Film Review: Star Wars Episode 8 - Die Letzten Jedi

© Disney/Lucasfilm

Kaum eine Filmreihe begeistert und beschäftigt uns mehr als "Star Wars". Mittlerweile läuft mit "Die Letzten Jedi" bereits die achte Episode der Sternensaga über die Leinwände und zieht die Massen in die Kinos. Uns hat der Film auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgenommen, die mehrere Fahrten brauchte. Achtung: Enthält mögliche Spoiler!


Ein Platz in all dem

Vor zwei Jahren begann die "neue" Heldenreise rund um Rey, Finn und Kylo. Mit dabei auch die alten, liebgewonnen und legendären Charaktere aus der Ur-Trilogie, die die jüngere Generation auf ihren Wegen begleiten sollten. Seitdem kannten die Spekulationen und FANtheorien kaum Grenzen und brachten die ein oder andere skurrile Variation hervor. Nun ist es mit Episode 8 endlich so weit und "Die Letzten Jedi" erzählt die Geschichte unserer Helden endlich weiter! Dabei knüpft diese quasi nahtlos an "Das Erwachen der Macht" an und zeigt den Widerstand auf der Flucht vor der Ersten Ordnung. Auch wenn ihre "mächtige Kanone" zerstört wurde, konnte unter dem obersten Anführer Snoke die Republik samt Flotte mit einem Schlag vernichtet werden. Dem Widerstand, unter Führung von Leia, fehlen jetzt nicht nur wichtige Verbündete, sondern auch die nötigen Ressourcen und Kriegsgeräte im Kampf gegen die "Erste Ordnung". Mit zahlreichen Sternenzerstörern und noch mächtigeren Schlachtschiffen nehmen diese nun die Verfolgung der verbleibenden Rebellen auf. Gleichzeitig befindet sich Rey bei Luke auf dem Exilplaneten Anch-to und will dort die Wege der Jedi lernen. Jedoch ist ihr Training anders, als sie es sich vorgestellt hat. Währenddessen versucht Finn mit der Widerstandstechnikerin Rose, auf Canto Bight Hilfe zu finden, um letztlich doch aus der Schlinge der "Ersten Ordnung" zu entkommen. Es entsteht nicht nur ein Wettrennen gegen die Zeit mit immer schlechteren Karten für den Widerstand, sondern auch Zweifel an den bekannten Grundfesten.


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Wir sind der Funke, der das Feuer entfacht

Der Film fängt direkt mit einem epischen Gefecht im All an, bei dem beide Seiten hohe Verluste einfahren müssen, ehe sich der Widerstand gänzlich zurückzieht. Die immerwährende Bedrohung durch das Böse ist also jeder Zeit spür- und sichtbar. So tritt auch der oberste Anführer Snoke, der in Episode 7 noch als riesiges Hologramm erschien, nun vollständig in Erscheinung. Dabei lässt er den ein oder anderen Charakter seine Macht spüren, ohne uns dabei zu verraten, woher er eigentlich kommt. Sein Vertrauen in Kylo Ren schwächelt, da dieser sich einer Frau geschlagen geben musste, die zuvor niemals ein Lichtschwert gehalten hatte. Zweifel machen sich also breit - Zweifel an den Vorgesetzten, der Macht, der Loyalität... Das bestimmt weitestgehend auch die allgemeine Tonalität des Films, der so spürbar anders rüberkommt als sein Vorgänger. Dabei werden aber keinesfalls die Wurzeln vergessen und entweder in Zitaten, der Musik oder Szenerie gekonnt in Szene gesetzt. 

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Der Weg ist ein anderer, als du ihn dir vorgestellt hast!

Die Geschichte wird nur bedingt voran gebracht, entwickelt jedoch jeden Charakter weiter - und zwar in Richtungen, die so nicht immer zu erwarten waren. Mag man in der Mitte des Films eventuell seine Probleme haben, nimmt der Film zum Ende hin ordentlich Fahrt auf. Die Handlungsstränge laufen zusammen und sorgen so für einige Gänsehautmomente. Leider bleiben einige Charaktere absolut auf der Strecke, von denen man sich im Vorfeld noch große Hoffnungen gemacht hatte. Die Neuen im Bunde sind relativ austauschbar, wie zum Beispiel Rose. Die Ausgangslage ist fast die selbe, wie zu Beginn des Films, nur dass ordentlich Ressourcen auf beiden Seiten verpulvert wurden. Allerdings wurde so der Weg für Episode IX geebnet und viel Raum für Neues geschaffen. Überragend sind übrigens Bild und Sound! Die gewählten Schauplätze können durchaus überzeugen und gerade der Planet Crait kommt mit den gewählten Kontrasten sensationell rüber. 

Insgesamt kann Episode VIII überzeugen, wenn auch erst nach wiederholter Sichtung. Wieso? Der Film hat einige Szenen, die nicht für Stirnrunzeln, sondern für massives Kopfschütteln sorgen. Sicherlich überwiegen die guten Sachen, dennoch haben gerade diese kleinen Ausschnitte einen faden Beigeschmack. Ähnlich verhält es sich mit den eingesetzten Slapstick-Mitteln und Klamauk-Einlagen, über die man jedoch leichter hinwegsehen kann. Episode 8 stellt einiges auf den Kopf und schlägt neue Wege ein. Das ist auch gut so, da auch eine Galaxis weit entfernt sich in 30 Jahren durchaus verändern kann, so wie die darin lebenden Charaktere. Leider bleiben viele Fragen unbeantwortet und zwei Jahre der Spekulation werden mit einem Machtgriff zerstückelt. Die Wendungen sowie viele Gänsehautmomente und die Charakterentwicklung sprechen jedoch für sich und machen die nächsten zwei Jahre Wartezeit nicht gerade einfacher. Fakt ist jedoch, dass "Star Wars" eine der unlösbarsten Aufgaben vor sich hat, die es überhaupt gibt: Alle Generationen gleichermaßen bedienen und möglichst zufriedenstimmen. Wir werden uns auf jeden Fall erneut und länger mit Episode 8 befassen!


+ Charakterdarstellung und -entwicklung

+ Optik, Sound und Musik

+ Sorgt für einige Gänsehautmomente

+ Epische Momente und spannende Wendungen

 

- Ein paar Szenen schießen übers Ziel hinaus

- Gefahr in Klamauk abzudriften

- Interessante Charaktere/Handlungsstränge bleiben unbehandelt

 


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