Film Review: Red Sparrow

© 20th Century Fox

Jennifer Lawrence mit russischem Akzent? In ihrem neuen Film will die Oscar-Preisträgerin als Spion überzeugen und so beginnt das gefährliche Spiel einer Doppelagentin. Hier erfahrt ihr, ob sich der neue Film mit dem Star aus "Tribute von Panem" lohnt…


Alte Bekannte...

Mit Francis Lawrence als Regisseur trifft Jennifer Lawrence keinen Unbekannten, denn diese konnten bereits in den erfolgreichen "Tribute von Panem"-Teilen 2 bis 3.2. zusammenarbeiten. Dementsprechend verwundert es nicht, dass der neue Film der oscarprämierten Schauspielerin heiß erwartet wird. Der Film handelt von der jungen aufstrebenden Tänzerin Dominika, die eine schreckliche Beinverletzung bei einer Aufführung erleiden muss. Aufgrund des folgenden Geldmangels und dem schlechten gesundheitlichen Zustands ihrer Mutter, nimmt sie gezwungenermaßen ein Angebot zur Hilfe von ihrem Onkel an. Dabei erfährt sie doch wenig später, dass das Leben als Spion wesentlich schlimmere Folgen hat, als nur den eigenen Körper einsetzen zu müssen… Daraufhin entwickelt sich ein spannender Doppelagenten-Thriller mit einem verdeckten Machtkampf der beiden Supermächte, der dem Kalten Krieg ähnelt.


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Nichts für schwache Nerven!

Dieser Konflikt ist wirklich nichts für zarte Gemüter. Dabei ist die FSK 16-Freigabe gerechtfertigt, denn in einigen Szenen des Films bleibt der Zuschauer sprachlos über die Rigorosität und Skrupellosigkeit der Darsteller. Dies verleiht dem Film einen sehr düsteren Ton, was auch nochmal von der Darbietung von Jennifer Lawrence unterstrichen wird, der seit der Rekrutierung als "Spatz" die Kälte ins Gesicht geschrieben steht. Auch der Aspekt des Doppelagenten-Daseins von sämtlichen Spionen im Film birgt viel Spannung und der Kinogast fragt sich dauerhaft, wer auf wessen Seite steht. Insgesamt wird auch der triste Ton im Sinne eines Spionagefilms eingefangen, vor allem am Drehort Bratislava.

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Die Gefahr der Filmlänge mal wieder...

Ein Aspekt, der nicht ganz dramatisch ist, aber doch teilweise ein wenig stört, ist die Länge des Films. Dieser hat ein langsames Erzähltempo und bei 141 Minuten hat man vor allem in der Mitte das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt. Dabei macht das Ende des Films vieles wieder wett und man versteht im Nachhinein, weshalb einige Aspekte der Geschichte nicht fehlen durften. Etwas störend hingegen fallen die einzigen Entscheidungen von verschiedenen Charakteren auf. Diese sind teilweise impulsiv und obwohl man die Doppelagentenorientierung im Kopf hat, kann man einige Aktionen nicht nachempfinden. Vor allem Joel Edgerton wirkt in diesem Sinne in vielen Szenen sehr einfältig.

Insgesamt kann man für "Red Sparrow" eine Empfehlung aussprechen. FANs von Jennifer Lawrence bekommen einen guten Agenten-Thriller zu Gesicht und auch FANs des Genres dürften sich an dem Film erfreuen. Dennoch reicht es nicht für die Spitze des Genres, sodass Zuschauer, die einen Film mit einer weiblichen Agentin in der Hauptrolle sehen möchten, eher zu "Atomic Blonde" mit Charlize Theron greifen sollten.


+ Spannende Geschichte, bei der die Intentionen der Charaktere dauerhaft ambivalent betrachtet werden

+ Düstere Szenerie und kompromisslose Passagen

+ Starkes Ende

- Einige Längen

- Handlungsweisen manchmal nicht ganz nachvollziehbar


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