Sixth Scale Figuren: 8 Tipps zum richtigen Posing

Auf der Suche nach der richtigen Figur stößt man früher oder später immer auf die ca. 30 cm großen "Sixth Scale"-Statuen. Aufgrund ihrer ordentlichen Größe und dem hohen Detailgrad sind sie bei Sammler-FANs äußerst beliebt. Das richtige Posing ist dabei aber oft der Knackpunkt. In Zusammenarbeit mit Tino geben wir euch hier 8 nützliche Tipps und Tricks, wie ihr eure Sammlung am besten in Szene setzen könnt. Den Start bildet seine Kolumne rund um das Posieren und Verfeinern der Figuren.


Posing oder kein Posing - Das ist hier die Frage!?

Täglich scrolle ich durch diverse Facebook-Gruppen und bestaune die vielen Sammlungen, die auf der Welt existieren. Heutzutage gibt es ja kaum etwas, was man nicht sammeln kann. In jeglichen Maßstäben und Formen ist alles dabei, was das Sammlerherz begehrt. Meine persönliche Leidenschaft liegt hier bei den 1/6 Figuren.

 

Doch besonders wenn Figuren präsentiert werden, deren Posing man beeinflussen kann, dreht sich mir oft der Magen auf links und ich schlage die Hände über dem Kopf zusammen. Da investieren manche Menschen tatsächlich im drei oder vierstelligen Bereich in ihre Leidenschaft und stellen die Figuren dann auf als wären sie amputierte Zombies von "The Walking Dead". Einige setzten hier noch ein i-Tüpfelchen drauf und stellen die Figuren in die liebgewonnene – aber wirklich hässliche - Eiche-Rustikal-Schrankwand, ohne etwas Verschönerung anzubringen. Dabei ist es so einfach, auch ohne große Investition und überschwänglicher Kreativität aus einer Figur noch mehr rauszuholen.


Tinos 8 Tipps:

  • Macht euch bewusst, was ihr an einer Figur besonders cool findet, und welches Posing – zum Beispiel aus einer liebgewonnen Szene aus einem Film – euch besonders imponiert. Oft sind es nicht nur die optischen Dinge, die einen ansprechen, sondern der Charakter, der im Vordergrund steht. Manchmal drucke ich mir ein passendes Bild einfach aus, lege es neben meine Figur und versuche es nachzustellen. Es sind dann meist die Kleinigkeiten, die das Posing real wirken lassen.
  • Analysiert genau, welche Haltung der Charakter einnimmt. Ist er z.B. eher schlaksig oder hat der Charakter eine gute Körperspannung? Stehen die Beine auseinander, angewinkelt, oder zusammen? Was macht der Charakter mit seinen Händen? Einfachstes Beispiel ist hier Darth Vader. Seine Hände ruhen meist auf seinen Apparaturen an seinem Gürtel, er gestikuliert Machtposen oder hat sein Schwert in der Hand. Oder nehmen wir Jack Sparrow aus "Pirates of the Caribbean": Diese Figur würde ich immer wild gestikulierend und durch die Trunkenheit leicht schief darstellen.
  • Weniger ist manchmal deutlich mehr. Nicht jede Figur muss in eine dramatische Fight-Pose gebracht werden, die dann leider meist auch überaus gestellt aussieht. Manchmal reicht es aus, die Figur in eine natürliche Haltung ohne viel Dramaturgie zu bringen und es wertet das Gesamtbild überaus auf. Nicht jede Bitch-Fight-Scene ist auch optimal für eine Figur.
  • Versucht nach Möglichkeit, die Figurenständer weg zu lassen oder sie so gut es geht zu verdecken. Hand aufs Herz: Da hat man eine sau coole Figur, die hat dann auch ein cooles Posing aber es guckt immer dieser blöde schwarze Stock aus dem Hintern - das sieht kacke aus. Viele Figuren stehen mit ein wenig Tüftelei sehr sicher von alleine.
  • Geht mit Geduld an die richtige Ausrichtung der Kleidung ran. Viele Figuren haben richtig tolle Kleidung, jedoch kaum ein Sammler versucht hier alles rauszuholen. Mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl fällt ein Umhang beispielsweise viel realistischer, als wenn er einfach so herumwabbelt. Hier fällt mir spontan die Figur des Imperators von "Sideshow" ein. Im Film besteht der Umhang aus sehr schwerem Stoff, der von der Gestalt wie ein nasser Lappen runterhängt und für mich allerdings erst die Präsenz der Figur ausmacht. Auch die Kapuze muss auf den Schultern liegen und knapp das Gesicht verbergen. Ja, das braucht wirklich manchmal starke Nerven, das Resultat vom korrekten "Hinzupfen" ist aber manchmal Gold wert.
  • Nutzt auch Hilfsmittel. Bei mir klebt bei fast jeder Figur irgendwo versteckt doppelseitiges Klebeband, da sonst manche Dinge nicht möglich sind und der Stoff komisch fällt. Ich habe mir beispielsweise vor ein paar Wochen Lando Calrissian von "Sideshow" bestellt. Beim Auspacken dann der Schock, der Umhang war so dermaßen weit geschnitten - er hing wie ein alter Kartoffelsack einfach doof rum und stand ab. Hier habe ich den überschüssigen Stoff einfach auf der Rückseite zusammengeklebt und schon sieht es viel natürlicher aus.
  • Worauf ich auch schwören kann ist Wäschesteif. Einige Figuren, besonders die etwas älteren, haben noch einfachen Stoff, den man nicht gebändigt bekommt. Entkleidet die Figur, sprüht die Kleidung mit Wäschesteif ein und bügelt die Kleidung in die richtige Form. Besonders bei Uniformen bewirkt das Wunder.
  • Ganz wichtig: Investiert Zeit und Geduld, bis alles genau so sitzt, wie ihr es wünscht.

Die Welt der Sixth Scale-Figuren

Der nächste Teil befasst sich damit, wie ihr trotz Eiche-Rustikal-Schrank oder Platzmangel dennoch ein cooles Display oder Diorama zaubern könnt. Mehr über Tino und seine Sammlung erfahrt ihr in unserer "Sixth Scale Ecke" oder in der Facebook-Gruppe "Hot Toys und Sideshow FANs Germany". Damit du keine Artikel verpasst schau auch auf der FANwerk Facebook-Page vorbei.