Film Review: Alien Covenant

© 20th Century Fox

Nach Ridley Scotts "Prometheus" folgt nun nach fünf langen Jahren die Fortsetzung zur eher durchschnittlichen Vorgeschichte der "Alien"-Saga. Mit "Alien: Covenant" begibt sich Scott wieder auf etwas gewohnteres Terrain und bringt die Xeno's zurück auf die Leinwand. Ob der Schritt Richtung "Alien" der Richtige ist, erfahrt ihr im Review.


Das Sequel vom Prequel

Wie sich "Prometheus" in die klassische "Alien"-Saga integriert ist schnell erklärt: Im Prequel aus dem Jahre 2012 begeben sich u.a. die Wissenschaftlerin Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und der Androide David (Michael Fassbender) auf die Suche nach den sogenannten "Konstrukteuren". Eben jene Kreaturen, welche die Menschheit erschaffen haben. Der Film endet damit, dass sich Shaw und David zum Heimatplaneten der gottgleichen Wesen begeben, um noch mehr Antworten zu erhalten...

 

Die Geschichte von "Alien: Covenant" setzt ca. zehn Jahre später an. Die Besatzung des Kolonieschiffs "Covenant" befindet sich auf dem Weg zu einem fernen Planeten, um ihn zu besiedeln (der Grund, warum sich hauptsächlich Paare auf dem Schiff befinden). Auf dem Weg dorthin fängt die Besatzung ein Signal von einem anderen Planeten ein und von da an nimmt das Übel seinen Lauf... mehr sei an dieser Stelle nicht verraten!


© 20th Century Fox

Kein Prometheus, dafür Alien?

Eins vorab gesagt: Auch "Alien: Covenant" ist ein bildgewaltiges Spektakel, genau wie sein Vorgänger "Prometheus". Nach der Kritik am Film von 2012 gelingt Regisseur Ridley Scott hier im Ansatz der richtige Schritt Richtung Sci-Fi-Horror anno 1979 (Alien). Dennoch passt sich der Film dem modernen Look von "Prometheus" an und beantwortet auch die eine Frage, die nach dem Ende des Vorgängers übrig geblieben ist. Dabei bleibt Scott aber eher der Action aus "Prometheus" treu und setzt kaum auf die Horror-Elemente aus dem ersten "Alien" Film. Das führt unweigerlich zu einigen Kritikpunkten. Sieht man wie dämlich sich manche Charaktere in gefährlichen Situationen verhalten, meint man, man würde sich einen schlechten B-Movie Teenie-Horrorfilm ansehen. Dies ist wirklich sehr untypisch für den Altmeister Ridley Scott. Und ja, auch in "Prometheus" haben sich zwei der Charaktere sehr dumm verhalten (Alien-"Wurm"-Szene). Das hier gezeigte legt aber nochmal eine Schippe drauf.

 

Ein paar Neuerungen haben es ebenfalls in den Film geschafft. Die vielen Variationen des Organismus' "Alien" bzw. "Xenomorph" sind erfrischend, nehmen dem Ur-Alien allerdings ein wenig die geheimnisvolle Magie. Generell sind die Monster hier nur ein Nebenprodukt. Im Mittelpunkt steht klar die Thematik der Erschaffung sowie die Suche nach dem perfekten Organismus. Dazu gesellen sich viele kleine Anspielungen auf die älteren "Alien"-Filme, die jedem FAN sofort auffallen dürften. Dennoch könnte die Enttäuschung bei vielen sehr groß sein, da die Trailer und vor allem das unten gezeigte Filmplakat den Horror aus dem Film von 1979 versprechen, was aber bei "Alien: Covenant" nicht der Fall ist. Hier reiht sich Erklärung an Erklärung und Action-Szene an Action-Szene.

 

Der Hauptcast kann über weite Strecken durchaus überzeugen, wobei viele Figuren in ihrer Tiefgründigkeit auf der Strecke bleiben. Man weiß schon von Beginn an, wer als Wirt für den Alien-Parasiten endet und wer das Zeug dazu hat, sich den Mistviechern entgegen zu stellen. Katherine Waterston soll in ihrem Auftreten vermutlich Ellen Ripley ersetzen. Zumindest macht sie äußerlich den Anschein, als könne sie es mit der Action-Heldin aufnehmen. Am Ende bleibt sie jedoch auch eher blass, was aber nicht an der schauspielerischen Leistung, sondern eher am Drehbuch festzumachen ist. Selbst der Mini-Cameoauftritt von James Franco kann in Sachen Figurenzeichnung nichts daran ändern. Einzig allein Michael Fassbender bekommt hier die Chance, sein schauspielerisches Talent in einer Doppelrolle zu beweisen und erinnert lustigerweise in einigen Kamera-Einstellungen an seine Hauptrolle in "Assassin's Creed".

Fazit

Mit "Alien: Covenant" versucht Regisseur Ridley Scott den Fehler von "Prometheus" auszugleichen, was ihm in Bezug auf die säureblutenden, hoch aggressiven Monster auch gelingt. Die eigentliche Thematik des Films sorgt allerdings dafür, dass die Xenomorphs ihre geheimnisvolle Herkunft und damit auch ihr schreckliches Auftreten verlieren. Genau das war es aber, was den Zuschauer vorher in Angst und Schrecken versetzte. Im Grunde führt Scott seine mit "Prometheus" angefangene Geschichte konsequent fort und klärt am Ende die wichtigste Frage im Alien-FANiversum, wenn auch nur als Nebenprodukt seiner eigentlichen Erzählung. Es bleibt zu hoffen, dass wir im nächsten Sequel zum Prequel etwas mehr von der "Alien"-Mythologie zurück bekommen.


+ Technisch und Optisch 1A

+ Kleine Variationen bzgl. der Aliens

+ Gute Action-Szenen

- Wenig vom Ur-Alien

- Kein Horrorfilm

- Thema des Films nimmt dem Monster seinen Schrecken

- Kaum Figurenzeichnung

- Charaktere verhalten sich dämlich


Weitersagen: