Film Review: Mord im Orient-Express

© 20th Century Fox

Tschuu Tschuu - der Orient-Express begibt sich auf die Reise und an Bord ist ein wahnsinniges Ensemble von herausragenden Schauspielern. Ob die Reise ein positives oder negatives Erlebnis wird, erfahrt ihr hier…


Mal wieder eine Neuauflage...

Mit "Mord im Orient-Express" flimmert der vermutlich bekannteste Agatha Christie Roman über die Leinwände und dementsprechend wurde ein lange Liste mit diversen Oscarnominierten und Preisträgern zusammengestellt, um die verschiedenen Reisenden zu verkörpern. Die Regie wird von Kenneth Branagh übernommen, der ebenfalls in die Rolle des Detektivs Hercule Poirot schlüpft. Darüber hinaus reihen sich noch weitere eindrucksvolle Namen wie Penélope Cruz als streng Gläubige, Johnny Depp als verruchter Gauner, Judi Dench als Prinzessin Dragomiroff, Daisy Ridley als… und und und. Man sieht, der Cast des gesamten Films liest sich extrem eindrucksvoll. Um den Inhalt des Films kurz und bündig anzureißen: Es geschieht, überraschenderweise, ein Todesfall auf dem Weg des Zugs nach Frankreich und unser berühmter Detektiv mit einem ausgeprägten Ordnungszwang macht sich daran, den Mordfall aufzuklären.


© 20th Century Fox

Schauspielerisch - offensichtlich!

Wie sollte es auch anders sein, glänzt der Film natürlich mit guten schauspielerischen Leistungen - egal, ob alt Eingesessene oder eine noch rasant aufsteigende Daisy Ridley, allesamt performen sehr gut und stellen nahezu perfekt ihre zugeteilten Rollen dar. Durch eine entsprechende Laufzeit von knapp zwei Stunden und nicht allzu viel actionreicher Szenen, kommt dabei auch keiner wirklich zu kurz. Geführt wird der gesamte Film von Kenneth Branagh, der es als Regisseur allerdings auch gut versteht, die Zuschauer an dem Vorgehen des Detektivs Poirot teilhaben zu lassen. Die Geschichte ist hierbei sehr spannend, schließlich ist die entsprechende Romanvorlage auch nicht umsonst so bekannt geworden.

© 20th Century Fox

Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Wer sich denkt, dass bei solchen Voraussetzungen nichts schiefgehen könnte, liegt zwar einerseits nicht falsch, allerdings liefert Branagh ein Werk ab, was für viele FilmFANs als eher speziell angesehen werden könnte. Der gesamte Film besteht nun hauptsächlich aus Dialogen und der Ermittlungsarbeit des Detektivs und bietet somit keine Action, was an sich nichts Verwerfliches darstellt, wie auch schon eine Großzahl anderer Filme eindrucksvoll beweisen konnten. Die Geschichte lebt insgesamt von ihrer Spannung an sich, wer am Ende der Täter sein könnte und nicht aufgrund hoch emotionaler Momente durch Wendungen in den Schicksalen einzelner Charaktere. Somit dürfte schon ein großer Teil der Zielgruppe des Films verfehlt sein, da sich natürlich hauptsächlich FANs von Agatha Christies Werken für den Film interessieren und dementsprechend mit der Romanvorlage auskennen. Für diese plätschert der Film etwas vor sich hin. Zwar gut geschriebene aber komplizierte Dialoge verleihen dem Film einige Längen und das Ende kommt trotzdem relativ sang und klanglos daher. Es fehlt insgesamt einfach das Wow-Erlebnis, das diesen Film besonders macht.

Dementsprechend kann man "Mord im Orient-Express" zwar eindeutig empfehlen, aber leider nur an eine kleine Zielgruppe, die nicht vertraut ist mit den Romanen von Agatha Christie und darüber hinaus wirklich unfassbare Lust auf einen klassischen Krimi hat, wie er im Buche steht. Es sind zwar alle schauspielerischen Leistungen auf höchstem Niveau, allerdings reichen die Charakter- und Geschichtsvorlagen nicht für oscarreife Darstellungen, sodass "Mord im Orient-Express" etwas im Mittelmaß versackt.


+ Schauspielerisch von allen eine gute Leistung

+ Generelles Kostümbild und Aufmachung des Films sehr ansprechend

+ Geschichte durch die Romanvorlage sehr durchdacht und spannend

- …allerdings nur, wenn man diesen nicht kennt

- der Rest der Films und die Mordaufklärung ist zu mittelmäßig und die Neuauflage hätte es somit nicht zwangsläufig gebraucht


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