Film Review: Kingsman - The Golden Circle

© 2017 Twentieth Century Fox

"Kingsman: The Secret Service" gehörte 2014/15 definitiv zu einem Überraschungstitel. Neben wirklich beeindruckenden Szenen konnte auch der trockene, schwarze Humor überzeugen. Nun erscheint mit "Kingsman: The Golden Circle" der zweite Teil der Reihe für das Heimkino. In unserem Review gucken wir uns den Nachfolger noch einmal genauer an.


Abgefahrene Pläne

Agent Eggsy ist mittlerweile fester Bestandteil der "Kingsman" und ist in die Fußstapfen von Galahad getreten. Sein Leben verbringt er gemeinsam mit Prinzessin Tilde, die wir ebenfalls schon aus dem ersten Teil kennen. Aber wie es das gefährliche Agentenleben so verlangt, treten auch hier immer wieder neue Bösewichte auf die Bildfläche. Der ehemalige Anwärter Charlie macht gemeinsame Sache mit der wahnsinnigen Poppy Adams (Julianne Moore) und hat es auf die Kingsman abgesehen. Über einen kleinen Umweg gelangen Eggsy und Merlin (Mark Strong) zu den "Statesman", die quasi das amerikanische Pendant zu den britischen Kollegen sind. Dort treffen die beiden auf einen weiteren alten Bekannten, den z.B. das Blu-ray Cover bereits verrät. Gemeinsam kommen sie Poppy und ihrer Organisation "Golden Circle" auf die Schliche, die mit ihrer Droge die Menschheit vergiften und nahezu ausrotten will. Gleichzeitig erpresst sie aber auch die Staatsoberhäupter, da sie über das nötige Gegengift verfügt - das alles für die Legalisierung der eigenen Drogen. Ähnlich wie im ersten Teil also, wird uns ein sehr skurriler Plan der Bösewichte geliefert. Zusammen mit den amerikanischen Kollegen müssen die Agenten die Bedrohung ausmerzen und erneut die Welt retten. Dabei kommen sie in einige Situationen, die uns aus dem ersten Teil bereits bekannt vorkommen.


© 2017 Twentieth Century Fox

Elegantes Comeback

Im Großen und Ganzen kann die Atmosphäre des Vorgängers eingefangen und mit den neuen Elementen verfeinert werden. Die Story ist dabei zwar durchaus austauschbar, aber insgesamt wieder so absurd, dass es stimmig in das Gesamtbild passt. Nach dem Aufschrei nach dem ersten Teil, dass FANliebling Galahad (Colin Firth) anscheinend das zeitliche gesegnet haben soll, ist die Entscheidung ihn zurückzuholen dennoch fragwürdig. Natürlich gehörte er auch zu unseren Favoriten, jedoch hätte man es eventuell anders regeln können. Die Zusammenarbeit und die Darstellung der "Statesman" ist aber durchaus unterhaltsam und bietet den ein oder anderen Lacher. Der schwarze Humor, gepaart mit einigen durchaus brutalen Stellen, passt ebenfalls sehr gut in das Konzept des Films. Die offensichtlichen Andeutungen und Wiederholungen aus dem ersten Teil, die dann jedoch anders verlaufen als gedacht, machen auch in diesem Teil wieder richtig Laune und bringen echtes "Kingsman"-Feeling auf.

© 2017 Twentieth Century Fox

Vernachlässigt...

Insgesamt ist der Film auf jeden Fall sehenswert. Sicherlich ist anzumäkeln, dass einige Aspekte vielleicht etwas zu viel waren. Jedoch ist es durchaus verständlich, da der erste Teil extrem vorgelegt hat. Die Kombination von der britischen und amerikanischen Organisation ist witzig und funktioniert, vielleicht ist die Laufzeit mit 142 Minuten jedoch etwas happig und hätte hier und da ein wenig kürzer sein können. Wer also keine Probleme mit schwarzem Humor und absurden Geschichten hat, ist hier bestens aufgehoben und wird seinen Spaß mit dem Film haben. Wir legen euch die Blu-ray Version ans Herz, da hier mit dem Bonusmaterial das Kingsman-FANiversum weiter durchleuchtet wird. Wer allerdings den ersten Teil noch nicht kennt, sollte diesen vorab unbedingt sehen, da sonst viele Zusammenhänge verborgen bleiben. Der Regisseur ließ übrigens bereits durchsickern, dass Kingsman durchaus eine Trilogie werden könnte, um so die Agenten-Reihe abzuschließen.


+ Witzig und derbe zugleich

+ Coole Actionsequenzen mit tollen Effekten

+ Kingsman-Feeling

+ Sehr gut gewählter Soundtrack

- Hier und da etwas übertrieben

- Laufzeit etwas zu lang

- Story etwas flach


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