Film Review: 1922

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"Bright" sticht als momentanes Flaggschiff der Netflix-Produktionen durch alle Disskussionswellen von FANs. Darüber hinaus sind allerdings mittlerweile auch viele andere Werke des Streaming-Anbieters eine intensivere Sichtung wert, wie beispielsweise das Horrordrama "1922". Hier könnt ihr lesen, wie sich die Netflix-Produktionen in anderen Genren schlagen…


Eine furchtbare Tat

Basierend auf einer Kurzgeschichte von Stephen King möchte Netflix auch im Horrorgenre Fortschritte machen. Dementsprechend findet sich mit Thomas Jane auch ein bekannter Name wieder, der den meisten als Punisher ein Begriff ist. Überraschenderweise ist die Binnenhandlung im Jahr 1922 angesetzt als der amerikanische Farmer Wilfred James (Thomas Jane) durch das Ableben seines Schwiegervaters eine beachtliche Summe an Land erhält. Dieser lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Ruhe auf dem Land. Dabei spielt vor allem im Rahmen der damaligen Zeit das Kapital eine wichtige Rolle, weshalb es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Mutter und den beiden Männern des Hauses kommt. Diese beschließen schweren Herzens, sich der Mutter zu entledigen – eine folgenschwere Entscheidung, die fortan das Leben der beiden nicht mehr loslässt.


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Die Atmosphäre

Generell wird im Film eine wirklich beeindruckend düstere und bedrückende Atmosphäre trotz des legeren Farmer-Lebens geschaffen. Dabei strahlt auch die Leistung Thomas Janes hervor, der die einfache Orientierung eines Farmers mit dem Wunsch nach Land und Wachstum ansprechend und glaubwürdig darstellt. Aber auch das Handeln des Vaters und des Sohns werden in kurzer Zeit sehr prägnant dargestellt. So wird insgesamt eine Geschichte geschaffen, die einem Stephen King Roman sehr gut entspricht. Dazu trägt auch die generelle Brutalität des Films bei, die den Zuschauer erschreckt zurücklässt.

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Vernachlässigt...

Auch wenn die generelle Darstellung des Films sich vor allem sehr gut in die damalige Zeit einfügt und diese entsprechend darstellt, wird natürlich ein großes Augenmerk auf den Horroraspekt gelegt. Dem Zuschauer läuft der kalte Schauer über den Rücken durch die eiskalte Brutalität und die schreckliche Tat. Jedoch nicht aufgrund der übernatürlichen Phänomene, die den Farmer im fortlaufenden Film verfolgen. Diese wirken generell etwas harmlos und man hätte sich diese tendenziell sparen können, da sie sich nicht wirklich positiv auf den Film auswirken. Auch der Höhepunkt des Films wurde leider etwas zu früh gesetzt, sodass sich nach einer gewissen Schlüsselszene der Rest des Film etwas belanglos anfühlt.

Insgesamt ist "1922" ein Film, den sich vor allem FANs von Stephen King zu Gemüte führen sollten, denn dies sind wirklich die Aspekte, die im Film glänzen. Wenn man auf der Suche nach einem Jump-Scare-Horror ist, befindet man sich bei "1922" allerdings am falschen Ort.


+ Thomas Jane starke Leistung

+ Generelle Vermittlung der damaligen Verhältnisse mit vielen Schlüsselmotiven (Kapital, Land, Familie etc.)

+ "Schrecklichkeit" der Handlung

- Horrorelemente etwas vernachlässigt

- Höhepunkt zu früh gesetzt


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