Film Review: Wir

Wir film movie review Lupita Nyong'o Jordan Peeles

© Universal Pictures

Eine verstörende Atmosphäre und viele Momente, bei denen man sich denkt: „Was zur Hölle passiert hier eigentlich?“. So soll „Wir“ die Zuschauer in Massen in die Kinos locken! Ob dies gelungen ist oder ob der Film in die Weiten der durchschnittlichen Horrorfilme geht, erfahrt ihr wie immer in unserem Film Review…


Wir - In den Fußstapfen von Get Out

Nachdem Jordan Peeles mit Get Out als der neue Regisseur-Shootingstar des Horrors gilt, bringt er mit Wir den nächsten Psychohorror auf die Leinwände. Dazu holt sich Peeles noch Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o vor die Kamera, um mit einer starken schauspielerischen Leistung noch einen drauf zu setzen. Wir fängt klassisch mit einem Familienausflug in ein Ferienhaus an. Dass dies natürlich nicht ganz glatt läuft liegt auf der Hand, denn plötzlich taucht eine zweite Familie auf, die unverwechselbaren Klonen in nichts nachsteht. So geht es mit einer terrorisierenden Jagd auf Leben und Tod los und vor allem der Frage: Woher kommt die Doppelgänger-Familie? Aus Spoilergründen belassen wir es an dieser Stelle mit einer Zusammenfassung, da dies elementar für den Film ist.

© Universal Pictures

Soundtrack - Wow

Wahnsinnig gut ist die gesamte Inszenierung des Films: Kameraführung, Farbenspiel und Kostüme sind exzellent an die verrückte Stimmung angepasst. Aber über allem steht das wiederkehrende Soundmuster des Titelsongs Luniz „I got 5 on it“. Selten wurde ein Rapsong so brillant eingesetzt wie in diesem Fall, wodurch die Handlung in perfektem Maße unterstützt wird. Wirklich stark ist auch die Vielzahl an Horror-Referenzen aus alten Horrorklassikern, wie beispielsweise The Six Sense oder Freddy Kruger. Dies wirkt alles sehr gut durchdacht und man erkennt ein stimmiges Konzept des Films. Dieses Konzept erstreckt sich auch über die typische Horrorgeschichte hinweg und begrenzt sich nicht nur auf das Ferienhaus, sondern mündet in einer guten Gesamthandlung. 

© Universal Pictures

Der Oscar keine Garantie

Wir film movie review Lupita Nyong'o Jordan Peeles

Bei der schauspielerischen Leistung scheiden sich etwas die Geister. Mehrere Charaktere in einem Film zu spielen ist immer eine besondere Leistung. Vor allem die Kinder machen einen überzeugenden Job, bei den Erwachsenen jedoch muss man einfach über das Overacting sprechen. Dafür muss sich vor Augen geführt werden, was mit dem Film erreicht werden will. Dieser zielt auf eine durchweg unangenehme Stimmung und dauerhaft unterschwellige Bedrohung ab. Diese wirkt leider einfach an diversen Stellen sehr lächerlich und erzeugt eher ein verlegenes Lächeln beim Zuschauer als wirklich bedrückend zu wirken. Dies wurde in Get Out besser gelöst und vor allem Lupita Nyong’o übertreibt es manchmal einfach, ebenso wie Winston Duke.

 

Nichtsdestotrotz ist mit Wir ein wirklich bemerkenswerter Film entstanden, der Zuschauer in seinen Bann reißt. Auch wenn die Handlung insgesamt nicht brutal überraschend ist, hat Jordan Peele ein feines Handwerk bewiesen und man kann sich nach Get Out und Wir hoffentlich bald wieder über Neues freuen. 


+ Überragender Soundtrack

+ Idee der globalen Handlung

+ Referenzen an Horrorklassiker

- Teilweises Overacting

- Aus Spoilergründen lassen wir diesen Punkt aus J