Film Review: Birds of Prey

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© Warner Bros.

Im Film „Suicide Squad“ traf Margot Robbie 2016 in der Rolle der Harley Quinn, Partnerin in crime, sowie Liebesgespielin des Jokers, zum ersten Mal in den Ring. Als charmanter und unterhaltsamer Lichtblick in einem mehr oder weniger mittelmäßigen Film erscheint es nur fair, dass Harley als  DIE weibliche Anti-Heldin innerhalb des DC-Universums sich nun in ihrem eigenem Film beweisen darf. 


Dr. Harleen Frances Quinzel. Oder aber: Es war einmal vor langer Zeit - Birds of Prey im FANwerk Film Review

Harley ist keine Frau großer Worte und so ist die Story zu Beginn des Films in einer Comic-Sequenz schnell erzählt: Als Psychiaterin im Arkham Asylum verliebt sie sich unendlich in ihren Patienten, den Joker, von ihr liebevoll „Puddin“ genannt. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und Harley verliert das letzte bisschen Verstand und Hautpigmentierung in einem romantischen Säurebad am Schauplatz ihrer gemeinsamen Liebe, Ace Chemicals.

 

Während Harley und Puddin in Suicide Squad noch ein Paar und in love sind, startet Birds of Prey mit einer Harley Quinn, der das Herz gebrochen wurde und die sich mit Käse aus der Tube, Frühstückssandwiches und anderen Rauschmitteln trösten muss. Auch wenn der Beziehungsstatus nie über „es ist kompliziert“ hinausging, so hatte es für Harley diverse Vorteile als First Lady des Jokers stadtbekannt zu sein und Vogelfreiheit genießen zu können. Indem sie die Ace Chemicals Werke in die Luft gehen lässt, verkündigt sie die Trennung vom Joker schließlich dem Rest der Welt (hätte ein Post auf Instagram nicht auch gereicht?) und gerät damit versehentlich ins Visier ihrer diversen Feinde - einer von ihnen ist der Nachtclub-Besitzer, Roman Sionis (Ewan McGregor), auch bekannt als Black Mask. Was folgt ist die Geschichte von insgesamt fünf Frauen, die zu Raubvögeln (Birds of Prey) werden und 109 Minuten allen Männern, die sich ihnen in den Weg stellen, aufs Maul hauen.

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© Warner Bros.

Nicht ganz so fantabulös und nicht ganz so emanzipiert

Insgesamt fühlt sich Birds of Prey nach dem zunächst gelungenen Start wie ein langgezogener Prolog an. Die weiblichen Charaktere, Dinah Lance - die Frau mit der tödlichen Stimme, Detective Renee Montoya, die Frau mit der Armbrust deren Name ein Spoiler wäre und Cassandra Cain, eine junge Taschendiebin, werden dem Publikum schnell und lieblos vorgestellt und während man sich in Suicide Squad noch auf Harleys skurrile Auftritte freute, wirkt die Harley aus Birds of Prey stellenweise überzogen und Slapstick-mäßig. Auch Roman Sionis und sein Handlanger Victor Zsaz (Chris Messina) sind als Antagonisten leider eher schwach und nichtssagend.

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Glitzer, Gewalt und eine weibliche Regisseurin sind gute Voraussetzungen für einen Film mit geballter Frauenpower, aber von Emanzipation keine Sicht, wenn das einzige Ziel der Frauen darin liegt auf Rachezug gegen das männliche Geschlecht zu gehen. Dort wo der Film wieder anfängt interessant zu werden und die Charaktere einen Hauch von Tiefgang entwickeln, endet er und lässt auf eine bessere Fortsetzung hoffen. Insgesamt liefert Birds of Prey nichtssagende Hau-drauf-Unterhaltung, nicht mehr und nicht weniger.


+ Auf Jared Letos Auftritt verzichtete man im Film

+ Black Canary ist wirklich black

 

- Oberflächliche Story

- Flache Charaktere