Serien Review: Taboo

© BBC One & FX

Momentan genug von Zombies, Drachen oder Superhelden? Dann lest hier, wieso ihr euch "Taboo" nicht entgehen lassen solltet…


Tom Hardy wie wir ihn lieben

Seit dem letzten Oscar-prämierten Film im Jahr 2015 mit dem Titel "The Revenant" war es still um Tom Hardy geworden. So stieß die Ankündigung einer neuen Serie mit ebendiesem in der Hauptrolle auf freudige Resonanz. Diese ist seit Ende März auf Amazon Prime verfügbar und versetzt uns in das Jahr 1814. Dabei befinden wir uns im zweiten Unabhängigkeitskrieg zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Vereinigten Königreich. Die totgeglaubte Hauptfigur James Delaney (Tom Hardy) kehrt nach dem Tod seines Vaters nach London zurück, um dessen Erbe anzutreten. Dass dies nicht ohne Komplikationen von statten geht, lassen direkt die ersten paar düsteren Szenen der Serie vermuten. Nachdem der praktisch von den Toten auferstandene Delaney sich eindrucksvoll bemerkbar gemacht hat, findet er sich schnell in einem politischen Machtspiel zwischen den britischen und amerikanischen Fronten wieder und wird mit Huren, Mördern, Betrügern und indianischen spirituellen Hinterlassenschaften konfrontiert.


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Düster und komplex

"Taboo" zeichnet sich durch seinen düstern Ton aus und wird durch die Einflüsse des eiskalten Tom Hardys noch schwärzer. Wer vermutet, dass dieser eine One-Man-Show abziehen würde, liegt nicht ganz falsch, denn die Rolle ist Tom Hardy auf den Leib geschnitten. Man hat in jeder Szene das Gefühl, er würde immer noch ein bisschen skrupelloser und unberechenbarer werden, was eine unfassbare Spannung innerhalb der ersten Staffel aufbaut. Auch wenn Tom Hardy eine herausragende Rolle spielt, so sind seine Mitspieler im Machtkampf natürlich nicht zu vernachlässigen, denn ohne durchtriebene Antagonisten kann der vermeintliche Held einer Geschichte nicht glänzen. Erwähnenswert vor allem sind dabei der schon aus "Game of Thrones" bekannte Jonathan Price oder auch Jessie Buckley. Das äußerst gewitzte Schachspiel ist sehr interessant und beeindruckt in vielen Facetten mit einer äußerst durchdachten und komplexen Story. Dabei erfährt man sehr viel über das damalige Rechts- und Wirtschaftssystem, was in der heutigen Serienflut eine willkommene Abwechslung darstellt.


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Fazit

Insgesamt ist "Taboo" eine empfehlenswerte Serie, wobei bislang nur die erste Staffel mit 8 Folgen verfügbar ist. Die zweite Staffel ist für 2018 in Planung und lässt die Vorfreude auf ein weiteres Tom-Hardy-Spektakel steigen. Allerdings sollte gesagt sein, dass man bei der Serie ein gewisses Maß an geschichtlichem Hintergrundwissen mitbringen und sich generell für dieses Jahrhundert interessieren sollte.

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+ Tom Hardy ist die perfekte Besetzung für den Hauptcharakter

+ Spannende und sehr komplexe Geschichte

+ Viele Überraschungen

+ Abwechslungsreiche Zeitperiode

+ Düsterer Stil

- Das komplexe Rechts- und Wirtschaftssystem ist Geschmackssache


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