Film Review: Dunkirk

© Warner Bros. Pictures

Drei Jahre nach "Interstellar" erscheint endlich Christopher Nolans neues Werk "Dunkirk". Hier erfahrt ihr, ob es Nolan nun auch vermag in diesem Filmgenre neue Maßstäbe zu setzen…


Schuster bleib bei deinen Leisten!

Nolan nimmt mal wieder auf dem Regiestuhl Platz und die gesamte Kinowelt ist gespannt, was dieser aus dem Hut zaubern wird. Es wäre natürlich nicht ein echter Nolan, wenn nicht wieder einige seiner beliebtesten Schauspieler auftauchen würden, mit denen er schon zuvor zusammenarbeiten durfte. So sind beispielsweise Tom Hardy und Cillian Murphy wieder mit an Bord, um die Schlacht von Dünkirchen nachzuerzählen. Aber nicht nur im Schauspiel-Ensemble treffen sich alte Bekannte; Hans Zimmer übernimmt das Zepter der Filmmusik und so steht einem Meisterwerk doch nichts mehr im Wege. Bei der Geschichte befinden wir uns im Zweiten Weltkrieg auf den Spuren der englischen und französischen Armee, die bis hin an den Strand von Dünkirchen gedrängt wurde. Dabei begleiten wir die Schicksale verschiedener Soldaten zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Abschnitts der deutschen Offensive. Die Geschichte spielt sich dabei sowohl zu Land, zu Wasser und in der Luft ab. So viel zum Grundriss der Story ohne zu viel zu verraten.


© Warner Bros. Pictures

Das Ohr isst mit...

Filmtechnisch entspricht der Film in vollem Maße einem Nolan-Film. Die unterschiedlichen Zeitebenen, die bekannten Charaktere und vor allem der gesamte Sound - dieser ist wirklich atemberaubend. Das Soundmixing/ -editing in Kombination mit der Musik von Hans Zimmer sind überragend und verleihen dem Film eine dauerhafte Spannung. Die atonale Geigenmusik lässt einem teilweise das Blut in den Adern gefrieren. Generell ist schauspielerisch auch alles optimal und Nolan beweist mal wieder, wieso er Tom Hardy und Cillian Murphy zu sich gerufen hat.

© Warner Bros. Pictures

Guter Thriller, kein wahrer Kriegsfilm

Letzten Endes ist allerdings nicht alles Gold was glänzt. Man kann sagen, dass Nolans größte Stärke seine größte Hürde bei einem Kriegsfilm ist. Die Kunst bei Filmen dieses Genres ist es, mit einfach gestrickten Geschichten die Zuschauer durch die mitreißende schreckliche Geschichte des Krieges emotional abzuholen. Durch die komplexe Geschichte, die Nolan konstruiert, wird diese Idylle des Hineinversetzens etwas gestört und die Emotionalität des Films leidet etwas. Ein weiterer Faktor, der wirklich auf keinem Cover eines Kriegsfilms zu sehen sein sollte, ist das FSK 12-Logo. Natürlich wird die Menge der potenziellen Kinogänger dadurch signifikant erhöht, aber dies sollte doch definitiv nicht die Kernzielgruppe sein. So merkt man an verschiedenen Stellen deutlich, dass doch einiges verharmlost wurde und sich so teilweise die Geschichte etwas in die Länge zieht. So haben es andere Kriegsfilme schon wesentlich besser geschafft die Brutalität des Krieges zu transportieren.

Insgesamt liefert Nolan einen soliden Film ab. Vor allem in Sachen Sound findet sich hier wirklich ein Meisterwerk. Leider erwartet man einen Kriegsfilm und durch die komplexen Zeitstränge und mangelnde Brutalität müssen wir feststellen, dass es auf dem Gebiet emotionalere Filme gibt, wie nicht zuletzt "Hacksaw Ridge" zeigen konnte. 


+ Sound einfach nur beeindruckend

+ Spannende bedrückende Kameraführung

 + Schauspielerisch einwandfrei

- FSK 16 wäre wünschenswert gewesen

- Emotionalität wird durch diverse Sprünge gestört


Weitersagen: