Film Review: Bleed for This

© Open Road Films

Seit Ewigkeiten nicht mehr an die guten alten Tage mit "Rocky" oder anderen Boxfilmen gedacht? Dann schaut hier, ob euch der neue Boxfilm "Bleed for This" auf eine gute Zeitreise mitnehmen kann.


Die Deckung oben halten!

Mit "Bleed for This" läuft endlich mal wieder ein neuer Boxfilm über die deutschen Kinoleinwände. Dabei dürfen natürlich wieder ordentlich Schweiß und unerbittliche Boxkämpfe erwartet werden. Allerdings bewegen wir uns dieses Mal im Rahmen von wahren Begebenheiten, was diese Geschichte noch einmal wesentlich beeindruckender macht. Die Geschichte dreht sich nämlich um den Boxer Vincenzo "Vinnie the Pazmanian Devil" Pazienza. Im Verlauf des Films muss Pazienza einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen und es dreht sich um den Umgang mit diesen Umständen. Unterstützt wird er dabei von seiner Familie, seinen Freunden und vor allem von seinem Boxtrainer Kevin Rooney, gespielt von Aaron Eckhart.

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Du musst auf den Trainer hören!

Der Trainer ist dabei schauspielerisch Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und stiehlt Miles Teller mit einer überzeugenden Leistung sogar etwas die Show. Letzterer macht dabei seinen Job keineswegs schlecht und orientiert sich dabei an dem realen Vorbild, der diese Geschichte durchlebt hat. Natürlich ist es bei einer auf wahren Begebenheiten basierenden Geschichte immer schwierig extra dramatische Emotionen einzubringen. Somit sind die Charaktere meist bedacht, sich möglichst an das Original zu halten, um möglichst authentisch zu wirken. Allerdings gibt dieser Wahrheitsgehalt dem Film die besondere Würze. Vor dem Hintergrund, dass dies wirklich alles geschehen ist, können Box-FANs noch einmal die Vergangenheit Revue passieren lassen, aber auch Zuschauern, denen die Geschichte gänzlich unbekannt ist, fiebern dadurch in einem wirklich erstaunlichen Maße mit.


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Da geht mehr...

Was die Boxkämpfe betrifft könnten diese zu Beginn etwas mehr Vorlaufzeit bekommen und ruhig etwas länger dauern, damit sich Zuschauer besser in die Ausgangssituation einfinden können. Trainingssequenzen gehören zu solchen Boxfilmen einfach dazu und eine 10 bis 15 minütige Laufzeiterhöhung hätte vielleicht dazu geführt, dass man die Charaktere etwas detaillierter und vertrauter hätte zeichnen können. Dabei förderlich wären auch einige Dialoge gewesen, die die generelle Familiensituation beleuchten. So kommt der Konflikt des Vaters tendenziell eher etwas beiläufig rüber und hätte der ganzen Geschichte noch etwas mehr Dramatik verliehen.

 

So kann man insgesamt sagen, dass der Film vor dem Hintergrund der wahren Begebenheiten wirklich eine beeindruckende Geschichte ist. Allerdings sind dieser Fakt und zwei starke Hauptdarsteller die Säulen auf die sich der Film stützt. Sonst plätschern viele Geschichten vor sich hin und bis auf das Finale fehlen an der ein oder anderen Stelle doch die Emotionen.

+ Unfassbare wahre Geschichte

+ Aaron Eckhart verkörpert Kevin Rooney in beeindruckender Weise

- Zu Beginn etwas überhastetes Tempo

- Generell fehlen bis zum Ende hin klare Emotionen und so plätschert die Geschichte vor sich hin


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