Film Review: Valerian

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Mit "Valerian" steht der bisher teuerste europäische Film in den Startlöchern und möchte das Sci-Fi-Genre ordentlich aufmischen. Erfahrt hier, ob das Weltraumabenteuer mehr kann als nur gut auszusehen…


Der Altmeister betritt mal wieder die Bühne...

20 Jahre nach "Das fünfte Element" möchte Luc Besson wieder mit der bisher teuersten europäischen Filmproduktion beweisen, dass er sich maßgeblich in die Geschichtsbücher des Sci-Fi-Genres eintragen möchte. Diesmal versucht er sich an einem sehr alten Comic, welchen er mit Hilfe der beiden Protagonisten Valerian und Laureline zu Leben erwachen lässt. Hinzu kommt noch eine Menge CGI und schon haben wir womöglich einen der bildgewaltigsten Filme der letzten Jahre. Die Agenten Valerian und Laureline, gespielt von Dane DeHaan und Cara Delevigne, sind dabei auf einer Mission, um gestohlenes Regierungseigentum wiederzuholen. Das hört sich zwar nach einem normalen Agentenplot an, spielt allerdings im 28. Jahrhundert. Somit ist die Geschichte gespickt von neuen Technologien und verschiedenen Rassen, die durch das gesamte Weltall verteilt sind. Sie unterstehen dabei dem Commander Arün Filitt (Clive Owen), der mit seinem Kommandostab allerdings schnell bemerkt, dass die beiden Top-Agenten manchmal etwas eigensinnige Herangehensweisen haben, um ihre Missionen zu erfüllen.


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Effekte, Effekte, Effekte...

Wer den Trailer von "Valerian" gesehen hat, dem sollte spätestens nach den ersten paar Eindrücken die bildhaft schöne Darstellung des Universums aufgefallen sein. Die CGI-Arbeiten sind wirklich mehr als beeindruckend und sämtliche Weltraumrassen wurden sehr detailverliebt designt. Die generelle Farbgebung des Films ist sehr eindrucksvoll abgestimmt, sodass man in jeder Szene erneut den Eindruck hat, man könne eine neue Farbfacette entdecken. Das Ganze wird dabei noch abgerundet durch rasante Actionszenen und einem soliden Soundtrack, bei dem vor allem die Einführung mit dem Song "Space Oddity" heraussticht. Dane DeHaan spielt einen draufgängerischen Egozentriker, der alles dafür tut, um den perfekten Soldaten abzugeben. Dieser stellt damit den einen Part des buddy-cop-artigen Teams mit Cara Delevingne dar. Sie spielt hingegen den eher kühleren Part mit viel Sarkasmus, was sehr gut funktioniert. Dabei kommen an diversen Stellen einige Gefühle bei den beiden durch - ganz nach dem Motto: "Harte Schale, weicher Kern".

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Es ist nicht alles Gold, was glänzt...

Insgesamt funktioniert dieses Duo sehr gut und die Interaktion der beiden ist durchweg unterhaltsam - vor allem in Actionszenen. Leider fehlt in dem Zusammenspiel doch teilweise etwas die Komik, die im Grunde genommen nur aufkommt, wenn sie alleine mit anderen Charakteren agieren. Diese komödiantischen Einlagen wurden in verschiedenen Partnerschaften der Filmgeschichte schon besser ausgeschmückt. Zudem wird es teilweise sehr kitschig. Dass einige Dialoge nicht 1:1 aus einem "Nicholas Sparks"-Film übernommen wurden, überrascht dann doch. Darüber hinaus verlässt sich der Film zu großen Teilen auf sein CGI-Spektakel und die generelle Aufmachung. Die Geschichte ist in keiner Weise überraschend und wurde bereits in diversen Epochen der Filmgeschichte durchexerziert. Deswegen plätschert der Plot vor sich hin und vermag es auch nicht wirklich einen guten Spannungsbogen zum Ende hin aufzubauen. Der größte Pluspunkt des Films bleibt eben die imposante Aufmachung, welche über die gesamte Laufzeit hinweg konstant beeindruckend bleibt.

Die Last der hohen Erwartungen

Insgesamt ist "Valerian" zwar ein bildgewaltiges Spektakel geworden und auch die schauspielerische Leistung der beiden Hauptcharaktere überzeugt - leider jedoch nur jeder für sich und nicht im Zusammenspiel. Science-Fiction-FANs sollten sich den Film auf jeden Fall nicht entgehen lassen. Am Ende bleibt die Frage offen, ob sich "Valerian" bei der starken Konkurrenz durchsetzen können wird und das Budget am Ende rechtfertigt.


+ Effekte und gesamtes Design des Films

+ Gutes Exposé für kommende Filme mit einem gigantischen FANiversum mit vielen Möglichkeiten

+ Cara Delevingne und Dane DeHaan für sich stark 

- Das Zusammenspiel der beiden wirkt etwas ideenlos

- Geschichte flach und ohne wirkliche Höhepunkte

- Es fehlt an einem wirklich guten Antagonisten 


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