Film Review: Tomb Raider

© Warner Bros. Pictures

Knapp 17 Jahre ist es nun her, dass Angelina Jolie mit dem ersten Tomb Raider Film die Kinokassen klingeln ließ. Das entsprechende Videospiel bekam mit dem Reboot 2013 sehr viel positiven Zuspruch, sodass es nicht verwundert, dass das Filmgeschäft nachzieht. Hier erfahrt ihr, ob der Neustart auch dem Film bekommt…


Eine Veränderung steht an...

Angelina Jolie hinterlässt große Fußspuren für sämtliche Nachfolger, die sich neu an der berühmten Figur der Grabräuberin versuchen wollen. Trotzdem nimmt sich dieses Jahr Alicia Vikander dieser Herausforderung an und möchte ein Grab nach dem anderen entdecken. Doch bevor dies geschieht, setzt die Geschichte des Reboots früher im Leben der jungen Britin an. Diese ist nämlich keineswegs schon so souverän und determiniert wie die frühere Angelina Jolie. Zunächst versucht das neue Kapitel von Tomb Raider etwas mehr über die Entstehung des Mythos Lara Crofts ans Licht zu bringen. Dementsprechend erfahren wir inhaltlich viel über die Beziehung Laras zu ihrem Vater und die durch dessen Verschwinden entstandenen Narben. Durch eine neu entflammte Spur zu ihrem Vater gerät sie auf die geheime Insel Yamatai und es beginnt eine actionreiche Suche im tropischen Dschungel - ständig auf der Flucht entweder vor den üblichen Bösewichten oder den örtlichen Grabfallen. 


© Warner Bros. Pictures

Anforderungen erfüllt?

Kommen wir dabei zuerst zum Thema, was im Vorfeld den größten Gesprächsbedarf hervorrief, nämlich inwiefern Alicia Vikander in die Rolle passt. Doch keine Sorge diese erfüllt die Rolle in vollem Maße. Dabei merkt man nicht nur, dass sie sich in Sachen Fitness ordnungsgemäß vorbereitet hat, dem Zuschauer schlägt auch eine äußerst sympathische Unbekümmertheit der jungen Lara ins Gesicht. Da es sich dabei um eine Art Origin-Story handelt, ist klar, dass das übermenschliche Auftreten einer Angelina Jolie noch nicht erreicht wird und dies bringt Alicia Vikander sehr gut rüber, indem sie Momente voller Wagemut aber auch Unsicherheit ausstrahlt. Insgesamt ist auch die Umgebung auf der Insel sehr stimmig und es wird dem Zuschauer ein prachtvolles actiongeladenes Bildspektakel geboten. Dabei entfaltet sich auch ein angenehmer Spannungsbogen, der die Zuschauer auf ihren Sitzen hält.

© Warner Bros. Pictures

Die Magie des Spiels eingefangen?

Doch man muss sagen, es ist nicht alles perfekt gelungen. Natürlich haben Videospielverfilmungen immer ein sehr schweres Erbe, da diese meist auf erfolgreichen Spielen basieren und trotzdem eigenständig etwas bieten wollen. Diese Hürde meistert Tomb Raider zwar ordentlich, übernimmt sich aber eventuell insgesamt, vor allem durch die Fülle des Films. Dabei sollen nicht nur ein Haufen von Actionsszenen abgearbeitet werden, sondern auch noch eine Charakterentwicklung mit zahlreichen Rückblenden und Nebenaufträgen. Dies ist insgesamt etwas zu viel, sodass einzelne Aspekte zu oberflächlich angerissen werden. Darüber hinaus ist die Einordnung des Films etwas schwer, da zwar relativ harte Handlungselemente bestehen, diese allerdings nicht wirklich bedrohlich genug herüberkommen. So hätte die ein oder andere Stelle ruhig etwas düsterer gestaltet werden können. 

Insgesamt ist mit Tomb Raider ein solides Reboot gelungen, dass Anhängern des FANiversums gut gefallen dürfte. Leider schafft es der Film auch durch die FSK 12er Freigabe nicht die düstere Aura des Spiels einzufangen, bietet aber dennoch eine gute Ausgangsbasis für kommende Filme. Unterm Strich bestätigt Alicia Vikander, dass sie eine würdige Nachfolgerin ist.


+ Starke Alicia Vikander

+ Viele spannende Actionszenen

+ Stimmiges Setting

- Austauschbare Nebencharaktere und Antagonisten

- Bedrohlichkeit und Tiefe fehlen etwas


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