Film Review: Hotel Artemis

© Global Road Entertainment

Lange war es sehr ruhig um Jodie Foster, doch jetzt meldet sie sich 5 Jahre nach ihrem letzten Film Elysium vor der Kamera zurück. In Hotel Artemis steht sie komplett im Fokus und versorgt als Krankenschwester einen Verbrecher nach dem anderen. Ob das ganze Projekt gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Review…


Lässt John Wick grüßen?

Zugegebenermaßen, nach Sichtung des Trailers erinnert Hotel Artemis in vollem Maße an das Hotel Continental aus John Wick. Bösewichte werden aufgrund einer Mitgliedschaft behandelt, es gibt strikte Regeln, dass beispielsweise andere Patienten nicht getötet werden dürfen, und das Ganze hat irgendwie einen mysteriösen Charme. Dort endet leider auch die Verbindung zu John Wick, denn die Story ist in der Zukunft angesiedelt, um genau zu sein im Jahre 2028, und somit ist es relativ unwahrscheinlich, dass plötzlich der bekannte Bleistiftmörder um die Ecke stolpert. Im Hotel Artemis treiben sich trotzdem einige knallharte Gangster rum, aber auch eine tödliche Femme fatal gespielt von Sofia Boutella, die wir bereits aus Die Mumie oder dem ersten Teil von Kingsman kennen. Der nahezu unsichtbare Dave Bautista sorgt darüber hinaus als muskelbepackte Pflegekraft für Ordnung. Dass der ganze Aufenthalt in der dystopischen Zukunft geprägt von brutalen Aufständen nicht komplett glatt gehen kann, ist natürlich zu erwarten und ein rigoroser Kampf im Hotel Artemis beginnt.

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Stark angefangen...

Wenn etwas an das Hotel Continental aus John Wick erinnert, kann die Aufmachung des Films grundsätzlich nicht schlecht sein. So beginnt der Film auch sehr spannend und vor allem Jodie Foster überzeugt mit ihrer gewohnt kalten Art passend zu den strikten Regeln des Hotels. Vor allem die Kombination mit dem Drax-Darsteller Dave Bautista lässt einen vertrauten Eindruck beim Zuschauer zurück. Insgesamt ist auch das Interieur des Hotels sehr passend gestaltet und die dystopischen Straßenkämpfe passen zur Gesamtsituation. Um die Charaktere werden viele geheimnisvolle Hintergrundgeschichten spannend aufgebaut und diese interagieren sehr ansprechend mit den aufgebauten Rahmenbedingungen.

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...stark nachgelassen

Leider versickern diese Handlungsstränge auch etwas im letzten Teil des Films. Dieser baut allgemein nach einem starken Start auch sehr deutlich wieder ab. Die Spannungskurve wurde im Laufe des Films wirklich sehr gut gesteigert, doch das Finale wird relativ stumpf dargestellt. Die Actionszenen sind zwar durchweg solide, allerdings hinken die Handlungsweisen der Charaktere ab dem Finale etwas. So wird die erwartete Spannung nicht wirklich bedient und man wird als Zuschauer etwas unzufrieden zurückgelassen.

Zusammenfassend macht Hotel Artemis im ersten Teil des Films einiges richtig. Genauso viel geht leider allerdings im zweiten Teil schief. Da die Story nicht unbedingt gespickt von Stereotypen ist, kann man sich Hotel Artemis auf jeden Fall anschauen, da dieser seine Momente hat. Auch wenn es nicht zu erwarten ist, könnte einiges in einer Fortsetzung wieder gut gemacht werden.


+ Spannendes Setting mit den Regeln des Hotels

+ Starke Jodie Foster

+ Gute Spannungskurve der ersten Hälfte

- Sehr stumpfes und unspektakuläres Ende

- Handlungen der Charaktere nicht wirklich stringent

- Hintergrundhandlungen der Charakter verlaufen im Sand nach dem Anteasern