Film Review: Solo - A Star Wars Story

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© Disney/Lucasfilm

Alden Ehrenreich ist der neue Han Solo! Die Sternensaga wird mit Solo: A Star Wars Story um ein weiteres Spin-off erweitert. Im Vorfeld erntete diese Entscheidung viel Kritik und brachte zusätzlich so manchen Skandal mit sich. Die Sorgen innerhalb der FANgemeinde wurden groß, dass durch den Wechsel auf Ron Howard als Regisseur und die vielen Nachdrehs der Film nichts werden kann. In unserem Review zum Star Wars Film gehen wir der Frage nach, ob die neubesetzten, ikonischen Charaktere und das gesamte Werk dennoch überzeugen können.


Sein Name ist Han, Han Solo!

Seit Star Wars Episode 7: Das Erwachen der Macht erhalten wir jedes Jahr einen neuen Star Wars Film. Das besondere dabei sind die Spin-offs, welche die Geschichte abseits der Skywalker-Saga behandeln. Eindrucksvoll hat Rogue One bewiesen, wie diese Einzelfilme aussehen können und sollen. Im Fall von Solo: A Star Wars Story schien jedoch wenig Hoffnung zu bestehen, dass dieser ähnlich einschlagen wird, da immerhin ein "Fremder" in die Fußstapfen von Harrison Ford treten soll. Vielleicht machte sich aber auch hier nur die Angst breit, dass Kindheitshelden oder absolute Ikonen demontiert werden. Dieses Thema haben wir in unserer FANcast Episode ebenfalls behandelt (Zum FANwerk Podcast). Das Spin-off behandelt den Werdegang des jungen Han Solos, der sich auf Corellia über Wasser hält. Natürlich sind seine Ambitionen weitaus höher. Auf dem Weg der, wie er selbst sagt, beste Pilot der gesamten Galaxis zu werden, trifft er auf seine Weggefährten Tobias Beckett (Woody Harrelson) samt Crew, wie auch auf den Wookie Chewbacca. Letzterer ist nicht weniger bekannt als Han und wird wohl von den meisten FANs in einem Atemzug mit dem Schmuggler genannt. Gemeinsam müssen sie einen Job für den gefürchteten Gangster-Boss Dryden Vos (Paul Bettany) erledigen und brauchen hierfür die Hilfe vom durchtriebenen Lando Calrissian (Donald Glover). So entsteht ein rasanter Lauf gegen die Zeit und gegen so manchen anderen "Bösewicht".

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© Disney/Lucasfilm

Noch nie etwas vom rasenden Falken gehört?

Es ist nicht verwunderlich, dass uns das Solo Spin-off so einige "Erklärungen" liefern will. Gemeint sind hiermit vor allem die Fragen nach dem "Wie?" -  Wie genau kommt er an den Falken? Wie trifft er Chewie oder Lando und all die anderen Gangster, die wir in der Ur-Trilogie der Krieg der Sterne Saga kennenlernten? Zwar existieren bereits einige EU-Vorlagen, diese wurden aber bekanntermaßen verworfen. Han ist auch in diesem Film ein draufgängerischer Kerl, der sich aus so mancher Situation herausflunkern oder schleichen muss. Ob diese Fragen überhaupt geklärt werden müssen, oder ob Han so manche Sache nur breit ausgeschmückt hat, ist etwas anderes. Jedoch liefert uns der Film die Stellen, an denen der spätere Held der Rebellion all seine signifikanten Ausrüstungsgegenstände erhält sowie so manches Zustandekommen von Beziehungen oder Mythen, wie z.B. um den Falken. Han nennt sich selbst Outlaw und der gesamte Film versetzt uns in bisher eher unbekanntere Regionen der Galaxie, die so eine andere Seite abseits des großen Konflikts von Gut gegen Böse zeigen. Das verleiht dem Film einen für Star Wars eher ungewohnten Look, der jedoch Spaß beim Zusehen macht und hier und da weiteres Potenzial aufwirft. Ein Glück, dass die Darsteller bereits für weitere Filme unterschrieben haben.

© Disney/Lucasfilm

Bekannter Humor und neue Welten

Sicherlich kann man der Story vorwerfen, etwas flach oder nicht sonderlich innovativ zu sein. Jedoch wird jedem FAN immer wieder genügend Action und Nostalgie serviert, sodass man genau darüber leicht hinwegsehen kann. Die größte Sorge galt im Vorfeld eher der Neubesetzung und anderen Schauspielern. Gerade bei den Neuen ist Emilia Clarke zu nennen, die z.B. im Terminator-Franchise keinen sonderlich bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Dennoch ist es gelungen, dass alle Charaktere durchaus überzeugen können. Donald Glover schafft es einen so charmanten Halunken darzustellen, dass man einfach mehr von ihm sehen will. Alden Ehrenreich schafft es den jungen Han Solo wirklich glaubhaft zu verkörpern, ohne dabei Harrison imitieren bzw. kopieren zu wollen. Man kauft ihm die Rolle wirklich ab, wodurch für echte Unterhaltung und tolle Momente gesorgt wird - und das allen Gerüchten und Co. zum Trotz! Natürlich darf in einem Star Wars Film der übliche Droiden-Humor nicht fehlen. Hier erwartet uns mit L3-37 ein auf Unabhängigkeit sinnender, feministischer Droide, der durchaus für Lacher sorgen kann - oder auch für Stirnrunzeln. Hinsichtlich der Erzählgeschwindigkeit und der Sprünge in der Story hat der Film allerdings seine Schwäche. Gerade Dinge, die uns brennend interessiert haben, werden übersprungen. Gemeint sind hier bspw. seine ersten Flugversuche oder Zusammenhänge zu anderen Filmen.

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Solo: A Star Wars Story schafft es jedoch quasi über die gesamte Länge des Films zu unterhalten und überspielt seine Schwächen gekonnt durch rasante Actionszenen, witzige Dialoge oder nostalgische Anspielungen. Der Film fühlt sich anders an - aber gut! Auch wenn es hier und da an charakterlicher Tiefe fehlt, machen die Figuren ihre Sache gut und solide. Ob dieses Spin-off uns auch noch Monate danach mit Diskussionsstoff füttert, ist fraglich. Insgesamt aber erwartet uns ein spannendes und aufregendes Abenteuer in der Unterwelt des Star Wars FANiversums, welches uns hier und da auch tiefere Einblicke in altbekannte Gebiete erlaubt. FANs, die bisher wenig mit den animierten Serien anfangen konnten, können wir an dieser Stelle nur empfehlen sich zumindest einen Überblick über die Handlung zu beschaffen, da auch hier viele Anspielungen und Zusammenhänge erkennbar sind. Für uns bietet der Film jedoch noch einiges an Gesprächspotenzial und wird in einer unserer kommenden FANcast-Episoden sicherlich erneut thematisiert.


+ Neubesetzungen können durchaus überzeugen

+ Viele nostalgische Anspielungen

+ Look des Films

+ Interaktion der Charaktere

 

- Manche Aspekte bleiben auf der Strecke

- Hier und da fehlt die Tiefe

 


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