse.

 

Kommen wir zum Staffelfinale: Hier entlädt sich die gesamte "Spannung", die in den vorherigen Folgen aufgebaut wurde. Wir wollen nicht zu viel verraten, aber es gibt einen ordentlichen Kampf zwischen den verfeindeten Gruppen. Dieser kommt zwar nicht an den Panzerangriff des Gouverners aus Staffel 4 heran, ist aber dennoch Balsam für die Seele eines jeden gelangweilten "The Walking Dead"-FANs.

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Wie geht es weiter?

Da Negan selbstverständlich diese Staffel überlebt und sich am Ende der letzten Folge ebenfalls mit seinen Gefolgsleuten auf Krieg einstellt, können wir auf jeden Fall mit sehr viel mehr Action rechnen. Wir hoffen zumindest, dass die kaugummiartigen Lückenfüller-Folgen der Vergangenheit angehören. Dennoch wünschen wir uns, dass die Folgen wieder einen direkteren Zusammenhang bekommen und der Zuschauer wieder mehr in das direkte Geschehen involviert wird. Genaue Details sind leider noch nicht bekannt, deswegen heißt es auch hier mal wieder: Warten bis Oktober. Wem das zu lange dauert, der kann sich ab dem 4. Juni mit der dritten Staffel der Spin-Off Serie "Fear The Walking Dead" aushelfen. Im Gegensatz zur Mutterserie läuft das Spin-Off ausschließlich auf Amazon Video.

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