Film Review: Atomic Blonde

© Focus Features

Endlich läuft der neue Teil der "John Wick"-Reihe an und FANs mussten seit Februar darauf warten… John Wick?! Moment mal es handelt sich natürlich um "Atomic Blonde"! Wie es zu dieser Verwechslung kommen konnte, erfahrt ihr in unserem Artikel zum neuen Action-Thriller…


Gute alte Spionagekost?

Der neue Film von David Leitch, den wir aus Werken kennen wie beispielsweise - und komplett zufällig ausgewählt - "John Wick" als Regisseur und "John Wick: Kapitel 2" als Produzent, veröffentlicht nun seinen neuen Film mit Charlize Theron als Zugpferd. Dabei befinden wir uns im geteilten Berlin im Jahre 1989 und somit im perfekten Gebiet für sämtliche Spionageaktivitäten, da sämtliche Fronten dort aufeinander treffen, die zu dieser Zeit in Europa versammelt sind. Unsere Hauptdarstellerin schlüpft in die Rolle einer Agentin vom MI6 und soll mit Hilfe eines Kontaktmanns namens David Percival, gespielt von James McAvoy, eine Liste wiedererlangen, die sämtliche Agenten in der Sowjetunion enttarnen würde. Dass daran natürlich auch noch die Kommunisten interessiert sind, erklärt sich von selbst und hinzu kommt noch die CIA, die generell gerne Einblicke in das Vorgehen des MI6 haben möchte. So ist das Grundgerüst für eine spannende Agentengeschichte geschaffen.


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Grelles Licht im tristen Berlin

Gleich bei den ersten Berührungspunkten mit "Atomic Blonde", sei es durch das Poster, dem Trailer oder erst beim wirklichen Film im Kino, fällt sofort das unkonventionelle Design auf. Generell ist der gesamte Film in einem blau-gräulichen Filter gehalten, darauf aber auffallend die Neon-Schriftzüge des Filmtitels. Auch im Vorspann wird dieser Kontrast noch einmal mit einigen roten Farbkleksen untermalt. Dieser gesamte Style zieht sich durch den Film und ist wirklich brillant in Szene gesetzt, gerade da man sich in der oftmals so trist dargestellten DDR befindet. Aber gut, es handelt sich auch um keinen herkömmlichen 0815-Spionagefilm, sondern David Leitch hat seine Finger im Spiel und diese Actionnote bekommt man zu spüren. Vor allem beeindrucken die schonungslosen Actionszenen, wenn Theron mal wieder in Bedrängnis kommt auf der Suche nach dem Film. Gerade in diesen Szenen spiegelt sich der Geist John Wicks durch den Film, denn die ruhige Kameraführung mit sehr gut choreografierten Handgemengen beweisen mal wieder, dass in einem Actionfilm nicht jede Millisekunde eine andere Kameraperspektive gewählt werden muss. Generell ist dabei der gesamte Cast sehr gut und vor allem merkt man bei Theron, dass ihr die Rolle als Actionheldin und eiskalte Spionin sehr gut steht. McAvoy liefert natürlich auch mal wieder einen total verrückten Charakter ab, der an seine Rolle in "Drecksau" erinnert.

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Die Krankheit von Spionagefilmen...

Zwischen den überragenden Actionszenen muss man leider sagen, dass sich die Spionagegeschichte etwas zieht. Man hat außerdem das Gefühl, dass sich einige Teile doch wiederholen und man hätte das Gesamte etwas schneller auf den Punkt bringen können. Da hilft leider auch nicht die komplexe und gut durchdachte Geschichte hinweg mit einem tollen Soundtrack, der damaligen Zeit entsprechend. Sonst gibt es allerdings nicht viel auszusetzen.

Insgesamt kann man eine uneingeschränkte Empfehlung für jeden aussprechen, der nicht ganz so zartbesaitet ist, denn für eine FSK 16-Freigabe geht es schon sehr ordentlich zur Sache. Vor allem wirklich erfreulich ist die Handschrift von David Leitch, bei dem wir uns in Zukunft ja auch auf Filme wie beispielsweise "Deadpool" freuen dürfen!


+ Gesamtes Design des Films mit Kontrasten sehr stark

+ Gesamte Cast sehr überzeugend

+ Actionszenen mit Kamerafahrten außerordentlich in Szene gesetzt

+ Soundtrack passend zum Setting 

- Teilweise etwas langezogen

- Gefühl der Wiederholung in manchen Passagen

- Teilweise schwer nachvollziehbar


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