Film Review: Operation - 12 Strong

© Warner Bros. Pictures

"Dunkirk" war nicht nur dank Christopher Nolan einer der Abräumer des Oscarabends, wodurch FANs weltweit wieder an das Kriegsfilm-Genre erinnert wurden. So trifft es sich gut, dass mit "Operation: 12 Strong" ein neuer Film direkt in den Startlöchern steht. Hier erfahrt ihr, ob die Kritik für das Drama nach dem 11. September positiv ausfällt…


Vergeltung

Chris Hemsworth als Captain… nein, hierbei handelt es sich nicht um ein Alternatives Marvel Cinematic Universe, sondern um den neuen Film von Nicolai Fuglsig, der mit seinem Regiedebüt einen Hollywood-Blockbuster erschaffen möchte. Die Geschichte, basierend auf wahren Begebenheiten, beginnt mit dem Terroranschlag auf die Twin Towers, welche Amerika dazu bringen in Afghanistan einzumarschieren. Dabei soll der Stroßtrupp von zwölf Mann rund um den noch jungen Captain Mitch Nelson (Chris Hemsworth) mit einem der Anführer der Nordallianz die Stadt Masar-e Scharif mit präzisen Luftschlägen erobern. Die Zusammenarbeit mit General Dostum (Navid Negahban) gestaltet sich alles andere als einfach - vor allem, da die Truppen weitestgehend mit Hilfe von Pferden gegen schwere Panzer und Artillerie kämpfen müssen. So beginnt eine wagemutige Mission zum Schutze Amerikas…


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Die üblichen Verdächtigen...

...bei der erstmal die üblichen Klischees abgeklappert werden. Amerikanischer Patriotismus und dramatische Abschiedssequenzen von den Familien der Soldaten prägen den Beginn und damit geht es auch genauso weiter in Afghanistan. Dies wird allerdings relativ kurz gehalten und gehört auch irgendwie dazu. Spannend wird es erst allerdings hinter den feindlichen Linien, denn die Gewissheit mit nur zwölf Mann gegen eine ganze Armee zu ziehen, birgt doch eine ganze Menge an Spannung. Vor allem da die US-Soldaten Freund und Feind nur schwierig unterscheiden können und beide Gruppen diese nicht unbedingt warmherzig empfangen. Die Teamkonstellation ist solide gelungen und man kann sich an den üblichen Soldatengesprächen erfreuen. Die Actionszenen, vor allem zu Pferd, sind darüber hinaus wirklich überzeugend und auch wenn diese etwas übertrieben wirken, liefern sie doch einige epische Szenen. Wirklich emotionale Momente liefern die Gespräche mit General Dostum, der dabei symbolisch die schweren Zeiten des Landes verkörpert.

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Wird der Zuschauer mitgerissen?

Diese sind leider auch die einzigen wirklichen Aspekte, die Zuschauer emotional mitreißen. Vor allem bei den Szenen der Soldaten und der Umgang mit der Situation ist dies an einigen Stellen zu vermissen. Auch die Kampfszenen wirken deswegen eher wie vollgeladene Actionszenen und lassen an Dramatik wünschen. Dies in Kombination mit der Überhäufung von Klischees tut dem Film nicht gerade gut. Vor allem der Wert der Menschenleben wird dabei etwas zwiegespalten behandelt - während die Leben der Soldaten in den Himmel gehoben werden, bleibt das Mitgefühl für alle anderen etwas auf der Strecke.

So ist ein Kriegsfilm entstanden, der Zuschauer, die auf eine actiongeladene Terroristenjagd warten, vollkommen zufrieden stellen wird. Allerdings dürfte es anderen etwas an Emotionalität fehlen. Auf Chris Hemsworth können wir uns dann lieber in "Avengers: Infinity War" freuen. 


+ Gute Actionszenen vor allem zu Pferd

+ Navid Negahban überzeugt als General Dostum

+ Grundspannung hinter feindlichen Linien

- Wenig emotionale Momente

- Generell etwas sehr flach


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