Film Review: Logan Lucky

© Bleecker Street

"Logan Lucky"… nein, es handelt sich hierbei leider nicht um einen neuen Teil der "X-Men"-Reihe mit unserem Lieblings-Wolverine. Ob ihr die Gangsterkomödie trotzdem nicht gänzlich verdrängen solltet, erfahrt ihr hier in unserem Review…


Oceans assemble!

Bei Regisseur Steven Soderbergh schießt einem direkt die Trilogie der "Oceans"-Filme in den Kopf. Dieses mal versucht er sich an der starbepackten Gangsterkomödie "Logan Lucky". Dabei machen sich Adam Driver, der spätestens nach "Star Wars Episode VII" jedem ein Begriff sein sollte, und Channing Tatum Gedanken, wie man an das große Geld rankommt. Diese übernehmen dabei die Rolle der beiden Logan-Brüder, die mit Hilfe ihrer Schwester Mellie Logan, welche von Riley Keough gespielt wird, ein großes NASCAR-Stadion ausrauben wollen. Dabei stehen sie allerdings vor diversen Problemen und so gesellen sich weitere Komplizen dazu, um den Raub reibungslos über die Bühne zu bringen. Dass dies nicht ganz so glatt funktioniert, lässt der immer wieder thematisierte Logan-Fluch des Bruders Clyde vermuten. Unter den Komplizen steckt dabei noch ein völlig verrückter Bombenspezialist/Gefängnisinsasse, dessen Part Daniel Craig übernimmt. Somit haben wir eigentlich eine Geschichte, die an einen klassischen "Oceans-Eleven"-Raub erinnert, nur im Gewand einer amerikanischen Hillybilly-Szenerie. 


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Keine Großstadtatmosphäre

Dies ist dabei auch der große Pluspunkt des Films. Die ländliche Thematik trägt maßgeblich zur Situationskomik bei und dem Zuschauer wird eine plakativ amerikanische, ländliche Mentalität präsentiert. Dabei sind die Charaktere wirklich gut durchdacht und man erfreut sich an den überzogenen Spitzen im klassischen "American Way of Life". Diese fließen teils beiläufig teils direkt in die Geschichte ein und vitalisieren diese ungemein - beispielsweise die Tochter von Channing Tatums Jimmy Logan, die von ihrer Mutter von einem Schönheitswettbewerb zum anderen gehetzt wird und dementsprechend auf einmal kein Eis mehr mit ihrem Vater essen will, weil dies zu viele Kohlenhydrate hat. An dieser Stelle ist auch nochmal die Leistung von Riley Keough hervorzuheben, die sich hinter dem ganzen Star-Ensemble nicht verstecken muss. Im Gegenteil, bei dem Job wirkt sie dermaßen gelassen, dass sie eine Art Ruhepol zu den ganzen anderen verrückten Charakteren darstellt und somit wirklich erfrischend ist.


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Die gleiche Leier...

Wie man bereits bemerkt liegen die Stärken des Films in der Ausführung und nicht in der Geschichte selbst. Diese hat man nämlich schon zum x-ten Mal gesehen und mittlerweile verstanden, dass ein Raub nicht immer glatt geht und dabei witzige Sachen geschehen. Selbst wenn Soderbergh die Referenz an die "Oceans"-Filme eindeutig bewusst sind, erfindet er durch die neue Umsetzung das Rad nicht neu. Glücklicherweise helfen die schauspielerischen Leistungen in Kombination mit der skurrilen Situationskomik über die Geschichte hinweg und machen den Film doch letzten Endes sehr kurzweilig.

Somit ist "Logan Lucky" trotz einfallsloser Geschichte insgesamt ein sehr unterhaltsamer Film und FANs des Genres sollten sich den Film nicht entgehen lassen.


+ Generelle Hillybilly-Atmosphäre wirklich toll interpretiert

+ Absurde Situationskomik

+ Schauspielerische Leistung durchweg solide, Riley Keough überrascht positiv

- Story schon zum x-ten Mal gesehen (das Ende ausgenommen)

- Daniel Craig bleibt blass


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