Serien Review: Troja - Fall einer Stadt

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© Netflix

HEKTOR! HEKTOOOOR! - Wer erinnert sich nicht daran als Achilles vor den Toren Trojas steht und Hektor zum Kampf herausfordert. Der gleichnamige Film mit Brad Pitt, Orlando Bloom und Eric Bana kann durchaus überzeugen. Nun gibt es bei Netflix eine Serie, die den Fall eben dieser Stadt behandelt - ohne Brad Pitt, dafür aber mit Onkel Benjen (Joseph Mawle) aus Game of Thrones. Im FANwerk Serien Review schauen wir, ob diese überzeugen kann, oder ob der Film die bessere Wahl ist.


Troja - Spoiler sind schon im Titel

Helena von Troja (bzw. Sparta) gilt in der Sage als schönste Frau der Welt und ihre Beziehung zu Paris von Troja sorgte letztlich für das Verderben einer ganzen Stadt. Diese Geschichte ist vielen ein Begriff und bildet selbstverständlich auch hier den Kern der Story der Serie - wenn auch leicht abgewandelt. Der junge Hirte Paris entpuppt sich erst als verlorener Sohn des Königs Priam von Troja. So wird auch sein wahrer Name "Alexander" bekannt. Er ist draufgängerisch und kennt keine Risiken und Grenzen, was ihm auf seiner ersten Mission als Königssohn auch zum Verhängnis wird, oder vielmehr seiner Heimat. Denn von dieser nimmt er die schöne Helena mit nach Hause, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken. In der Geschichte dürfen Mythen über Götter natürlich nicht fehlen, die hier als Drahtzieher der Geschehnisse dargestellt werden. Wie zu erwarten führt diese Tat dazu, dass die Könige Griechenlands sich zusammenschließen und ein gewaltiger Feldzug gegen Troja in die Wege geleitet wird.

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© BBC/Netflix

Blitzentwicklung - Troja im schnelldurchlauf

Das Setting und die Story sind durchaus interessant und das wird auch schnell in den ersten Folgen deutlich. Die Serie sieht FANtastisch aus und bietet durchaus gute Unterhaltung. Mit den Zwischenschnitten und Einschüben der Götter entsteht so ein stimmiges Bild über die Sagen rund um Troja und deren Charaktere. Begründete Zweifel gibt es jedoch daran, ob die Story überhaupt genug Stoff bietet für eine ganze Serie. Anfangs hatten wir gehofft, dass die gesamten Entwicklungen und die Beziehung zwischen Griechenland und Troja besser durchleuchtet und voll mit Twists und Intrigen gepackt werden. Relativ schnell werden diese Hoffnungen aber zerschlagen, da die Geschichte und die erste Schlacht bereits in Folge 2 abgehandelt wird. Das gibt den Charakteren wenig Zeit zur Entwicklung und verpasst es so mehr Würze in das Ganze zu bringen. Eine verpasste Chance wie wir finden, denn es hätte durchaus genug Erzählstoff gegeben, um mehrere Staffeln für verschiedene Phasen der Belagerung zu machen und so nachhaltige Charaktere zu entwickeln.

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© BBC/Netflix

Es hätte so schön werden können

Erzählerisch bieten sich so einige Schwächen auf, die auch durch epische Bilder nicht ganz wett gemacht werden können. Die Geschichte bleibt trotz bekanntem Ausgang ausreichend spannend und kann den Zuschauer durchaus vor dem Bildschirm bannen. Fehlende Charaktertiefe und wirklich fragwürdige Besetzungsentscheidungen zu Gunsten einer "zeitgerechten" Darstellung bei völliger Missachtung der Übermittlungen von Homer sorgen jedoch nicht selten für Kopfschütteln. Das hätte cleverer gelöst werden können ohne dabei irgendwen zu verärgern. Leider wird krampfhaft versucht zu viel auf die moderne Zeit zu beziehen, um Parallelen darstellen zu können. Darunter leidet das Skript und letztlich auch die Schauspielleistung sowie die ganze Serie. Selbst eine völlig überzogene, comicartige Darstellung hätte hier einen besseren Effekt gehabt. Dennoch bietet Troja hier und da wirklich gute Momente und einiges an Potenzial für mögliche Sequels nach Homer, wie z.B. Odysseus Heimkehr.

Unser Fazit zu Troja: Fall einer Stadt

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Die Geschichte um Troja fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Die Mythologie und die Übermittlungen dieses Zeitalters werden hier jedoch teilweise mit Füßen getreten. Auch wenn die Geschichte rund um die Stadt und die Belagerung deutlich mehr zu bieten hat, werden hier viele Chancen und Potenziale verpasst, diese mehr zu beleuchten und eine wirklich fesselnde Story rund um diese Rahmenhandlung zu erschaffen. Verfechter der geschichtlichen Genauigkeit sollten lieber einen Weg drumherum machen. Insgesamt lohnt sich der Troja-Film aus dem Jahre 2004 mehr und bietet quasi das Gleiche. Für FANs von Scharmützeln, leichter Kost und coolen Bildern könnte Troja: Fall einer Stadt dennoch eine nette Couch-Unterhaltung bieten.

 

+ Gute Ansätze, die Geschichte frisch zu erzählen

+ Schöne Bilder 

 

 

- Charaktere bleiben blass

- Geschwindigkeit zu hoch

- Fragwürdige Charakter- & Storyentscheidungen

- Sehr viel Potenzial verschenkt

 


Der Trailer zu Troja: Fall einer Stadt