Film Review: Venom

© Sony Pictures Releasing

Humor, schwarz wie der Anzug, und Kämpfe, bei denen Körperteile der Gegner auch gerne mal durch die Luft fliegen – das verkörpert Venom in den Comics und so bleibt natürlich die Frage, ob der Film dies auch entsprechend umsetzen kann. Das erfahrt ihr wie immer in unserem Film Review…


Vorschusslorbeeren?

Der Jubel war in der FAN-Gemeinde groß als bekannt gegeben wurde, dass Tom Hardy die Rolle des Eddie Brock in dem Film Venom übernehmen soll. Als dann auch noch die Gerüchte aufkamen, dass der Film ein R-Rating erhält, entflammte wirklich auch in dem letzten FAN-Herz ein ordentlicher Schimmer Hoffnung. Die Ernüchterung kam schnell als dann doch zu Gunsten der Erlöse des Films entschieden wurde und „nur“ eine FSK-12er Fassung auf der Leinwand flimmern sollte - dies vor allem deswegen, da die Comicvorlage definitiv zu einer der brutaleren Geschichten des Marvel Universums gehört. Die Life Foundation ist auf der Suche nach außerirdischem Leben und wird fündig. So kommen die sogenannten Symbionten auf die Erde. Ohne viel mehr zu verraten kommt der Enthüllungsjournalist Eddie Brock (Tom Hardy) mit einem dieser Symbionten in Kontakt und wird zu Venom. Die Rolle der fürsorglichen Freundin übernimmt Michelle Williams und Riz Ahmed mimt den skrupellosen Konzernboss, der ohne Rücksicht auf Verluste seine Ziele verfolgt.

© Sony Pictures Releasing

Tom Hardy machts...

Der Film zeigt: Der Jubel für Tom Hardy war berechtigt. Dieser holt aus der Rolle wirklich sehr viel raus und macht Eddie Brock zu einem ambivalenten Charakter, der sich im Laufe der Films entwickelt. Vor allem sind die Selbstgespräche mit Venom sehr unterhaltsam und jagen dem Zuschauer mehr Lacher ab, als einige Komödien, die dieses Jahr erschienen sind. Darüber hinaus stimmt einfach der Stil des Superhelden, der gut aus der Comicvorlage übernommen wurde, und wirklich klasse aussieht - sei es in den Kämpfen oder während er sich an Gebäuden hochjagt. Die musikalische Untermalung ist daneben sehr gut gelungen.

© Sony Pictures Releasing

Fluch der Erwartungen?

Insgesamt findet sich in Venom allerdings ein großes Für und Wider, vor allem durch die Berichterstattung bzw. Diskussionen der FAN-Gemeinde im Vorfeld. Eindeutig muss man einfach die Schnitte am Film bemängeln - da führt kein Weg dran vorbei. Vor allem wenn man während des Films die Zensur im Kopf hat, bemerkt der Zuschauer, dass bewusst an Kampfszenen entweder etwas weggelassen wurde oder bewusst weggeschaut wird, wenn die schwarzen Tentakeln mal einen Arm in die falsche Richtung biegen. Dies ist etwas antithetisch zu Venoms Charakterzug zu betrachten und verharmlost den Antihelden ein wenig. Darüber hinaus ist die Geschichte eine wirkliche 08/15-Originstory, was nicht weiter tragisch ist, wenn die anderen Rahmenbedingungen stimmen. Da haben wir ein auf und ab bei Venom: Zwischen genialen Momenten werden dann auch immer wieder belanglose gestreut.

Venom wird somit ein bisschen Opfer seiner Erwartungen. Während viele ein Actionfeuerwerk mit starken Charakteren und einer Story erwartetet hatten, die vor nichts Halt macht, ist ein Film entstanden, der in einzelnen Facetten geniale Stellen vorweist und dann aber wieder in den Standard versinkt. Als Empfehlung kann man sich Venom trotzdem anschauen, denn auch wenn keine nachhaltigen Emotionen bei dem Film entstehen, unterhält er dennoch ungemein.


+ Starker Interpretation von Tom Hardy

+ Comedy-Einlagen des Films gelungen

+ Insgesamt cooler Stil des Films

+ Soundtrack

- „Nur“ eine Standard-Geschichte

- Schnitte gehen zu Lasten des Films

- Viel Potenzial verschenkt