Serien Review: Marvel's The Punisher - Staffel 2

FANwerk Serien Review The Punisher Staffel 2

Nach der Schocknachricht über die Einstellung des Urvaters aller Marvel Netflix Serien Daredevil bekamen wir Mitte Januar nochmal die Chance Frank Castle aka The Punisher in der zweiten Staffel der Serie in Aktion zu erleben. Leider heißt es nun aber auch hier: Abschied nehmen! Aber nicht nur der Punisher wird eingestellt. Nach der dritten Staffel Jessica Jones ist endgültig Schluss mit den Marvel Serien bei Netflix. Nichtdestotrotz verraten wir euch im Review, ob die zweite Staffel ein würdiger Abschied für den Anti-Helden ist.


Frank Castle - die Killermaschine

Auch in der zweiten Staffel von The Punisher wird wieder nach allen Regeln eines Frank Castle gemordet, erschossen und zu Tode geprügelt! Schließlich ist die harte Umgangsform mit Verbrechern DAS Markenzeichen des Punishers. Die erste Szene macht dies bereits deutlich als Frank auf der Flucht vor den bösen Buben direkt drei Handlanger blutig und gnadenlos aus dem Weg räumt. Danach beginnt die Staffel jedoch mit einem Rückblick und zeigt einen Frank Castle, der sich nach den Ereignissen aus der ersten Staffel zur Ruhe setzen möchte und unter falschem Namen sogar eine kleines Liebesbeziehung mit einer Barkeepering anfängt. Wäre da doch nur nicht die junge Studentin Amy, die aus irgendwelchen Gründen von einer unbekannten Organisation verfolgt wird. Die Wege der beiden kreuzen sich in der Kneipe und Frank versucht das "arme Mädel" unter seine Fittiche zu nehmen. Danach entbrennt eine der beiden besten Schlägereien, welche eindeutig zeigt , dass Frank auch keine Probleme damit hat, böse Frauen auf die typisch brutale Punisher-Weise zu verpügeln! Nach diesem Auftakt kommt die eigentliche Story erst in Fahrt und fortan sind Frank und Amy auf der Flucht vor dem ebenso gezeichneten John Pilgrim.

FANwerk Serien Review The Punisher Staffel 2
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© Netflix

Alte Charaktere - alte Feinde

Im weiteren Verlauf der Staffel kommt es auch zu einem Wiedersehen mit Agent Madani und Franks bestem Freund Kurd. Madani ist derweil besessen davon Franks alten Armee-Kameraden Billy Russo ein für allemal das Handwerk zu legen. Dieser befindet sich nach einer "Punisher-Gesichtsbehandlung" zur Zeit in therapeutischer Behandlung und kann sich angeblich an nichts mehr erinnern. Im späteren Verlauf kreuzen sich auch wieder die Wege von Castle und Russo - mehr ist hierzu aber aus Spoilergründen nicht zu sagen. Die Spannung, die sich über die gesamte Staffel zwischen den beiden auflädt, wird leider sehr enttäuschend "entladen". Eine der großen Schwachstellen der Staffel, hier hätten wir uns eindeutig mehr Kreativität gewünscht.

 

Dennoch bleibt die zweite Staffel ein einziges Wechselbad der Gefühle. So schleichen sich doch gerade zu Hälfte immer wieder unnötige Längen ein. Diese werden jedoch durch die gut inszenierten Action- und Prügelszenen gut ausgeglichen. Auch Franks innerer Konflikt wird hier abermals gut dargestellt. Der Punisher ist nichts weiter als eine gnadenlose Killermaschine, die das Töten sogar genießt. Frank merkt dies an vielen Stellen auch immer wieder selbst, wobei dieser Aspekt ja auch schon in der ersten Staffel sehr gut beleuchtet wurde.

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© Netflix

Was wird aus dem Punisher?

Mit den beiden Bösenwichten und getrennt voneinander verlaufenden Handlungssträngen hat Frank Castle eine ganze Menge zu tun. Die beiden Bösewichte können sich nicht komplett entfalten. So kämpft Russo doch immer wieder mit seinem psychopathischen Selbst und John Pilgrim will bei aller Geheimniskrämerei auch nicht so wirklich in seiner Handlung ankommen. Wenigstens bekommen wir am Ende noch eine recht aufregende und vom Kugelhagel nur so protzende Auseinandersetzung zwischen Pilgrim und Castle. Dennoch ist auch hier das Ende recht unbefriedigend, wenngleich aber sehr viel friedlicher als man vermuten würde.

 

Schauspielerisch kann sich vor allem John Bernthal als Titelfigur Frank Castle über alle anderen Figuren hinwegsetzen. Sein Punisher ist weltklasse gespielt, seine Physis ist bedrohlicher als sonst und in der heutigen Zeit könnten wir uns keinen besseres Darsteller für den brutalen Anti-Helden vorstellen. Leider können hier auch die Bösewichte nicht mithalten, allen voran Ben "Prinz Kaspian von Narnia" Barnes als Billy Russo. Seine "Jigsaw"-Interpretation bleibt hinter den Erwartungen zurück. Da diese aber nur lose auf dem Bösewicht aus den Comics basiert, ist es noch zu verkaften, weil die komplette Staffel sowieso von Frank Castle getragen wird. Abschließend können wir nur hoffen, dass es nach den ganzen Marvel Serien Absetzungen doch noch irgendwie zu einer dritten Staffel kommt. Das Potenzial ist alleine wegen Jon Bernthals Performance da und zumindest wir wollen dringend mehr davon sehen!

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© Netflix

Fazit zu Marvel's The Punisher - Staffel 2

FANwerk Serien Review The Punisher Staffel 2

Mit der zweiten Staffel von "The Punisher" zeigt Netflix einmal mehr die guten Qualitäten, die in den Marvel-Serien schlummern. Hier und da eine Länge weniger innerhalb der Staffel hätte der Serie aber durchaus gut getan. Tiefgründigere Bösewichte, wie es der Serien Bruder "Daredevil" vormacht, wären auch hier wünschenswert gewesen. Positiv hervorzuheben sind aber weiterhin die Action-Szenen und vor allem die Schlägerei in der Damentoilette der Kneipe sowie das wahre Highlight der Staffel: wir sagen nur Fitnessstudio ;)

 

Für alle, die John Bernthals besten Punisher-Auftritt sehen wollen, sollten sich  die zweite Staffel von Daredevil nicht entgehen lassen.

 

+ Action-Szenen

+ Inszenierung der Schlägereien

+ Jon Bernthal in Bestform

+ gnadenlos brutal, ein echter Punisher eben

 

- Längen in der Staffelmitte

- eindimensionale, langweilige Bösewichte

- nicht viel neues seit Staffel 1