Serien Review: Star Trek Discovery

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Endlich wieder eine "Star Trek"-Serie! Endlich wieder unbekannte Welten und neue Zivilisationen - aber bitte schön mit dem nostalgischen Flair der Original- bzw. TNG-Serie! Ob "Star Trek Discovery" diese Wünsche erfüllen kann, erfahrt ihr im Review zu den beiden Pilot-Folgen.


Neues Design = Neue Richtung?

Schon bei der Sichtung des ersten Materials zur neuen Netflix-Serie "Star Trek Discovery" machte sich Verwunderung breit. Das Design der Raumschiffe, der Uniformen sowie die generelle Bildsprache wiesen auf eine Neuausrichtung des klassischen Sci-Fi-Stoffes hin. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der ein oder andere "Trekker" äußerst skeptisch auf die neue Serie wartete. Nichtsdestotrotz machen die beiden Pilot-Folgen "Das vulkanische Hallo" und "Der Kampf beim Doppelstern" einiges richtig, wenn auch nicht unbedingt erzählerisch perfekt - dafür aber in einem durchaus erfrischenden und neuen Look. 

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Ein neuer Star Trek Film?

Die beiden Folgen zusammen könnten mit einigen Abstrichen auch fast schon als ein kompletter Kinofilm gewertet werden. Dennoch ist ihnen gerade in puncto Special Effects das Seriengenre anzusehen. Zwar sind auch hier die Effekte durchaus beachtenswert für eine Serie konzipiert, erreichen aber nie die Qualität wie sie zu zuletzt z.B. bei "Game Of Thrones" zu sehen war. Sicher spielt hier auch das Budget eine große Rolle, dennoch ist man gerade nach der Neuauflage der "Star Trek"-Kinofilme in Sachen Computeranimationen einen höheren Standard gewohnt, vor allem dann, wenn in einem Gespräch zwischen zwei Charakteren ein Lense-Flair nach dem anderen über den Bildschirm flackert. J.J. Abrams lässt grüßen... Dieser Umstand lässt sich aber verkraften und kann als "Meckern auf hohem Niveau" bezeichnet werden. 


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Neue Charaktere, neue Raumschiffe

Im Mittelpunkt der neuen Serie steht die vom Sonequa Martin-Green gespielte Offizierin Michael Burnham, welche durch ein tragisches Ereignis aus ihrer Vergangenheit ein ganz besonderes Verhältnis zu den Haupt-Bösewichten (Klingonen) hat. Burnham wuchs außerdem auf Vulkan unter den Fittichen von Sarek auf und besuchte dort als Mensch die vulkanische Wissenschaftsakademie. Aus Spoilergründen wollen wir hier nicht weiter auf den Charakter eingehen, da die Entwicklung und die Persönlichkeit der Figur ein zentraler Bestandteil der ersten beiden Folgen sind. Hinzu kommt noch die von Michelle Yeoh verkörperte Philippa Georgiou, Captain der USS Shenzou. Beide Figuren werden zu Beginn der ersten Folge auf einem Wüstenplanet eingeführt. Dieser Handlungsstrang fühlt sich jedoch etwas fehl am Platze an, da er überhaupt nichts mit dem Rest der beiden ersten Folgen zu tun hat.  

 

Das Design der neuen Raumschiffe hingegen hat nichts mehr mit der strahlend weiß-grauen Farbgebung der Schiffe aus der Originalserie bzw. den Kirk-Filmen gemeinsam. Die Farben sind sehr viel dunkler und die Konturen erinnern dann doch mehr an das Design der Enterprise-E aus den letzten drei Filmen mit der TNG-Crew. Das fühlt sich alles etwas komisch an, wenn man bedenkt, dass die Serie zeitlich ca. zehn Jahre vor der Originalserie mit Kirk und Spock spielen soll... 

 

Als Antagonisten werden hier die Erzfeinde der Föderation, die Klingonen, wieder einmal als kriegerisches und durch Rache getriebenes Volk dargestellt und eingeführt. Das Re-Re-Design mag nicht jedem Trekker gefallen, so wurden uns doch bereits in "Star Trek Into Darkness" neue Klingonen vorgestellt, welche bei den eingefleischten FANs auf Missachtung stießen.  "Star Trek Discovery" geht hier noch einen Schritt weiter und stellt die Ehre sowie das Leben und den Umgang von verschiedenen klingonischen Familienclans dar. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, ist aber wohl bei Kennern der alten Serie sehr gewöhnungsbedürftig. 

"Star Trek Discovery" ist eine frische und zugleich etwas düstere Neuinterpretation eines bekannten Stoffes, der nicht jedem FAN der alten Schule gefallen dürfte. Wir sind jedoch der Meinung, dass sich eine "Star Trek"-Serie auch an die heutigen Verhältnisse anpassen sollte und begrüßen diese Neuausrichtung sehr. Die beiden Pilot-Folgen enden mit einem ordentlichen Cliffhanger, der uns durchaus neugierig macht, wie es mit Michael Burnham nun weiter geht. Zu sehen gibt es die Serie immer Montags mit einer neuen Folge bei Netflix.


+ Neuer, frischer Look

+ Interessante Charaktere

+ Actionreicher Plot der ersten beiden Folgen

- Gewöhnungsbedürftiges Design der Klingonen

- Special Effects teilweise schlecht


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