Vom Buch zum Film: Harry Potter und der Stein der Weisen

© Warner Bros.

Ob nun Film- oder Buchliebhaber - FANs bleiben FANs! Mit dieser neuen Artikelreihe wollen wir der Filmfraktion die Möglichkeit geben, ein wenig tiefer in das jeweilige Genre einzutauchen, ohne direkt das gesamte Buch lesen zu müssen. Im Folgenden zeigen wir euch einige spannende, wichtige und interessante Aspekte, die bei der Umsetzung vom Buch zum Film verloren oder geändert worden sind.


Hagrids Motorrad!?

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Unser erster Punkt ist tatsächlich mehr eine kleine Information, als eine ausgelassene Szene. Und zwar erfahren wir im Buch, dass es sich nicht um Hagrids eigenes Motorrad handelt, sondern um eine Leihgabe eines gewissen "Sirius Schwarz" (im ersten Band wurde der Nachname noch übersetzt). Wir finden es ein kleines aber feines Detail, dass das Universum und den gesamten Kontext gleich ein wenig umfangreicher macht. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Sirius kurze Zeit, nachdem er Hagrid das Motorrad geliehen hat, verdächtigt wird, die Potters verraten zu haben.

 

 

Harrys Treffen mit Malfoy

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Für den Film wurde ein großer Teil der Winkelgassen-Szene gestrichen oder verkürzt. So sehen wir Harry lediglich nur sein Geld von Gringots abholen, um damit seinen Zauberstab zu kaufen. Allerdings geht uns dabei eine Szene verloren, die bereits hier ein kleines Foreshadowing auf die Thematik der gesamten HP-Reihe zeigt. Während Harry einen Laden betritt, um sich einen Zaubererumhang zu kaufen, trifft er auf seinen späteren Erzfeind Draco Malfoy. Bereits in den ersten Minuten macht Malfoy Harry gegenüber einen unsympathischen Eindruck. Er lästert über Hagrid und lässt hier durchblicken, wie er alle Zauberer sieht, die nicht zu dem Hause Slytherin gehören. Auch lässt er bereits hier seine Abneigung gegenüber Halbblütern durchsickern.

Snapes Fragen an Harry

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Sowohl im Buch, als auch im Film testet Snape Harry zu Beginn der ersten Zaubertrankstunde mit einigen kniffligen Fragen, um ihn vor der gesamten Klasse bloßzustellen. Die Fragen wurden hierbei eins zu eins aus dem Buch übernommen - die Antworten wurden jedoch weggelassen. Extrem schade wie wir finden, da Harry bereits hier erfährt, wie er Ron im sechsten Teil das Leben retten kann. Snape fragt ihn, wo man einen Bezoar finden könne und was dieser bewirke. Nachdem Harry keine Antwort geben kann, erklärt Snape, dass ein Bezoar ein Stein aus dem Magen einer Ziege sei, der jemanden vor den meisten Giften rettet. Durch diese Information konnten die Buch-FANs die Szene, in der Harry Ron einen Stein in den Hals rammt besser nachvollziehen (zu dieser Szene mehr in dem Artikel zu Band 6).

Das Zaubererduell und die Begegnung mit Fluffy

Genau wie im Film werden Malfoy und Harry schnell zu erbitterten Erzfeinden. Im Buch wird das durch ein Ereignis jedoch weiter verdeutlicht. Nachdem die beiden sich wieder einmal in die Haare bekommen haben, fordert Malfoy Harry zu einem Zauberduell heraus. Nachdem Malfoy Ron und Harry drängt und provoziert, willigen die beiden ein und schleichen sich um Mitternacht aus dem Gemeinschaftsraum. Allerdings begegnen sie Hermine, die sich ihnen Widerwillen anschließt, um sie aufzuhalten. Auch treffen sie Neville, der auf dem Weg vom Krankenflügel (kurz, nachdem er beim Flugunterricht vom Besen gefallen ist) zum Gemeinschaftsraum das Passwort vergessen hat. Mit den beiden im Schlepptau schleichen sich Harry und Ron zum vereinbarten Treffpunkt. Als die vier erkannt haben, dass alles nur eine Falle Malfoys war, der dem Hausmeister Filch zuvor einen Hinweis gegeben hat, fliehen die vier Gryffindors durch das Schloss und landen schließlich bei Fluffy. Man sieht, der tollpatschige Neville macht in den Büchern wesentlich mehr Abenteuer mit, als in den Filmen.

