Serien Review: Jack Ryan - Staffel 1

Jack Ryan - eine weitere ikonische Figur, welche Film FANs wohl am ehesten durch Harrison Ford bekannt sein dürfte. Der CIA-Analyst aus diversen Tom Clancy Romanen war nämlich schon mehrmals auf der Leinwand zu sehen. Was die neuste Adaption des Stoffes in Form einer Serie auf Amazon Prime zu bieten hat, klären wir im Review.


Ich bin Analyst...!

Nach Alec Baldwin, Harrison Ford, Ben Affleck und Chris Pine schlüpft nun John Krasinski in die Rolle des sympathischen CIA-Analysten "Jack Ryan". Krasinski dürfte vielen aus seinem Regiewerk "A Quiet Place" bekannt sein, wo er gleichzeitig neben seiner Frau Emily Blunt die Hauptrolle übernahm. Im Film konnte er schauspielerisch sowie als Regisseur sehr überzeugen und umso spannender ist seine Besetzung als Jack Ryan in der gleichnamigen Serie bei Amazon Prime. 


© Amazon Prime

Story mit Actioneinlagen

Dass Jack Ryan im Verlauf der sehr intelligenten Story rund um Terroristen in Syrien nicht mit actiongeladenen Szenen und spannenden Stand-offs geizt, sieht man bereits am mit einer Explosion überladenen Cover zur Serie. Die Story in dieser ersten Staffel dreht sich um zwei muslimische Brüder aus dem Jemen, die nach ihrer tragischen Einführung zu Beginn in Paris aufwachsen und dort immer wieder mit fremdenfeindlichen Situationen umzugehen versuchen. Diese Hintergrundinformationen, welche in beiden den Hass auf den Westen hervorrufen, werden in Rückblenden erzählt und sind schon fast nachvollziehbar. Durch die Tragik und das Leid, welche Suleiman und sein Bruder erleiden, bekommen die beiden "Bösewichte" ein Motiv, welches nicht wie in vielen anderen Filmen mit dem Thema Terrorismus zu tun haben. Eine große Stärke der Serie! Hier sieht man auch mal die andere Seite der "Terrormedaille".

 

Da es sich jedoch um eine amerikanische Produktion handelt ,kommt natürlich auch der wiederkehrende US-Pathos nicht zu kurz. Schade, aber immerhin bleibt man weitesgehend von "Für die Freiheit"- oder "Für Amerika"-Parolen verschont.

© Amazon Prime

Wo bleibt nun Jack Ryan?

Unser Protagonist wird als ehemaliger US-Marine mit Kriegstrauma eingeführt. Das ist auch bitter nötig, da wir im Verlauf der Serie immer wieder sehen, wie gut Jack Ryan im Nahkampf und Umgang mit Schusswaffen ausgebildet wurde. Normalerweise nicht üblich für einen ehemaligen Finanzmitarbeiter bzw. zu Beginn der Serie als Analyst bei der CIA. Als Ryan in seiner Abteilung seinen neuen Vorgesetzen "James Greer" kennenlernt, merkt man direkt zu Beginn, dass es zwischen den beiden nicht wirklich funkt. Und das dürfte nicht beim vorher eher zufälligen Aufeinandertreffen mit Greers Auto und Ryans Fahrrad zu tun haben. Als Ryan verdächtige Kontoaktivitäten entdeckt, traut ihm Greer vorerst nicht. Dies ist der Beginn einer Partnerschaft, die im Verlauf der Serie immer wieder mit emotionalen und lustigen Höhepunkten verziert ist. Es macht wirklich Spaß den beiden zuzusehen, wie sie sich immer weiter an Suleimans Fersen heften und es in jeder Folge zu neuen spannenden Wendungen kommt.

 

Erwähnenswert ist auch die Geschichte rund um Suleimans Frau "Hanin", die die terroristischen Machenschaften ihres Mannes nicht mehr duldet und sich auf eine waghalsige Flucht mit ihren beiden Töchtern begibt. Der Sohn der Familie bleibt jedoch beim Vater zurück, was der familiären Tragödie eine weitere Note verschafft. Hanin und ihre Töchter werden stets von Suleimans Männern verfolgt, ehe es zu einem spannenden Showdown zwischen Ryan, Greer und dem Handlanger von Suleiman am Strand einer Schleuserbande kommt.

 

Neben diesen ganzen Storyelementen darf natürlich auch die Liebe in Jacks Leben nicht zu kurz kommen. Abbie Cornish verkörpert hier Jack's Love Interest "Cathy Mueller", die den FANs auch schon aus vorherigen Filmen bekannt sein sollte. Leider sind die Szenen mit den beiden sehr rar, da sich die Serie zum Ende hin doch mehr auf die eigentliche Hauptstory beschränkt. Die geheimen Machenschaften ihres neuen Freundes bleiben jedoch nicht lange unentdeckt und so kriselt es schon zu Beginn der Lovestory zwischen Cathy und Jack.

Fazit

Mit der Neuauflage von "Tom Clancy's Jack Ryan" ist Amazon ein wirklicher Glückstreffer gelungen. Die erste Staffel der Serie ist gespickt mit spannenden Momenten und interessanten Wendungen. Auch die Action kommt an vielen Stellen nicht zu kurz und die Ausarbeitung der "Bösewichte" sucht vergeblich ihres Gleichen. Selten hatte man so viel Mitgefühl für "Terroristen". Hier verkommen sie nicht zu eindimensionalem Kanonenfutter, sondern werden mit ganz menschlichen Gefühlen und Emotionen versehen. Die ist neben dem Hauptdarsteller die größte Stärke der Serie. Wir freuen uns jedenfalls schon sehr auf die zweite Staffel der Serie und hoffen, dass sie mindestens genauso spannend und emotional daher kommt, wie die Auftaktstaffel von "Jack Ryan".

 

+ Spannende Wendungen

+ Sehr gut ausgearbeitete Bösewichte

+ Spannende Story

+ Beziehung zwischen Ryan und Greer macht Spaß

 

- Einige Charaktere kommen zu kurz

- Wir wollen mehr von Cathy Mueller und Jack Ryan sehen!