Film Review: Outlaw King

Film Review Outlaw King Netflix Chris Pine

© Netflix

Captain Kirk und Quicksilver aus dem MCU zusammen im mittelalterlichen Schottland? Der Netflix-Film Outlaw King macht das möglich! Hier geht es um die Geschichte von Robert the Bruce und dem schottischen Aufstand gegen das übermächtige England. Klingt ganz nach William Wallace und dem allseits bekannten Film Braveheart – gar nicht so falsch! Wir haben uns den Streifen angesehen und schauen, wie sich Chris Pine und Aaron Taylor-Johnson auf dem Schlachtfeld schlagen.

 


Auf William Wallace folgt Robert the Bruce

Wir alle wissen noch wie die Geschichte um William Wallace endete – nicht zuletzt aufgrund des bildgewaltigen Meisterwerks „Braveheart“. Zeitlich siedelt sich der Film während der schottischen Unabhängigkeitskriege an, womit er quasi nahtlos an das Ende von Wallaces offener Rebellion gegen die englischen Besetzer anknüpft. Robert Bruce (Chris Pine) ist seinem Land gegenüber nach wie vor loyal und stellt sich dem Kampf gegen England. Dabei räumt er nicht nur den ein oder anderen Widersacher aus dem Weg, sondern lässt sich gleich zum König von Schottland krönen. Auf seinem Feldzug trifft er unter anderem auf James Douglas, der von Aaron Taylor-Johnson (Avengers, Kickass) gespielt wird. Nach einem herben Rückschlag und dem Rückzug ins Exil, unternehmen Robert und sein Gefolge jeden Versuch die schottische Nation zurückzugewinnen. Es entsteht ein spannender und durchaus blutiger Machtkampf und so einigen Intrigen.

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Wird der Aufwand belohnt?

Relativ schnell wird deutlich, dass die Produktion durchaus aufwändig war. Vor allem die Kostüme und das Setting können überzeugen, was durchaus Lust auf mehr macht. Auch die Kämpfe und Schlachten sind stark inszeniert. Der Film vermittelt einen recht guten Eindruck über das dunkle Mittelalter – auch wenn Filme wie Black Death hier noch deutlich einen draufsetzen. Die Landschaftsaufnahmen und Burgen machen schon Lust und Laune auf eine Tour durch die Highlands und fangen ein, wie beeindruckend dieses Gebiet wirklich ist. Schauspielerisch machen alle Protagonisten einen soliden Job. Taylor-Johnson sollte hier jedoch etwas hervorgehoben werden, denn er verkörpert den puren Wahnsinn und schafft es durch sein Auftreten in Erinnerung zu bleiben – teilweise fast schon zu übertrieben. Blass hingegen bleiben die Charaktere an sich. Was sind ihre Intentionen? Was treibt sie tatsächlich an? Was, warum, wieso? Das bleibt leider alles auf der Strecke. Unter anderem könnte das an den flachen Dialogen liegen, die nicht sonderlich viel Charaktertiefe erzeugen.

Alles in allem macht der Film über die Laufzeit Spaß und kann trotz mancher Längen überzeugen. Sicherlich ist es förderlich, wenn man dem Genre nicht abgeneigt ist und sich im mittelalterlichen Setting wohlfühlt. Chris Pine macht in der Rolle des schottischen Königs Bruce eine grundsolide Figur, auch wenn er für uns weiterhin der „neue“ Captain Kirk ist. Aaron Taylor-Johnson haben wir übrigens erst etwas später erkannt – der Bart hatte verwirrt. Für die dunkle Jahreszeit und die kalten Temperaturen schadet der Film definitiv nicht und sorgt für gute Unterhaltung.

 


+ Umsetzung

+ Kostüme und Kulisse

+ Inszenierung der Kämpfe

 

-  Teilweise verwirrend erzählt

-  Dialoge

-  Charakterentwicklung