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Der Spiegel Nerhegeb

Während Harry im Film nur für eine Nacht vor dem Spiegel sitzt, verbringt er im Buch mehrere Nächte hintereinander vor dem Spiegel, was dazu führt, dass er selbst tagsüber mit den Gedanken nur bei seiner im Spiegel stehenden Familie ist und alles andere vernachlässigt. Anders als im Film zeigt der Spiegel im Buch nicht nur Harrys Eltern. Praktisch sein gesamter Familienstammbaum wird abgebildet, unter anderem seine Großeltern, Urgroßeltern und andere Verwandte. Eine weitere Kleinigkeit, die im Film gestrichen wurde, ist eine Frage, die Harry Dumbledore stellt, nachdem er ihn eines Nachts im Raum des Spiegels besucht hat. "Was sehen sie, wenn sie in den Spiegel schauen?". Dumbledore antwortete daraufhin, dass er sich selbst mit ein paar warmen Wollsocken in den Händen sehen würde. Über diese Frage denkt Harry nach den Ereignissen des siebten Teils noch öfters nach.

Der Drache Norbert und der verbotene Wald

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Das Kapitel rund um Norbert, dem norwegischen Stachelbuckel, wurde im Film fast komplett weggelassen. Im Buch helfen Harry, Ron und Hermine Hagrid mehrere Wochen sich um Norbert zu kümmern und ihn versteckt zu halten. Schließlich kommen sie auf die Idee, Norbert Rons Bruder Charlie zu schicken, da dieser in Rumänien Drachen züchtet. Allerdings wird Ron einige Tage vor Umsetzung des Plans von Norbert gebissen und muss wegen einer vergifteten Wunde in den Krankenflügel. Dort findet Malfoy einen Brief mit der Antwort von Charlie, der vorschlägt, den Drachen nachts vom Astronomieturm abzuholen. Harry und Hermine setzten den Plan dennoch um und werden zusammen mit Malfoy, der Harry und Hermine auflauert, und Neville, der versucht hat die beiden vor Malfoy zu warnen, erwischt. Zwar bleibt die Strafe dieselbe, allerdings muss Neville anstelle von Ron mit in den verbotenen Wald. In beiden Versionen wird Harry von dem Zentaur Firenze gerettet und in Sicherheit gebracht. Buch-FANs wissen jedoch, dass Firenze nicht der einzige Zentaur ist, dem Harry begegnet. Die Zentaur Bane, Ronan und Magorian stehen Harry und den restlichen Zauberern nicht so sympathisch gegenüber wie Firenze. Sie machen deutlich, wie komplex das Wesen eines Zentaur ist und wie sie sich im Vergleich zu Zauberern und anderen Kreaturen sehen.

Das letzte Hindernis

Im Film müssen Harry, Ron und Hermine an einer Teufelsschlinge vorbei, einen fliegenden Schlüssel fangen und ein verzaubertes Schachbrett besiegen, um zum Stein der Weisen zu gelangen. Im Buch ist es damit allerdings noch nicht erledigt. So finden Harry und Hermine nach dem Schachbrett einen riesigen Höhlentroll vor sich, der allerdings schon außer Gefecht gesetzt wurde und eine klaffende Wunde auf seinem Oberkörper trägt. Das letzte Hindernis stammt von Professor Snape und hat im Gegensatz zu allen vorherigen Prüfungen nichts mit Magie zu tun. Snapes Hindernis ist schlicht und einfach ein Rätsel, bei dem es darum geht, aus einer gewissen Anzahl an Flaschen eine bestimme auszuwählen. Hermine macht deutlich, dass dieses Hindernis das wohl effektivste von allen sei. Durch ihre Fähigkeiten sind die meisten Zauberer nicht auf logisches Denken angewiesen, weswegen sie in diesem Aspekt oftmals extrem schlecht sind. Eine Schwäche, die besonders in einem möglichen Krieg zwischen Zauberern und Muggeln interessant werden könnte (mehr zu diesem Thema findet ihr in unserem Artikel :"Hogwarts oder Ilvermorny - Alte und neue Elemente des Potter-Universums").

Erst der Anfang!

Mit dieser neuen Artikelreihe wollen wir euch regelmäßig mit interessanten Informationen zu euren Lieblingsgenres versorgen. Falls Harry Potter vielleicht nicht ganz euer Fall ist, kein Problem! Geplante "Vom Buch zum Film"-Reihen sind unter anderem: Harry Potter, Herr der Ringe, Der Hobbit, Tribute von Panem und viele mehr.

Hol dir Harry Potter nach Hause!


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