Serien Review: Vikings Staffel 5.1

© History Channel

Seit dem 29. November ist die erste Hälfte der fünften Staffel von Vikings bei Amazon Video zu sehen. Mit der zehnten Folge endet der erste Teil der aktuellen Staffel - im folgenden Artikel geben wir euch eine kleine Zusammenfassung der Geschehnisse und sagen euch außerdem, ob uns auch die fünfte Staffel der Serie rund um Ragnar Lodbrok und seine Söhne überzeugen kann.


Spoilerwarnung!

Wer von den aktuellen Geschehnissen der 5. Staffel nichts wissen möchte, sollte ab jetzt aufhören zu lesen! Ihr wurdet gewarnt! ;-)


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Der Kampf der Brüder

Nachdem es Ragnars Söhnen gelungen ist den Tod ihres Vaters zu rächen, breiten sich deutliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Brüdern Ivar, Ubbe, Hvitserk, Sigurd und natürlich Ragnars Erstgeborenen Björn aus. Björn möchte lieber zusammen mit Halfdan, dem Bruder von König Harald, Richtung Süden segeln, um neue Ländereien zu erschließen, wohingegen die anderen vier Brüder das ihnen versprochen Land in England einfordern wollen. Lediglich Ivar tanzt ein wenig aus der Reihe. Er möchte weiterhin große Teile von England in seine Gewalt bringen und vor allem den Tod an seiner Mutter rächen. Dies führt unweigerlich zu mehreren Konfrontationen mit Lagherta, welche die Mutter der vier Brüder auf dem Gewissen hat. Sie hat sich mittlerweile zur Königin von Kattegat hochgemausert. König Harald, ein ehemaliger Verbündeter auf dem Rachefeldzug gegen König Elle und Ecberth, wittert seine Chance... 

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Brutale Schlachten

Im ersten Teil der 5. Staffel reiht sich eine Schlacht an die andere. Ivars Armee fällt in York ein, Lagherta muss sich gegen den verräterischen Harald beweisen und dann wäre da ja auch noch König Aethelwulf, der Thronerbe von König Ecberth. Dieser bekommt tatkräftige Unterstützung durch Bischof Heahmund. Heahmund entwickelt sich im Laufe der Staffel zu einem wirklich sehr interessanten Charakter, der immer mehr mit einer Glaubens- und Treuekrise zu kämpfen hat. Der durch Jonathan Rhys Meyers verkörperte "Gotteskrieger" sorgt auch für das weibliche Publikum für sehr schöne Schauwerte. 

 

Die Schlachten in "Vikings" waren auch schon zu Beginn nicht zimperlich in ihrer Darstellung der Gewalt. Die 5. Staffel legt nochmal eine Schüppe drauf, wobei hier auch die immer wiederkehrende psychische Gewalt auffällt. Der stets undurchsichtige und gewalttätige Ivar ist das beste Beispiel dafür. In vielen Szenen kommt er wie ein Monster aus einer fremden Welt daher und das liegt nicht unbedingt daran, dass er sich meistens kriechend fortbewegt, sondern vielmehr an seinen angsteinflößenden Gesichtsausdrücken. Alex Hogh Andersen spielt seinen Charakter mit so einer Hingabe, dass man ihn fast als den besten "Bösewicht" der Serie abstempeln könnte, sofern es hier überhaupt so etwas wie einen Bösewicht gibt. Alle Seiten sind nämlich durchaus "sympathisch" dargestellt und ihre Handlungen sind zu jeder Zeit nachvollziehbar. Wirklich sehr geschickt! 

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Überraschungen

Auch die 5. Staffel hält so einige Überraschungen parat. Zu Beginn fragt man sich, was eigentlich aus Rollo geworden ist, dem Bruder von Ragnar, welcher sich nun endgültig im Reich der Franken niedergelassen hat. Gerade dann, als man denkt, dass die Autoren den Charakter damit aus der Serie geschrieben haben, wird man kurz vor Schluss der ersten Hälfte der Staffel eines besseren belehrt. Zusätzlich überraschten uns auch die Entwicklungen rund um Aethelwulf und seine beiden Söhne. Die Autoren haben es geschafft, uns auch nach dem Tod von Ragnar weiter in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schließlich war Ragnar die tragende Hauptfigur der Serie, aber in der originalen Sage um Ragnar Lodbrok spielen eben auch seine Söhne eine sehr große Rolle.

Und Floki, der Schiffsbauer?

Nachdem Floki seine Frau und sein Kind verloren hat, fasst er den Entschluss weg zu segeln. Die Beziehung zwischen Ivar und Floki ist sehr stark und man könnte sogar annehmen, dass Ivar eine Art Vaterfigur in Floki sieht. Ivar fleht Floki regelrecht an nicht zu fortzugehen, davon lässt sich Floki aber nicht abbringen und segelt ins offene Meer hinaus. Vielleicht ist auch dieser Abschied ein Grund dafür, dass Ivar so kalt und von Rache durchtränkt wird...

 

Nach einem Sturm trifft Floki auf unbekanntes Land und meint fortan, in Asgard, dem Land der Götter, angekommen zu sein. Er entschließt sich zurück nach Kattegat zu segeln und schafft es tatsächlich eine kleine Gruppe von Leuten zu überzeugen mit ihm zu kommen. Dies geschieht jedoch ganz zum Missfallen von Lagherta, die darin einen Verrat sieht, ihn und seine Leute aber trotzdem ziehen lässt. Im weiteren Verlauf bahnen sich jedoch auch im neuen Land neue Konflikte an und Floki ist einmal mehr in einer Zwickmühle des Glaubens gefangen. 

 

Dieser Teil der Geschichte ist wohl der schlechteste. Es soll nie wirklich eine Spannung aufkommen und das andauernde Gerede von den Zeichen der Götter kann mitunter etwas nervig sein. Allerdings ist dies eine logische Entwicklung des Charakters "Floki", da er der mit Abstand gläubigste Wikinger in der Serie war und sich auch immer gegen Ragnar stellte, wenn dieser davon träumte die christliche Religion zu verstehen.

Fazit

Am Ende kann man sagen, dass die 5. Staffel der Erfolgsserie "Vikings" durchaus viele Dinge richtig gemacht hat. Die Gefahr, dass es in der ersten Staffel ohne den tragenden Hauptcharakter Ragnar Lodbrok langweilig werden könnte, wurde geschickt umschifft. Auch die Story rund um Ragnars Söhne ist durch die Bank weg interessant und besteht aus vielen emotionalen Höhepunkten. In Sachen schauspielerische Leistung hat vor allem Alex Hogh Andersen als Ivar bleibenden Eindruck hinterlassen und steht Travis Fimmel in seiner Ausdrucksstärke in nichts nach. Aber auch die vielen neuen Charaktere können überzeugen und die Geschichte folgt weiterhin einem logischen roten Faden. Wir können es jedenfalls kaum abwarten, bis es mit der zweiten Hälfte der 5. Staffel von "Vikings" weitergeht.

+ Schauspielerische Leistungen der Hauptcharaktere

+ Viel Action, eindrucksvolle Schlachten

+ Interessante neue Charaktere

+ Emotionale Höhepunkte

- Storyline rund um Floki etwas zu zäh

- Nervige Nebencharaktere, die nichts zur eigentlichen Story beitragen


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