Gastbeitrag Craftingspace: Wenn Cosplays (nicht) fertig werden...

In unserem neusten Gastbeitrag zeigen euch die DIY-Experten von Craftingspace wie sie damit umgehen, wenn das Cosplay mal nicht fertig wird oder am Ende doch nicht so aussieht, wie man es sich vorgestellt hat.


Wer kennt das nicht: Man arbeitet an einem Cosplay-Projekt, investiert Zeit, Geld, Energie und Schweiß, wird dann endlich fertig und stellt beim Tragen fest, dass doch noch so einiges verbessert werden kann. Da geht es noch nicht mal unbedingt darum, dass etwas unschön verarbeitet oder etwa kaputt sein muss. 

Nein, denn wir Cosplayer sind eben auch Künstler. Und Künstler tun sich ja bekanntlich schwer damit ein Werk wirklich zu vollenden. Die Weiterarbeit an einem Cosplay kann verschiedene Gründe haben. So kann es sein, dass ein Kostüm öfter repariert werden muss. Manchmal kommt es aber auch vor, dass wir im Laufe der Zeit einfach neue Ideen entwickeln, wie wir unser Werk noch verschönern können. Ein weiterer Grund kann aber eben auch sein, dass wir unsere Fertigkeiten weiter entwickelt haben und das nun an unserem Projekt umsetzen möchten. 

Veränderung aus Notwendigkeit

Möglicherweise ist dies einer der meist verbreiteten Gründe für die Weiterarbeit an einem Cosplay. Wir tragen unsere Kostüme Probe und machen mehrere Make-Up Tests, Posing Tests usw., um zu sehen wie sich unser Werk ins Gesamtbild einfügt. Jedoch kann es immer mal passieren, dass wir beim finalen Auftritt in unserem Cosplay dann bemerken, dass doch etwas nicht sitzt oder kaputt ist. So machen wir auf Conventions womöglich die Erfahrung, dass die Rüstung doch etwas mehr Polsterung hätte vertragen können oder dass die Befestigungsvariante nicht die beste Wahl war.  

Mir selbst ist so etwas auch schon passiert, auf der Gamescom z.B. ist mir ein Teil meiner Torso-Dekoration von meinem Tyrande Whisperwind Cosplay gebrochen. Das war sehr ärgerlich. Aber so weiß ich, was ich definitiv anders machen werde bei der Reparatur. 

Veränderung aufgrund von Inspiration

Inspiration bekommen wir als Künstler die ganze Zeit. Wir holen sie uns bevor wir mit der Arbeit beginnen, aber während wir am Projekt arbeiten erreichen uns weiter Einflüsse aus der Welt um uns herum. Wir sehen neue Designs oder Artworks unseres Charakters und schon entwickeln sich neue Ideen. Für mich persönlich sind andere Cosplayer eine große Inspirationsquelle. So sehe ich z.B. bei dem einen oder anderen, wie dort ein bestimmter Teil des Kostüms umgesetzt wurde und denke mir – das will ich übernehmen. Einfach, weil es eine geniale Idee ist. 

Jacky hat ihre Version von Ysera auch ein paar Mal überarbeitet. Die größte Veränderung gab es an der Brustplatte. Hier hat sie sich inspirieren lassen, aber auch ihre Erfahrung mit verschiedenen Materialien einfließen lassen. So ist die neue Brustplatte aus Foam und nicht aus Thermoplast wie die Alte. Das führt mich direkt zum nächsten Veränderungsgrund. 

Veränderung aufgrund von Entwicklung der eigenen Fähigkeiten

Das ist meiner Meinung nach wohl der schönste Grund ein Cosplay zu verändern. Im Laufe der Zeit entwickeln wir unsere Fähigkeiten natürlich weiter und lernen immer mehr dazu. Wir eignen uns neue Techniken an, stellen uns Herausforderungen und meistern diese. Das macht für mich und eben auch für Craftingspace einen großen Teil von Cosplay allgemein aus. 

 

Nehmen wir z.B. die Perücke für mein Megara Cosplay. Beim ersten Tragen hatte ich noch nicht so viel Mut oder auch Erfahrung im Perücken-Styling. Ich habe mir dann Tutorials angeschaut und befreundete Cosplayer um Rat gefragt. Der zweite Versuch war dann etwas aufwendiger und mutiger gestaltet. Ich weiß aber jetzt schon, dass das nicht die letzte Version gewesen sein wird. 

 

Abschließend kann ich sagen, dass für mich persönlich nur sehr wenige Cosplay-Projekte wirklich abgeschlossen und fertig sind. Das hat für mich allerdings keinen negativen Beigeschmack. Denn ganz im Gegenteil, wie bereits erwähnt ist die Möglichkeit mich weiter zu entwickeln eines der Dinge, die ich beim Cosplay am liebsten hab. Und ich bin bestimmt nicht die einzige ;-)

 

Autor: Miriam von Craftingspace, im Auftrag von FANwerk 

Fotos: Craftingspace