Film Review: Blade Runner 2049

© Sony Pictures

Mit "Blade Runner 2049" läuft seit letztem Donnerstag einer der am meisten erwarteten Filme aus dem Kinojahr 2017 in den Lichtspielhäusern. Wir haben uns den Streifen natürlich nicht entgehen lassen und klären im spoilerfreien Review, ob der Film von Denis Villeneuve wirklich hält, was er verspricht.


Ein Meisterwerk?

Anno 1982 sorgte Regie-Legende Ridley Scott mit seinem am Film Noir angelehnten "Blade Runner" für Aufsehen. Bildgewaltig, düster und mit einem Thema, welches auch heute noch brandaktuell ist. Jeder, der diesen Film noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt vor der Erstsichtung von "Blade Runner 2049" nachholen. Und auch wenn man sich den neusten Streifen mit Ryan Gosling und Harrison Ford nicht anschauen will, muss man den Meilenstein des Sci-Fi bzw. Cyberpunk Film aus den frühen Achtzigern gesehen haben!

 

Mit "Blade Runner 2049" setzt Denis Villeneuve die Story des ersten Teils sinnvoll fort und spinnt eine weitere Detektiv-Geschichte rund um das Thema "Mensch sein", Umgang mit künstlicher Intelligenz und die Suche nach Selbstbestimmung. Wer also rein gar nichts über den Film wissen möchte, sollte jetzt aufhören zu lesen, ins Kino gehen und sich diesem Kunststück eines Films voll und ganz hingeben, denn dann wirkt der Film am besten!


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Denis Villeneuve - bereits jetzt eine Legende

Dass Denis Villeneuve die Regie übernommen hat, tut dem Film unglaublich gut. Er bewies bereits im letzten Jahr mit "Arrival",  was für bezaubernde Bilder er erschaffen kann und was für Geschichten er mit diesen erzählen kann. Der Hauptfokus liegt aber auch hier auf den gewaltigen Bildern und Kameraeinstellungen, die er mit seinem Kameramann Roger Deakins auf die Leinwand zaubert. Das hier Gezeigte ist einfach nur atemberaubend schön! Roger Deakins war bereits mehrmals für den Oscar nominiert, konnte den Preis aber leider nie gewinnen. Wenn das auch nach "Blade Runner 2049" nicht der Fall sein sollte, haben wir den Glauben in die kleine Goldstatue endgültig verloren...

 

Hans Zimmer gibt den gezeigten Bildern mit seiner musikalischen Untermalung den Rest. Er orientiert sich dabei stark an den Klängen des ersten Teils, welche sich mit einer brachialen Wucht in unserem Kopf festgesetzt haben. Ein Beispiel für die perfekte Zusammenkunft von Bildern und Musik!

© Sony Pictures

Und die Story?

Um euch das bestmögliche Kinoerlebnis zu gewährleisten, wollen wir hier nur ganz kurz die ersten paar Minuten des Films bzw. das, was vor Start des Films schon bekannt war, erzählen. Wer also rein gar nichts wissen möchte, sollte nun wirklich nicht mehr weiterlesen!

 

Der von Ryan Gosling gespielte Blade Runner "K" hat den Auftrag, abtrünnige Replikanten aufzuspüren und auszuschalten. Dabei sucht er zu Beginn des Films den von Dave Bautista verkörperten Nexus-8 Replikanten "Sapper" auf, da sich dieser illegal auf der Erde aufhält. Nach der Konfrontation beginnt eine Schnitzeljagd, welche für K die Frage nach seiner eigenen Herkunft beantworten soll...

 

Mit absoluter Sicherheit können wir dennoch sagen, dass auch die Geschichte aus den Federn von Hampton Fancher und Michael Green ein absoluter Pluspunkt des Films ist. Sie beginnt mit einer Schnitzeljagd und endet garantiert nicht so, wie man es in den ersten 100 Minuten des 163 Minuten langen Streifens vermuten würde. Dafür legt sie geschickt falsche Fährten und endet in einem spannenden Finale. Dazu kommt die hohe Emotionalität, mit der sie geschrieben und inszeniert wird. 

 

Der Star des Films ist übrigens nicht Ryan Gosling oder Jared Leto (beide sind überaus gut in ihren Rollen), sondern Schauspiellegende Harrison Ford! Rick Deckard wird von ihm mit einer Genialität verkörpert, welche bei vielen seiner Rollen zwar auch vorhanden ist, aber nie so emotional und gefühlsecht dargestellt wurde. Rick Deckard ist neben Han Solo und Indiana Jones wohl seine berühmteste Rolle und gleichzeitig die mit Abstand beste, wenn es um Gefühle und tiefgründige Trauer einer Figur geht. Was der 75-jährige hier abliefert, ist die Definition von Schauspiel in einem Kinofilm!

Weitläufige Panoramen, gezielte Kameraeinstellungen, bombastische und brachiale musikalische Untermalung - ja, ihr schaut einen Film von Denis Villeneuve! "Blade Runner 2049" ist bis heute der beste Film aus dem Kinojahr 2017. Hier stimmt einfach alles und es gibt technisch wie erzählerisch rein gar nichts zu bemängeln. Die Laufzeit von fast 3 Stunden dürfte für den einen oder anderen Genre-Fremdling eine Herausforderung sein, da die wenigen Actionszenen mit bedacht und Hollywood-untypischer Geschwindigkeit inszeniert sind. Dies fügt sich dennoch perfekt in die grundlegende Stimmung des Films ein. Wer also schon mit dem ersten Teil nichts anfangen konnte, wird auch hier nicht glücklich. Für alle anderen, die gerne sehen wollen wie anspruchsvolles Science-Fiction Kino geht, sprechen wir hier mehr als eine klare Empfehlung aus. "Blade Runner 2049" wird euch noch Tage nach dem Kinobesuch beschäftigen - garantiert!


+ Atemberaubende Bilder

+ Musikalische Untermalung vibriert durch den ganzen Körper

+ Schauspielerische Leistungen auf Top-Niveau

+ Detektiv-Geschichte mit falschen Fährten und interessanten Nebengeschichten (Beziehung zwischen K und seine künstlichen Intelligenz "Joi")

+ Harrison Ford in seiner wahrscheinlich besten Rolle

- Laufzeit von fast 3 Stunden, für einige vielleicht zu anstrengend


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