Film Review: The First Purge

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© Universal Pictures

Die Lieblingsnacht der Waffenlobby geht in die vierte Runde. Dabei geht es diesmal um den Ursprung der Nacht der Säuberung, um der Reihe frischen Wind in die Segel zu blasen. Falls ihr wissen wollt, ob die Nacht in neuem Glanz erscheint oder endgültig das letzte Blut geflossen ist, lest euch unser Review durch.


Ein neuer Ansatz

Bereits 2013 erschien der erste Teil der Purge-Reihe unter der Regie von James DeMonaco. Dieser hatte auch beim zweiten und dritten Teil das Kommando und konnte die besondere Atmosphäre der Dystopie weiter ausführen. Beim vierten Teil, der als Prequel fungieren soll, macht er Platz auf dem Regiestuhl für Gerard McMurray. Zur Handlung: Die Arbeitslosenzahlen und die Kriminalität schießen in die Höhe und es macht sich Unzufriedenheit im Land breit. Amerika wählt eine radikale Regierung an die Macht, die mit ihren Wahlversprechen dafür sorgen will, dass sich die Umstände bessern. So soll ein Experiment helfen, bei dem die amerikanischen Bürger ihre Wut in einer Nacht rauslassen können und den amerikanischen Geist zu wecken. Dies soll auf Staten Island durchgeführt werden und trifft somit große Teile der einkommensschwachen Bevölkerung. Der Film dreht sich zum einen um die Geschichte eines orientierungslosen Teenagers (Joivan Wade), der in der Purge durch das Töten von Menschen Geld verdienen will und zum anderen um den Umgang des Gangsterbosses Dimitri (Y’Ian Noel) mit der Nacht.

© Universal Pictures

Ein interessanter Anfang!

Insgesamt verfolgt die erste Hälfte filmtechnisch zwei Handlungen, die sich ab und an überkreuzen. Dies ist geschickt gemacht und lässt zur Abwechslung mal nicht den Eindruck eines 08/15-Films von der Stange aufkommen. Die Sorgen und Ansichten der Charaktere sind dabei nachvollziehbar und gut dargestellt, was u.a. auch durch die solide Charaktereinführung ermöglicht wird. Spannung auf die Nacht wird entsprechend aufgebaut und vor allem FANs der ersten drei Teile freuen sich auf die verrückte Atmosphäre. Dementsprechend schrecklich und bedrohlich ist diese auf jeden Fall und mit der FSK 18er Freigabe darf natürlich auch der ein oder andere Bluttropfen nicht fehlen.

© Universal Pictures

Leider die falsche Richtung...

Doch trotz der hohen Alterseinstufung bleibt das Gefühl, dass in den dramatischen Momenten trotzdem weggesehen wird. So kommt es zwar zu soliden Actioneinlagen, doch dem guten Anfang wird die zweite Hälfte des Films nicht wirklich gerecht, verliert sich dieser doch in Klischees. An sich handelt es sich um einen passablen Actionfilm, doch die Erfolgsfaktoren der ersten Filme werden leider nicht eingefangen und blitzen nur teilweise durch. Diese waren vor allem dadurch bestimmt, dass die verrückte Natur der Menschen in dieser Nacht gezeigt wird - sämtlichen kranken Vorstellungen eines Horrorfilms entsprechend. So sind die Rollen in The First Purge klarer auf Gut und Böse verteilt und man verlässt das Kino nicht mit dem beklemmenden Gefühl der ersten drei Teile.

Sofern man Lust auf einen Standard-Actionfilm hat, bei dem einige coole Szenen rausgehauen werden und dazu noch ordentlich Blut spritzt, wird man mit The First Purge gut bedient sein. FANs der Reihe werden wahrscheinlich mit einer leicht anderen Erwartungshaltung in den Film gehen und somit nicht durchweg zufrieden sein, zumal es auch an vielen Stellen an Aufklärung fehlt.


+ Spannende Actionszenen

+ Der Ansatz zur Erklärung der Purge wird näher beleuchtet

- Atmosphäre der ersten drei Filme wird nicht eingefangen

- Typische Klischeeabarbeitung im weiteren Verlauf des Films