Film Review: Verschwörung

Film Review Phantastische Tierwesen Grindelwalds Verbrechen

© Sony Pictures Releasing

Skandinavische Krimivorlagen sind in der heutigen Zeit weder eine Seltenheit noch unbeliebt und so erscheint auch der zweite Teil der amerikanischen Auflage der Millenniums-Trilogie. Ob der Verlust der Schauspieler Daniel Craig und Rooney Mara gut kompensiert wurde, erfahrt ihr in unserem Review…


Same same but different...

Lisbeth Salander ist zurück und nach Noomi Rapace und Rooney Mara darf sich nun Claire Foy an ihrer Figur versuchen. Zugegebenermaßen keine leichte Aufgabe, doch auch Mikael Blomkvist wurde nach Mikael Nyqvist und Daniel Craig neu besetzt, weshalb Sverrir Guonasson auch ein sehr schweres Erbe anzutreten hat. Das Ganze geschieht unter der Regie von Fede Alvarez, der bereits mit Evil Dead und Don’t Breathe zwei bemerkenswert düstere Inszenierungen hervorrufen konnten. Die Geschichte setzt einige Jahre nach dem ersten Teil an und mittlerweile ist Lisbeth als Rächerin der Schutzlosen unterwegs, die sich vor allem um Männer kümmert, die Frauen misshandelt haben. Doch dann erreicht sie der Auftrag, ein Programm von der NSA zu stehlen, welches sämtliche Waffensysteme auf der Welt kontrollieren kann. Nein, wir befinden uns nicht in einem normalen Bond-Streifen, sondern in einem Genre, welches bekannt ist durch spannende unvorhersehbare Geschichten. Das Rennen um das Programm kann somit beginnen, wobei Lisbeth sogar auf eine alte Bekannte der Vergangenheit trifft.

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An Glanz verloren?

Der erste Teil der amerikanischen Verfilmung der Milleniums-Trilogie konnte nicht nur mit einer spannenden Geschichte punkten, auch bedingt durch die gute Vorlage, sondern auch mit einer äußerst ansprechenden Darstellung von Daniel Craig und Rooney Mara. Hinzu kam noch ein sehr dunkler Stil, der wirklich gut gepasst hat. Dieser wurde auch im zweiten Teil beibehalten und passend zur skandinavischen Landschaft verbreitet sich eine tolle Atmosphäre. 

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Gutes durch Schlechtes ersetzt...

Leider ist dies die einzige Tugend, die aus dem ersten Film übernommen wurde. Mikael Blomkvist, im ersten Teil noch als Hauptfigur, rückt nun durch Sverrir Guonasson deutlich in den Hintergrund und ist praktisch komplett nutzlos für den Film. Dies ist leider nicht nur dem Drehbuch geschuldet, sondern auch durch eine schlechte schauspielerische Leistung. Claire Foy galoppiert leider auch in eine vollkommen falsche Richtung. Noomi Rapace und Rooney Mara verstanden es, Lisbeth Salander eine wirklich einzigartige Ausstrahlung zu verleihen, vor allem durch die angedeutete autistische Art, die immer eine gewisse Distanz zu anderen Menschen innehielt. Claire Foy bekommt dies in keiner Sekunde hin, entweder strahlt sie künstlich gestellte Coolness aus oder eine offensichtliche Unsicherheit durch Gefühle zu anderen Charakteren. Wie schon oben angedeutet wurde die Geschichte, die im ersten Teil noch sehr spannend war, durch eine wirklich oberflächliche 08/15-Bösewicht-will-Welt-zerstören-Handlung ausgetauscht.

Insgesamt bleibt der zweite Teil leider blass. Die beiden guten Schauspieler wurden durch zweitklassige ersetzt, die Geschichte hat nachgelassen. Lediglich Anhänger von Lisbeth Salander werden mit einem durchschnittlichen Thriller ihre Zeit verbringen können.


+ Atmosphäre 

+ Starke Scharfschützen-Szene

- Schauspielerisch leider ungenügend

- Geschichte nicht nur vorhersehbar, sondern die 1000. ihrer Art

- Kein wirklicher Spannungsbogen